Design und Konstruktion
Bavaria Yachts nutzte deutsche Ingenieurskunst für den Bau der Cruiser 34. Das Ergebnis ist ein Sandwich-Rumpf und -Deck mit Schaumkern, die im Infusionsverfahren statt nach älteren Methoden laminiert wurden. Dies führt zu einer leichteren Struktur, bei der die Leerverdrängung unter 12.000 Pfund bleibt. Dies war das erste infundierte Boot in der Bavaria-Linie, wobei auch andere Modelle diesen Ansatz folgen werden. Derselbe Rumpf hatte zuvor die Bavaria 32 und 33 getragen, bevor er in die 34 übernommen wurde. Zu den hochwertigen Details im Innenraum und in der Plicht gehören spitz zulaufende Holzarbeiten, massive Holztürrahmen und -sprossen sowie eine Auswahl an Holzoberflächen. Zudem bietet Bavaria reichlich Handläufe, sodass man sich in der Plicht oder unter Deck immer festhalten kann. Das Boot ist nach CE-Kategorie A für Rettungswesten zugelassen. (1)
Rigg und Handhabung
Die Cruiser 34 ist mit einem Seldén-Rigg mit zwei Salingen und an Deck stehendem Baum ausgestattet, das über einen starren Baumniederholer verfügt, wodurch ein Topping-Lift überflüssig wird. Der Segelplan ist bewusst einfach gehalten: ein traditionelles Dacron-Großsegel, Lazy-Jacks und eine Segeltasche, wobei Mastfurlung und Tri-Radial-Segel als Optionen erhältlich sind. Kurze Vorsegel-Schienen befinden sich auf dem Kajütdach für engere Schotwinkel, und die Wanten sind ganz außenliegend gefahren, was eine freie Bahn nach vorn entlang der Seitendecks ermöglicht. Ein deutsches Großschotsystem ist Standard. Auf dem Wasser zeigt sich das Boot mit hervorragenden und sehr sicheren Segeleigenschaften; Tester empfanden es als agil und spaßig zu segeln. Bei 18 bis 20 Knoten wahrem Wind segelte sie mit 6,6 Knoten Geschwindigkeit bei einem scheinbaren Windwinkel von 45 Grad, beschleunigte auf 7,3 Knoten, wenn sie auf 60 Grad zurückgefallen wurde, und lief vor dem Wind noch immer mit 6,2 Knoten bei 150 Grad ab. Selbst bei einer kurzen Wasserlinie konnte sich eine gute Geschwindigkeit erzielen, und mit gerefften Segeln sorgen der 20 PS starke Volvo Penta Diesel und der dreiflügelige Faltpropeller für eine agile Fahrt unter Motor, wobei sie bei voll aufgedrehtem Gas auf 7,3 Knoten kommen. (1)
Unterbringung
Die Cruiser 34 wird in zwei- oder dreikabinen-Versionen angeboten und ist möglicherweise das kleinste Boot auf dem Markt, das drei Kabinen bietet. Bei der Dreikabinen-Aufteilung ist die Stauraumkapazität in der Plicht auf zwei kleine Backskisten im Achterschiff beschränkt. Die Zwei-Kabinen-Version öffnet eine tiefe Backskiste in der Backskiste des Backbordcockpits und verleiht der Steuerbord-Achterkabine mehr Breite. Zudem wird die Nasszelle weiter nach achtern verlegt und vergrößert, was Platz für einen kleinen, nach achtern gerichteten Navigationstisch schafft, der einen Sitz mit der Backbordsitzbank teilt. Keine der beiden Aufteilungen verfügt über eine separate Duschkabine. Die gegenüberliegende U-förmige Pantry hat eine einzelne Spüle, einen zweiflammigen Herd und einen obenauf zu öffnenden Kühlschrank. Sie ist nicht groß, aber ausreichend für Wochenend- oder längere Törns. Der Salon bietet Platz für sechs Personen oder mehr um einen Klapp-Tisch unter zwei Luken. Mit offenem Eignerkajüttür wirkt das Boot besonders geräumig und einladend. Die Anordnung von Pantry, Salon und Vorschiffskabine bleibt bei beiden Layouts unverändert.
