Design und Konstruktion
Cherubinis Rumpfform kombiniert einen Flossenkiel mit einem intern montierten Spatenruder, und das Boot wurde mit dem Ziel gebaut, eine solide, konservative Seetüchtigkeit zu bieten. Rumpf und Deck wurden aus GFK gebaut, ergänzt durch traditionellen Innenausbau. Der schwere Ballast – etwa 3.100 bis 3.150 kg tief im Kiel verankert – sorgt zusammen mit einer Verdrängung von fast 8.000 kg für hohe Steifigkeit und Tragfähigkeit des Bootes. Diese Werte ordnen sie fest in die Klasse der mittelschweren bis schweren Verdränger ein, und ihre Rumpfgeschwindigkeit liegt im Bereich von ca. 7 Knoten (genauer: 7,34 Knoten bei einer Wasserlinienlänge von 30 Fuß). Die Sailboat Guide beschreibt sie als hochseetaugliches Fahrtenboot der späten 1970er/ frühen 1980er Jahre von der Werft Hunter Marine – eine Beschreibung, die perfekt zur konservativen Philosophie von Ballast und Verdrängung passt, die sich auch in den technischen Daten widerspiegelt. (1)
Rigg und Handhabung
Das Kutterrigg ist die entscheidende praktische Wahl bei diesem Modell. Es wurde häufig als Kutter getakelt, damit Eigner ein Stagsegel führen und die Größe des Vorsegels verringern konnten, um das Boot bei schwerem Wetter leichter auszubalancieren. Diese Konfiguration ermöglicht es dem Rudergänger, den Segelplan unter den verschiedensten Bedingungen optimal auszugleichen. Ein Kutterrigg, das kleinere Arbeitssegel im Vorschiff zulässt, hilft dabei, die Segelfläche bei verschlechterten Bedingungen beherrschbar zu halten – eine wichtige Eigenschaft, wenn eine Wache mit kleiner Crew oder bei Wetterumschwüngen gefahren wird. Berichte von Eignern und Erfahrungen auf Foren bestätigen, dass der Entwurf auch in unruhiger See gutmütig ist. Diese Eigenschaft ergänzt sich hervorragend mit dem moderaten Freibord und dem Decks-Layout, das die sichere Bewegung der Crew und das Arbeiten im Sturm in den Vordergrund stellt.
Unterbringung
Unter Deck bietet das Boot eine geräumige Vorschiffskabine und einen Salon mit Sofakojen, die als Seekojen dienen. Dies sorgt für viel Wohnraum im Stil eines Liveaboards, ohne an Seetüchtigkeit einzubüßen. Die Tank- und Stauraumkapazitäten sind für diese Epoche großzügig bemessen und ermöglichen ausgedehnte Törns ohne ständiges Nachladen. Der traditionelle Innenausbau, der im Baubericht vermerkt ist, unterstreicht den Charakter des Bootes als reparierbares, konservatives Fahrteninterieur statt eines modernen, formverleimten Salons.
Bekannte Schwachstellen
Die häufigsten gemeldeten Probleme sind Undichtigkeiten an Bullaugen und Luken, die zu lokaler Fäulnis im Sandwichkern oder Delamination führen. Dieses Muster rechtfertigt eine sorgfältige Inspektion jeder Decksöffnung bei einem potenziellen Kaufobjekt. Auch Probleme mit der Lage und dem Zugang zum Fäkalientank wurden berichtet, ebenso wie gelegentlich mangelhafte Verkabelung oder unvollständige elektrische Upgrades, die von einer professionellen Überprüfung profitieren. Bei älteren Booten werden die Lagerpunkte des Ruders und die Gegenplatte der Püttinge als Bereiche hervorgehoben, die man genau untersuchen sollte. Einige Eigner weisen zudem darauf hin, dass Mastfuß und -basis auf Korrosion oder schlechte Abdichtung untersucht werden sollten.
Das Fazit
Die Hunter 37 Cutter ist eine bewährte, zweckmäßig gebaute Fahrtenyacht, die sich ideal für Käufer eignet, die Seetüchtigkeit, Zuladungskapazität und eine konservative, wartungsarme Plattform schätzen. Sie ist keine Glanzleistung bei leichtem Wind, aber ihr Ballast-Verdrängungs-Verhältnis und das Kutterrigg verleihen ihr eine Gelassenheit im Seegang, die neuere Massenmarkt-Fahrtenyachten oft opfern.
Vorteile
- Gutmütiges Verhalten in unruhiger See nach Eignererfahrung
- Schwere Ballasttiefen und fast 17.800 lb Verdrängung für hohe Steifigkeit und Tragfähigkeit
- Kutterrigg ermöglicht ein ausgewogenes, gut zu handhabendes Segelfeld bei schwerem Wetter
- Großzügige Tank- und Stauraummengen für die damalige Zeit
- Konservative GFK-Konstruktion mit traditionellem Innenausbau
Nachteile
- Undichte Luken und Schotten führen zu lokaler Fäulnis im Sandwichkern oder Delamination
- Problematische Lage und unzureichender Zugang zum Fäkalientank
- Möglicherweise unsaubere Verkabelung oder rückwärts installierte elektrische Upgrades
- Korrosionsgefährdete Bereiche wie Ruderaufhängung, Püttinge und Mastfuß müssen inspiziert werden








