Design und Konstruktion
Der Tobago 35 ist ein GFK-Katamaran mit einer Länge über alles von 10,6 Metern und einer Breite von 5,85 Metern bei einer Verdrängung von rund vier Tonnen. Ihr geringes Gewicht und ihre großzügige Segelfläche – ein 40 Quadratmeter Großsegel und eine 28 Quadratmeter Genua auf einem 7/8-Rigg – machen sie für ihre Größe sehr gut besegelt. Multihulls World beschrieb sie als schnelles Boot, das bei Wind ohne große Anstrengung auf 10 Knoten Geschwindigkeit kommt. Die Rümpfe tragen kurze Vorsteven und sehr kurze Skegs, die es dem Eigner ermöglichen, auch flache Reviere anzusteuern, die andere Katamarane ausschließen würden. Das Kajütdach trägt eine markante „Kappe“, die den Salon vor den vertikalen Sonnenstrahlen schützt. Die frühe Sandwich-Komposit-Erfahrung von Fountaine Pajot steckt hinter ihrem Rumpf und Deck mit Schaumkern, und das Walkaround-Deck führt zu Badeplattformen an beiden Seiten des Spiegels. (1)
Rigg und Handhabung
Die Kontrolle der Tobago 35 ist zentralisiert: Alle Trimmpunkte des Aluminiummasts laufen auf beiden Seiten zum Kajütdach zurück, alle Winschen sind selbstholend, und ein mit Lazyjacks gesteuertes Baumsystem ermöglicht das Reffen mit zwei Schlägen gleichzeitig. Das Standardsegelgarderobe besteht aus einem dreifach gerefften Dacron-Großsegel mit einer 120-prozentigen Rollfock mit UV-Schutz, wobei eine Cruising-Fock als Option angeboten wurde. Zwei 10-PS-Zweitakt-Yanmar-Dieselmotoren antreiben zwei Laderblätter eines 140-Liter-Tanks; Eigner, die mehr Fahrt wollten, konnten ein Square-Top-Großsegel, Gennaker und Faltpropeller hinzufügen, um das Boot zu einer wirklich spannenden Maschine zu machen. Die Polare versprechen 9 Knoten auf Halbwindkurs bei 20 Knoten Wind und gut über 10 Knoten im Vorsegeldampf – aber am Wind läuft sie nicht gut, was eine bekannte Schwäche dieser Plattform ist.
Unterbringung
Die Tobago 35 nutzt die Rümpfe ausschließlich für Schlafplätze und separate Nasszellen, sodass der zentrale Salon für das gemeinsame Leben reserviert ist. Pantry, Navigationstisch und Esstisch befinden sich alle in diesem geräumigen Salon, der teilweise durch den Decksaufbau geschützt ist, um vor Wetter zu schützen, während gleichzeitig ein Panoramablick erhalten bleibt. Eine Schiebetür aus Glas öffnet sich zu einer breiten Plicht, auf der sieben Personen zu Mittag essen können, ohne den Steuerstand an Steuerbord zu blockieren. Im Vorschiff spannt ein Trampolin die Rümpfe, auf dem sich die Crew sonnen kann. Bei der Drei-Kabinen-Aufteilung liegt die Eignerkabine an Backbord mit zwei Gästekabinen an Steuerbord; eine Zwei-Kojen-Version bot zwei Doppelkabinen und zwei Nasszellen sowie optionale Vorpiekkojen. Ein Lager unter dem Mastfuß speichert das Ankergeschirr, und ein großer Spiegelkasten bietet Zugang zum Kraftstoffabschalter.
Bekannte Schwachstellen
Der größte Nachteil bei der Handhabung ist die schwache Leistung am Wind, was eher auf die Geometrie von Rumpf und Rigg als auf einen Defekt zurückzuführen ist. Käufer und Eigner sollten die sehr kurzen Skegs und den kurzen Vorsteven als Vorteile für flache Gewässer betrachten, die jedoch bei Grundberührungen besondere Vorsicht erfordern.
Refits und Eignerschaft
Die Eignerschaft besteht überwiegend aus segelnden Paaren. Da nur 95 Einheiten gebaut wurden, sind Ersatzteile und das Wissen der Eignergemeinschaft dünn gesät im Vergleich zu späteren Fountaine Pajot-Katamaranen. Die Standardkapazitäten von 140 Litern Kraftstoff und 250 Litern Wasser eignen sich eher für Küstenfahrten und Inselhopping als für Langstrecken auf See ohne zusätzliche Tanks oder Wassermacher. Das Trampolin, die Walkaround-Decks und die breite Plicht sind wertvolle Elemente für gesellige Momente an Bord; der mit einer Decksschale geschützte Salon ist ein entscheidender Komfortfaktor.
Das Fazit
Die Tobago 35 ist eine leichte, breite und schnelle kleine Katamaran-Yacht, die am Wind weniger Leistung bietet, dafür aber Freiheit auf flachen Gewässern und einen gemütlichen zentralen Wohnbereich verspricht. Sie eignet sich am besten als Fahrtenyacht für das Küsten- und Archipelgebiet bei gutem Wetter und weniger als reines Am-Wind-Arbeitspferd.
Vorteile
- Schnell auf raumen Kursen und bei leichtem Wind leicht auf bis zu 10 Knoten zu trimmen
- Geringer Tiefgang mit kurzen Skegs für mutige Annäherungsoptionen
- Geräumiger, weitsichtiger Salon, der auf eine große Plicht öffnet
- Selbstholende Winschen und zentrale Riggsteuerungen erleichtern das Segeln mit kleiner Crew
Nachteile
- Schwache Leistung am Wind
- Die geringe Stückzahl führt zu einem schwächeren Support-Netzwerk als bei späteren Schwesterschiffen
- Bescheidene Kraftstoff- und Wasserkapazitäten für längere Autarkie









