Design und Konstruktion
Lagoon baute die 37 von Anfang an als serienreife Verbundbauweise. Die Rümpfe und das Deck bestehen im gesamten Bereich des Balsaholzkerns (Baltek) aus einem Sandwich aus triaxial laminiertem Glasfasergewebe in Vinylesterharz. Das Rumpfelement – sowohl die Flöße als auch die Brücke zwischen ihnen – ist im Wesentlichen als Monocoque in einem einzigen Guss gefertigt. Deck und Kajütaufbau werden aus einer einzigen Form herausgeformt. Die Verbindung von Rumpf und Deck nutzt eine nach innen gerichtete Flanschverbindung, die chemisch mit einem hochfesten, zweikomponentigen Urethan-Klebstoff verklebt ist; mechanische Befestigungen an den Relingstützen und Decksklampen gehören nicht zu dieser primären Verbindung. Der Stützpfeiler ist in massivem Eschenholz verankert, das in der Schnittstelle von drei strukturellen Schotten einlaminiert ist. Ursprünglich in den USA von Tillotson Pearson Inc. Composite gebaut – einer der Vorläufer des infusionsbasierten Kompositbaus –, trat die 37 später unter dem Namen Moorings 3700 in Charterflotten ein.
Rigg und Handhabung
Die Steueranlage zeigt echte durchdachte Konstruktion. Kleine Ruderpinne am Ruderschaft sind an einer durchgehenden Pinne unter dem Cockpitbeschlag befestigt, und eine Edson-Steuersäule steuert über eine herkömmliche Kette auf einen Querträger am Ende der Pinne; die Ruderblätter selbst sind einlaminierte, geschweißte Edelstahlträger auf massiven Edelstahlruderschaften mit patentierten Jeanneau-Lagern, die große Neoprenringe zur Aufnahme der Querkräfte nutzen. In einem Testbericht für Cruising World stellten Segler fest, dass die direkte Verbindung ein gutes, direktes Gefühl und hohe Agilität unter Segeln vermittelt. Der 54-Fuß-Riggträger trägt ein Großsegel mit viel Achterlieksrund (High-Roach) und eine überlappende, rollbare Genua. Die Püttinge sind außen an stark laminierten Knien befestigt, und ein Aluminium-Querträger ist an Halterungen an den Bugenden aufgehängt, sodass die Rümpfe etwas arbeiten können, ohne das Profil zu verziehen. Die innenliegende Genuaschotführung und die langen Flossenkiele sorgen für eine gute Kursstabilität beim Kreuzen. (1)
Leistung
Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 143 liegt die 37 für ein wirklich leistungsorientiertes Mehrrumpfboot auf der schwereren Seite, dennoch liefert der Segelplan gute Werte. Sobald das Boot abgefangen ist, erfolgt die Beschleunigung sofort, und bei etwa 120 Grad in mäßigem Wind mit aufgeholtem Gennaker läuft das Boot hervorragend. Bei der Leichtwindregatta Marblehead-Halifax 1993 belegte eine Lagoon 37 den dritten Platz in der Klasse nach korrigierter Zeit; bei sehr leichtem Wind lief sie am besten auf etwa 95 Grad Abwindkurs, und bei 15 bis 25 Knoten Wind konnte sie auf 120 Grad scheinbaren Wind ausfahren und gut über 10 Knoten laufen. Eine Version mit tiefem Kielstummel und 1,24 m Tiefgang schlägt das Modell mit dem flachen Tiefgang von 0,93 m bei engen Winden. (1)
Unterbringung
Unter Deck sorgen dezente Teakholzleisten und weißes Formica für ein helles und pflegeleichtes Interieur. Der Salon nimmt praktisch den gesamten Raum der Gondel ein und bietet eine nach achtern gerichtete U-förmige Sitzecke, große Fenster im Kajütaufbau und zwei zu öffnende Decksluken. Für die Schlafplätze stehen zwei Doppelkojen als Vorschiffskojen an Backbord und Steuerbord sowie eine kleinere Doppelkoje achtern im Steuerbordrumpf; eine optionale zweite Nasszelle kann als Durchgangskabine mittschiffs im Steuerbordrumpf installiert werden. Die Pantry verfügt über einen dreiflammigen Gasherd mit Backofen, einen untergebrachten Gefrierschrank/Kühlschrank und zwei Edelstahlspülen, während der Kartentisch und die Pantry teilweise in die Mitte der Rümpfe geschoben sind. Die Navigationsecke beherbergt die Schalttafel, den klappbaren Kartentisch und die Elektronik.
Ausrüstung und Systeme
Zwei 18 PS starke, wassergekühlte Perkins M20-Dieselmaschinen befinden sich in großzügigen Heckkästen – an Steuerbord über ein großes Luk unter der Achterkoje, an Backbord über eine Schottenöffnung im Nassbereich. Warmes und kaltes Druckwasser sind serienmäßig verfügbar und werden von einem 12-Gallonen-Heizkörper am Wärmetauscher einer der Maschinen bereitgestellt. Für die Bilgenentwässerung sorgen eine elektrische Automatikpumpe und eine manuelle Pumpe in jedem Rumpf. Vier 85-Ah-Tiefenentladungs-Batterien (zwei pro Rumpf) werden von 35-A-Scheinwerfern geladen, die Verteilung erfolgt über das Navigationspanel an Steuerbord.
Das Fazit
Die Lagoon 37 ist eine durchdacht konstruierte kleine Katamaran-Fahrtenyacht, die dank der VPLP-Rümpfe, einer Monocoque-Balsa-Sandwichstruktur und des direkten Ruderspürens weit über ihre Länge hinausragt. Sie ist schwerer als ein reiner Regattakatamaran, belohnt aber mit viel Raum, Systemen im Charterstandard und überraschender Leichtwindgeschwindigkeit.
Vorteile
- Monocoque-Rumpf und Deck mit Balsakern und chemisch verklebtem Innenausbau
- Direkte Edson-Schaltung mit patentierten Seitenlast-Ruderlager
- Heller, geräumiger Salon im Masttopp mit Doppelkojen in den Vorschiffskabinen
- Hervorragende Leichtwind- und Vorwindleistung mit dokumentierten Regatta-Ergebnissen
Nachteile
- Das D/L-Verhältnis von 143 begrenzt die Geschwindigkeit des Performance-Mehrrumpfboots
- Die Version mit geringem Tiefgang ist am Wind schwächer als mit tiefem Kiel
- Motorzugang an Backbord nur über das Vorsteckschott