Plicht und Decksbeschlag
Die XXL-Plicht ist angenehm geräumig und funktional ausgestattet mit einem Tisch mit integriertem Stauraum, Becherhaltern und einer Lichtsteckdose. Eine absenkbare Badeplattform – manuell, aber so gut ausbalanciert, dass sie sich mit einer Hand schließen lässt – erleichtert das Einsteigen, und ein serienmäßiges Teakdeck bedeckt den Plichtboden, die Sitzbänke und die Badeplattform, wobei optionale Teak-Seitendecks erhältlich sind. Käufer können zwischen einer oder zwei Steuerständen wählen; die Version mit Einzelradsteuerung montiert eine große Radsteuerung achtern des Plichttisches mit einem Garmin 721 Display, Windinstrumenten und Kompass, während die Version mit Doppelradsteuerung die Windinstrumente und den Autopiloten neben dem Steuerrad an Steuerbord platziert. Breite Seitenschotts erleichtern das Beladen von Proviant, und eine elektrische horizontale Ankerwinde mit Fernbedienung befindet sich hinter der Rollfock.
Bekannte Schwachstellen
Bei der Probefahrt kamen einige ergonomische Mängel zutage, keine strukturellen Schäden. In einem Artikel für das SAIL Magazine stellten Testsegler fest, dass die Seereling etwas zu niedrig liegt, insbesondere für größere Segler, und bei deutlichem Krängen ist eine gute Fußstütze am Steuerrad nicht einfach zu finden; die Steuerstände selbst verfügen über keine Fußstützen. Die beiden Lewmar-Hauwinschen auf dem Cockpitsüll sind vom Steuerrad aus etwas weit entfernt, und die Großschot ist auf diesem im Grunde familiären Boot für den Steuermann nicht leicht erreichbar. Bei der Version mit zwei Steuerständen ist der Kartenplotter beim Steuern schlechter einsehbar, und das Achterstag behindert den Steuermann, der am Wind sitzt. Der klappbare Spiegel ist nicht besonders breit, und die Heckkorb-Schiene drückt gegen den Rücken des Steuermanns. Auch die Crew brauchte Zeit, um sich an die Wende und das Bedienen der Vorliekschoten im neuen Layout zu gewöhnen.
Das Fazit
Die Cruiser 34-2 fasst eine Menge Fahrtauglichkeit in einen unter 33 Fuß langen Rumpf – dank Sandwichbauweise, einer einfachen und effektiven Farr-Takelung sowie eines flexiblen Zwei- oder Drei-Kabinen-Innenausbaus, der weit über seine Länge hinausragt. Sie segelt sicher und schnell, läuft gut unter Motor und verleiht Details sorgfältige Verarbeitung. Die Kritikpunkte betreffen eher die Ergonomie der Plicht und den Komfort am Ruder bei Krängung als ein Manko des Bootes selbst.
Vorteile
- Der mit Schaumstoff infundierte Rumpf und das Deck halten die Verdrängung niedrig – ein Novum bei Bavaria
- Einfaches, gut durchdachtes Rigg mit außenliegenden Wanten und freien Seitendecks
- Echte Drei-Kabinen-Option im kleinsten Boot, das sie überhaupt anbietet
- Starke Leistung bei leichtem Wind bis frischer Brise unter Segeln und Motor
Nachteile
- Niedrige Seereling und fehlende Fußstützen am Steuerstand erschweren höheren Seglern das Halten bei Krängung
- Die primären Winschen und die Reichweite der Großschot vom Rad aus sind unhandlich
- Das Drei-Kabinen-Layout geht auf Kosten von Stauraum in der Plicht und einer größeren Nasszelle








