Design und Konstruktion
Der Rumpf der 94 Kutter greift deutlich in die traditionellen Linien schwedischer Fischerboote zurück, zeichnet sich jedoch durch einen ausgeprägteren Langkiel und ein Kanuheck aus, was sie von ihren Vorfahren unterscheidet. Der Kiel ist eine einzige, in Stahl eingegossene Einheit, die tief im Bilgenbereich liegt. Mit einem Tiefgang von 1,15 m und einem Gewicht von 1,8 Tonnen (3.970 lbs) befindet er sich innerhalb eines Verdrängerrumpfes mit 5,2 Tonnen Verdrängung, einer Deckslänge von 9,40 m und einer Breite von 3,25 m. Mit einer Verdrängung von 11.465 lbs und 3.968 lbs Ballast sitzt das Boot fest im Wasser; der in Stahl eingegossene Kiel ist die einzige verfügbare Kieloption. Die Plicht wird durch eine Steuerhaus-Konstruktion geschützt, die in zwei Windscreen-Winkeln angeboten wird. Die spätere Version verfügt über eine etwas größere Segelfläche als die frühere Version mit dem stärker vertikalen Windschutzscheiben-Design. (1)
Rigg und Handhabung
Trotz einer moderaten Segelfläche von 355 Quadratfuß inklusive Fock – bescheiden für ein 31-Fuß-Boot – segelt die 94 Kutter überraschend gut für ihre Größe und wendet bei leichtem Wind sauber ohne Motorunterstützung. Das Slup-Rigg trägt einen einzelnen Mast mit Saling und eine Rollgenua, wobei das Großsegel entweder durch klassisches Reffen oder Lazy-Jacks und Stack-Pack bedient wird; einige Boote rüsten für stärkere Winde mit einem Kutterstag und Stagsegel auf. In der Zeitschrift Sail schrieben Tester, dass es sich um ein Boot handelt, das Sie sicher und stilvoll überall hinfahren lässt, solide gebaut und einfach zu handhaben – keine Regattayacht, aber auch kein Schlappschiff. Die Fachpresse lobte den Entwurf im Allgemeinen für seine Qualität, Komfort und Seetüchtigkeit. Einzelne 94er haben den Atlantik in überraschend kurzer Zeit überquert, und einige Eigner machten anschließend die Weltumsegelung. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die 94 Kutter bis zu vier Personen Schlafplätze in zwei Kabinen – eine V-Koje im Vorschiff und eine Doppelkoje achtern – mit einer umbaubaren Salonsofakoje als zusätzlicher Schlafmöglichkeit. Der Innenraum besticht durch reichlich Stauraum und ein geräumiges, elegantes Ambiente, das von Eignern besonders geschätzt wird. Die gemütliche, geschützte Steuerhaus-Pflicht im Cockpit sorgt bei langen Törns bei schlechtem Wetter immer wieder für Lob der Eigner. Die 150-Liter-Diesel- und Frischwassertanks unterstützen autarke Törns, ohne den Wohnbereich einzuschränken.
Motor und Ausrüstung
Die Motorisierung mit Volvo Penta ist großzügig bemessen und reicht von der MD 17 bis zum späteren Turbo Diesel aus dem Jahr 2003, der 36/43 PS am Kurbelwellenende leistet. Eigner berichten über einen zuverlässigen und kraftvollen Motor – ein wichtiger Vorteil bei einem Rumpf im Motorsailer-Stil, bei dem der Hilfsantrieb regelmäßig zum Einsatz kommt. Die Durchfahrtshöhe schließt Windex oder Antennen bei 11,22 m aus, und die Transporthöhe beträgt 2,74 m ohne Steuerhaus oder 3,44 m mit installiertem Steuerhaus.
Das Fazit
Die Hallberg-Rassy 94 Kutter ist eine markante, in geringer Stückzahl gebaute Fahrtenyacht mit Pilothouse, die reine Geschwindigkeit gegen geschützte Kontrollmöglichkeiten und einen seegängigen Langkielrumpf eintauscht. Eigner behalten ihre Boote oft jahrelang, und Atlantik- sowie Weltumsegelungen einzelner Yachten belegen ein hochseetaugliches Charakteristikum, das in einem komfortablen, traditionellen Paket verpackt ist.
Vorteile
- Vollständig in Stahl eingegossener Kiel tief in der Bilge, keine externen Kielbolzen
- Schutzbereitete Steuerhaus mit zwei Windschutzscheiben-Versionen
- Wenden ohne Motor bei leichtem Wind; überraschend schnell für einen Motoryachtler
- Vier Kojen mit reichlich Stauraum und einem eleganten Innenraum
- Zuverlässiger, kraftvoller Volvo Penta Diesel (MD17 bis 2003 Turbo)
Nachteile
- Die moderate Segelfläche begrenzt die reine Leistung
- Nur eine Kiel-/Tiefgangsoption (1,15 m)
- Füllerer Rumpf als andere Hallberg-Rassy-Entwürfe dieser Ära









