Design und Konstruktion
Die 341 ist eine Einrumpfyacht für Fahrtensegeln und Clubregatten mit einem Langkiel-Rumpf mittlerer Verdrängung und einem für damalige Verhältnisse moderaten Ballast-Verdrängungs-Verhältnis. Ihr massiver GFK-Rumpf geht bis zur Wasserlinie durch, während das Überwasserschiff und das Deck ein Sandwich aus Balsaholzkern und Endgratfurnier verwenden. Rumpf und Deck sind im GFK-Laminat miteinander verbunden und über die Fußreling durchgebolzt (durchgebolzter Zusammenbau). Eine breite, massive GFK-Stütze umschließt den Rumpf, um lokale Spannungen zu verteilen. Alle Schotten und der Innenausbau sind von oben und unten einlaminiert. Der Standardkiel ist ein gusseiserner Flossenkiel auf Edelstahlbolzen; optional sind auch Versionen mit Blei-Kielschuh (geringer Tiefgang) und Hubkiel erhältlich. Das Ruder sitzt auf einem Aluminiumschaft und ist sehr tief – fast so tief wie der Kiel – mit einer großzügigen Lagerfläche. (1)
Rigg und Handhabung
Das siebenachtel-fractionierte Rigg trägt einen an Deck gesteppten, eloxierten Aluminium-Sparcraft-Mast auf einem Edelstahl-Innengestell (Kingpost), mit zwei Sets zurückgepfeilten Salingen und durchgehenden Wanten, die durch offene Wantenspanner gespannt sind. Die Segelfläche ist für die Verdrängung großzügig bemessen – ein 34,2 m² großes Großsegel mit Latten auf Rutgerson-Batt-Cars, eine 27,3 m² große Selbstwendefock und eine 36 m² große Genua – was zu einem hohen Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis führt, das das Boot agil hält. Das Selbstwendefock, das bei Serienbooten dieser Ära noch selten war, nimmt dem Wenden und Halsen alle Anstrengung. Testsegler fanden das Boot lebendig und feinfühlig auf allen Kursen zum Wind und leicht von zwei Personen unter voller Segelfläche zu handhaben. Dieses leichte, fast jollenartige Gefühl wird durch das Selbstwendefock verstärkt. Dennoch stellten Tester in Boating New Zealand eine spürbare Luvgierigkeit fest, die eine Trimm-Arbeit am Rigg erforderte, sowie eine Tendenz zum Sonnenschuss bei starken Böen, wenn das Ruder bei Überbesegelung wegrutschte. (2)
Unterbringung
Unter Deck bietet das Standardlayout zwei separate Doppelkabinen – eine lange V-Koje im Vorschiff mit Kleiderschrank und Garderobe sowie eine Achterkabine an Steuerbord mit eigenem Kleiderschrank – wobei auch eine Version mit drei Kabinen angeboten wurde. Der Salon verfügt über eine U-Lounge an Steuerbord um einen Holztisch, dessen Sockel gleichzeitig als Bar oder Getränkekühlschrank dient (optional mit klappbarem Tischdeckel), sowie einen Navigationstisch an Backbord, flankiert von Einzelkojen. Die Pantry achtern an Steuerbord beherbergt zwei tiefe, vertikale Edelstahlspülen, einen zweiflammigen Triton-Herd mit Backofen und einen 95-Liter-Obstkorb-Kühlschrank. Eine Nasszelle im Vorschiff mit separater Dusche und feuchter Abteiltür dient dem Boot. Der Innenausbau besteht aus Mahagonifurnier mit maschinell lackiertem Hochglanz und synthetischen Teak-Holly-Bodenbrettern; Rattan-Türen der Schränke und standardmäßige Vorhangschienen runden den Ausbau ab, ergänzt durch eine Stehhöhe von 1,90 m (6 ft 3 in) im Salon. Yacht and Boat Sales befand den Innenraum und die Verarbeitung auf der luxuriösen Seite des Komforts und die Leistung sowie das Handling auf einem echten Spitzenniveau. (1)
Ausrüstung und Systeme
Das Standard-Kits enthielt ein Warmwassersystem mit Druck, einen Simrad Log- und Tiefenmesser, eine Plastimo-Kompass, Lewmar- und Gebo-Luken, Harken-Winschen sowie einen Facnor Twinfoil-Rollantrieb für das Dacron-Vorsegel. Der Volvo Penta MD2020 Dreizylinder-Saildrive (mit 18 PS angegeben, anderswo mit 19 PS zitiert) befindet sich unter dem Niedergang und treibt einen festen Zweiflügelpropeller mit Klappfunktion an. Die Tanks unterteilen sich in einen 185-Liter-Polyethylen-Freshwatertank unter der vorderen Koje, einen Edelstahl-Kraftstofftank mit Absperrventilen unter der Steuerbord-Achterkoje und einen 60-Liter-Edelstahl-Fäkalientank. Die Seeventile sind als Kugelhähne ausgeführt, und die Verkabelung verfügt über zusätzliche Leitungen für weitere Elektronik.
Bekannte Schwachstellen
Der geschlossene Spiegel der Plicht lässt sich nicht zur Badeplattform öffnen, und das Verhalten des Ruders bei starken Böen ist laut den Testbeobachtungen von Boating New Zealand eine Frage der Trimmmöglichkeiten und nicht der Konstruktion.
Das Fazit
Die Hanse 341 verdient ihren Titel als Yacht des Jahres durch die Kombination eines gut strukturierten Rumpfes mit einem Selbstwendefock-Rigg, das das Segeln mit kleiner Crew wirklich einfach macht, und gleichzeitig durch ein hohes Segelfläche-Verhältnis und eine direkte Ruderantwort. Sie ist unter Deck komfortabel, ohne auf den praktischen Tankzugang und die Kabelreserve zu verzichten, die langfristige Eigner schätzen.
Vorteile
- Die Selbstwendefock und das Lazy-Jack-Großsegel machen das Segeln mit zwei Personen mühelos
- Konstruktiv extrem robust: GFK-Schotten, Pütting-Geräteträger, durchgebolzte Decksaufbauverbindung
- Hochglänzendes Interieur mit echter Stehhöhe und cleverem Stauraum
Nachteile
- Spürbare Luvgierigkeit und Tendenz zum Sonnenschuss erfordern aktiven Trimm des Riggs
- Der geschlossene Spiegel schränkt den direkten Zugang zur Badeplattform ein
- Das tiefe Ruder kann bei zu viel Segelfläche in den Winden ins Schleudern geraten







