Design und Konstruktion
Vismara machte die 34.1 relativ leicht und stattete sie mit einem tiefen Bleikiel mit hoher Streckung und leichtem Bogen am Ende aus, kombiniert mit einer Flossenkiel-Konfiguration und einer leichten Neigung des Vorstevens. Der Rumpf ist aus GFK und wurde von der italienischen Werft Cantiere del Pardo gebaut. Die Püttinge sind weit innen positioniert, um ein Überschneidungsverhältnis des Vorsegels von rund 140 Prozent zu ermöglichen. Das tiefe Ruder sorgt für gute Kursstabilität, und Tester stellten fest, dass das Steuerrad oder die Pinne leicht blieb, wobei bei stärkerem Wind nur ein kleiner Sonnenschuss zu verzeichnen war. Ein im Gutachten untersuchtes Exemplar war absolut trocken, und der gesamte Entwurf wurde unter Berücksichtigung des IMS-Rating-Systems und nicht unter Berücksichtigung der späteren Regelnänderungen im nordischen Raum gezeichnet. (1)
Rigg und Handhabung
Die 34.1 ist mit einem Masttopprigg auf einem durchgesteckten Mast ausgestattet, wobei der Traveller der Großschot wie bei zeitgenössischen deutschen und skandinavischen Sportbooten quer über das Heck verläuft. Sie wurde für eine großzügige Segelfläche – etwa 600 Quadratfuß – konzipiert, und ein abnehmbares Dyneema-Innengestag ermöglicht es, das Boot mit einer 4-Fuß-Spanning und einem schlaff gerefften Großsegel zu reduzieren, sobald der Wind über 25 Knoten auffrischt. Yachting Monthly fand sie schnell, robust, stilvoll und leicht zu handhaben. Ihr Ruf als Leichtwindboot ist absolut berechtigt: Tester berichteten, dass sie bereits bei etwa acht Knoten scheinbarem Wind Fahrt aufnimmt, selbst mit einer 120-prozentigen Vorsegel. Sie läuft schnell hoch und krängt leicht, verliert jedoch bei zunehmendem Wind nicht an Kraft. Überraschend ist zudem, wie leicht sie sich auch dann noch steuern lässt, wenn das Dollbord im Wasser liegt, da der Ruderdruck fast neutral bleibt. Eigner berichten, dass die originale Pinne so kurz war, dass sie das Ruder unangenehm schwer machte – ein kleiner Kompromiss, den man bei einem Boot, das sonst als Segelspaß pur beschrieben wird, kennen sollte. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist der Innenraum traditionell aufgeteilt und mit hellem Mahagoni sowie sauber miteinander verleimten Massivholzleisten hübsch ausgestattet. Die Stehhöhe liegt bei über 1,80 m, die Kojen sind großzügig dimensioniert und die Salonsofakojen sind mit Leesegeln für den Einsatz auf See ausgestattet. Ein großzügiger Kartentisch befindet sich gegenüber der Pantry und bietet die für Seereisen nötige Praktikabilität, die ohne viel Aufwand zu den Qualitäten des Bootes passt.
Bekannte Schwachstellen
Der einzige dokumentierte ergonomische Mangel ist die originale Pinne, die von Eignern als zu kurz beschrieben wird, was das Steuern unangenehm schwer macht – ein Punkt, der gegen die ansonsten für das Boot bekannte leichte und neutrale Ruderlage abgewogen werden muss.
Das Fazit
Die Grand Soleil 34.1 ist nach allen technischen und ästhetischen Maßstäben ein hübsches Boot. Als von Vismara entworfene 34.1 belohnt sie den Segler, der eine agile Reaktion bei leichtem Wind sucht, ohne die Gelassenheit zu verlieren, wenn es windig wird. Ihre Püttinge im Innenkiel, ihr tiefer Bleikiel mit hoher Streckung und die IMS-Gene machen sie zu einer durchdachten Alternative zu den bekannteren Markennamen ihrer Ära.
Vorteile
- Leicht, schnell anspringend und berühmt für seine neutrale Ruderlage, selbst bei starker Krängung
- Läuft gut bei acht Knoten scheinbarem Wind mit einem 120-prozentigen Vorsegel
- Traditionelles, mahagonifiniertes Interieur mit über sechs Fuß Stehhöhe und seetüchtige Leecloths
- Tiefes Ruder und trockenes Verhalten des Rumpfes nach Berichten von Testern
Nachteile
- Die originale Pinne war nach Berichten der Eigner zu kurz und machte das Steuern unangenehm schwer
- Der leicht ausgestellte Kielspitzenbereich statt eines echten Bulbs schränkt einige Vergleiche mit späteren Konstruktionen ein



