Design und Konstruktion
Die Bavaria 34 ist ein relativ leichtes Boot mit dem typischen Ballastanteil einer modernen Serien-Fahrtenyacht mit einem tiefen, gusseisernen Flossenkiel und Bulbkiel-Anker. Die Werft hat den Innenraum im unteren Bereich so ausgebaut, dass er robust und gut verarbeitet wirkt. Mit 9.900 Pfund ist sie keine Leichtgewicht-Hantel, doch ihr Ballastanteil von 31 Prozent und das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 20,96 ordnen sie eindeutig in die Kategorie der berechenbaren, unkomplizierten Fahrtenyachten statt in den regattaorientierten Bereich des Spektrums. (1)
Rigg und Handhabung
An Deck ist die Bavaria 34 gut aufgeteilt, und die Qualität der Beschläge liegt über dem Durchschnitt. Sie verfügt über zweistufige Harken 48ST-Großschotwinschen und eingleisige 16ST-Fallwinschen, die sich für das Segeln mit kleiner Crew eignen. Die Plicht lässt sich auch einhand gut bedienen, obwohl die Winschen so weit achtern positioniert sind, dass es für jeden außer dem Steuermann etwas knifflig ist, sie zu bedienen. Die meisten 34er verließen die Werft mit einer Rollgroßsegel-Anlage im Mast, aber sie segelt wahrscheinlich etwas schneller unter einem klassisch gerefften Großsegel mit seiner größeren Fläche. Unter Segeln verhält sie sich gutmütig und berechenbar, mit leichtem, direktem Rudergefühl und nur sehr geringer Luvgierigkeit, selbst wenn sie hart gesegelt wird; das Ruder verliert jedoch an Wirkung, wenn man sie bei böigen Bedingungen überzügelt. Sie ist unter normalen Bedingungen akzeptabel steif, erfordert jedoch das erste Reff bereits bei etwa 15 Knoten Wind. Ihr flacher Vorfuß sorgt für eine recht gute Agilität, kann jedoch zu hartem Einsetzen in Kabbelwasser führen, was den Vortrieb bremst, es sei denn, man legt ab. (1)
Unterbringung
Unter Deck bevorzugt die Bavaria 34 ein praktisches, schlichtes Layout: Gerade Sofakojen dienen gleichzeitig als solide Seekojen, ein nach vorn gerichteter Kartentisch steht dort, wo der Navigator ihn nutzen kann, und eine Nasszelle am Fuß der Niedergangstreppe – idealerweise mit einer feuchten Abteileinrichtung im Inneren – hält Spritzer vom Salon fern. Die Stehhöhe ist gut, die Belüftung und das natürliche Licht sind reichlich vorhanden, und die Stauraummöglichkeiten sind besser als bei vielen Yachten dieser Ära. Sie bietet problemlos Schlafplätze für sechs Personen, und durch den Aufklappmechanismus der Rückenlehnen werden die Kojen verbreitert, während die Matratzen tagsüber verdeckt bleiben. Die Pantry ist auf See gut nutzbar und für Mahlzeiten für sechs Personen gut ausgestattet, obwohl sie etwas zu schmal ist und der Koch beim Zubereiten des Abendessens nicht leicht an den Kühlschrank herankommt.
Bekannte Schwachstellen und Eignung
Die Bavaria 34 eignet sich nicht für lange Offshore-Passagen ohne erhebliche Upgrades am Anker, vor allem weil ihr der Platz für die zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände und Maschinen fehlt, die die meisten Fahrtensegler auf See benötigen – insbesondere die Drei-Kabinen-Version verfügt nur über zwei flache Backskisten. Sie bleibt jedoch ein ideales Einsteigerboot für eine junge Familie und eine leicht zu handhabende Fahrtenyacht für ein älteres Paar, das oft allein segelt. (1)
Das Fazit
Die Bavaria 34 ist eine vernünftige, unkomplizierte Fahrtenyacht für Küstenfahrten und Wochenendtörns, die in puncto Wohnlichkeit weit über ihre Länge hinausragt und dennoch von zwei Personen leicht zu handhaben ist. Ihre Decksbeschläge und die Cockpit-Geometrie begünstigen das Segeln mit kleiner Crew, und ihr Innenraum ist praktisch statt luxuriös. Die Grenzen sind klar: Sie ist kein hochseetaugliches Boot ohne Aufwand, und ihre Pantry sowie die Stauflächen im Cockpit zeigen den Kompromiss eines auf Volumen getrimmten Serienbaus.
Vorteile
- Leichtes, direktes Rudergefühl mit minimalem Luvgierigkeit
- Praktischer, schlichter Innenraum mit gutem Stauraum und Seekojen
- Gut aufgelegtes Deck mit überdurchschnittlichen Winschen und einer für kleine Crews geeigneten Plicht
- Breite und Stehhöhe sorgen für eine im Vergleich zu dieser Größe selten anzutreffende Wohnlichkeit mit sechs Kojen
Nachteile
- Der flache Vorfuß schlägt bei rauer See ein und verlangsamt das Boot
- Das Ruder verliert an Wirkung, wenn es bei Böen überbesegelt wird
- Die enge Pantry schränkt die Bewegungsfreiheit des Kochs ein
- Nicht für den langfristigen Einsatz auf See ohne erhebliche Upgrades geeignet










