Design und Konstruktion
Der Rumpf der 312 ist aus massivem GFK gefertigt, mit Längsträgern verstärkt und im Spritzgussverfahren hergestellt, während das Deck ein laminiertes GFK-Sandwich ist. Der Kiel ist keine angebolzte Flosse, sondern Teil des Rumpfes selbst. Er wurde von innen mit Eisenballast gefüllt, anschließend mit Harz ausgegossen und überlaminiert. Der angegebene Ballast beträgt 2,2 Tonnen bei einer Verdrängung von 4,9 Tonnen – ein Anteil von 45 Prozent, den YACHT als hoch bezeichnete. Zusammen mit dem moderaten Langkiel machte dies das Boot gutmütig. Ein tiefer V-förmiger Unterwasserschiffbereich unter der Wasserlinie sorgt dafür, dass sie sanft in die Wellen eintaucht. Alle Schotten und das Deck sind mit dem Rumpf laminiert. Der Mast steht an Deck auf dem Hauptschott mit einem hölzernen Mastfuß dahinter; die Püttinge sind mit massiven Knien verbolzt, die ebenfalls mit dem Rumpf verlaminiert sind. Die Werft baute die 312 unter der ständigen Aufsicht eines externen Inspektors von Lloyd's Register of Shipping – ein Detail, das die Disziplin der Serienproduktion hinter einem relativ kleinen Boot unterstreicht. (1)
Rigg und Handhabung
Der Segelplan wurde über die gesamte Modellgeschichte hinweg nie geändert: eine Masttoppslup mit einem 19 m² großen Großsegel und einer rollbaren Genua von 33 m² (45 m² inklusive Fock), Masthöhe 13,73 m über der Wasserlinie. YACHT befand, dass die 312 selbst bei leichtem Wind sehr gut segelt, was sie von dem Ruf einiger kleiner Fahrtenyachten als träge bei schwachem Wind befreit. Die Plicht ist mit einer Länge von 1,95 m kompakt – mehr als drei Erwachsene würden sich dort nicht lange gegenseitig im Weg sitzen –, aber sie trägt das feste Windschott, das frühzeitig zum Markenzeichen der Werft wurde. Dieses Schott lässt sich vor Anker in der Mitte für Belüftung öffnen. Ein großer Ankerkasten befindet sich auf dem Vordeck, und zwei Dorade-Kästen auf dem Kajütaufbau sorgen für Luftzirkulation unter Deck. (1)
Unterbringung
Der Innenraum ist in mattem Mahagoni-Lack gehalten, wobei Rassy-typische Formica-Oberflächen in der Pantry und im Navigationsbereich die einzigen optischen Ausnahmen darstellen. Der Salon ist konventionell gestaltet, mit längsschiffs angeordneten Sofakojen an Backbord und einer L-förmigen Sitzecke an Steuerbord, die um einen großen, mittschiffs positionierten Klapptisch gruppiert sind. Die Pantry befindet sich an Backbord und ist praktisch ausgestattet: Das Testboot verfügte über eine seetüchtige Doppelspüle, einen halb-kardanisch aufgehängten Gasherd mit Backofen und einen obenauf zu öffnenden Kühlschrank, während der Müllbehälter vorne untergebracht ist und über eine Luke von der Pantry aus zugänglich ist.
Die Mark I, gebaut bis 1986 und an den im blauen Rumpfband eingelassenen Luken zu erkennen, wurde mit oder ohne Achterkoje ausgeliefert; die Versionen ohne Achterkoje erhielten einen zusätzlichen Backskisten-Locker an Steuerbord. Die Mk II, die 1986 eingeführt wurde, verlegte die vergrößerten Luken nach oben in das Kajütdach, versetzte die gesamte Aufbauten- und Cockpitstruktur um einige Zentimeter nach achtern, um mehr Platz im Salon zu schaffen, und erhöhte das Kajütdach – die Stehhöhe stieg laut Werftangaben von 1,83 m auf 1,85 m, während YACHT für den Salon der Mk II 1,87 m angibt. Die Mk II machte die Achterkoje zur Standardausstattung, trennte die Nasszelle vom breiten Layout des früheren Bootes ab und installierte eine Duschkabine in diesem neuen, separaten Nassbereich, wobei die Abwässer in einen ein Meter tiefen Bilgensumpf geleitet wurden. Eine Hundeplattform, die an dem Navigationsbereich befestigt war, wurde bei Mk II-Booten nachträglich als Standardoption eingeführt. Die Länge der Vorschiffskoje variierte von 200 cm bei den ältesten Booten bis auf 190 cm bei den neuesten Modellen. Im Jahr 1980 befand die Fachzeitschrift YACHT das Layout als komfortabel einsetzbar für eine vierköpfige Crew mit gelegentlichen Gästen.
Bekannte Schwachstellen
Das Teakdeck war nicht vollständig mit dem Substrat verklebt und wird je nach Beanspruchung früher oder später zu einem Problembereich, da das Teakdeck nicht fest mit dem Untergrund verbunden ist. (1)
Das Fazit
Die Hallberg-Rassy 312 ist eine durchdacht weiterentwickelte kleine Fahrtenyacht, deren zweijährige Bauzeit das Interieur verfeinerte, ohne die hochgelobte Rumpf- und Riggkonstruktion zu beeinträchtigen. Der integrierte Kiel-in-der-Rumpf-Konstruktion und der von Lloyd's überwachte Bau zeugen von hohen Qualitätsstandards, und die kompakte, aber gut geschützte Plicht mit dem klappbaren Windschutzscheiben bleibt ein herausragendes Merkmal. Das wichtigste Augemerkel gilt jedoch dem teilweise laminierten Teakdeck.
Vorteile
- Hoher Ballastanteil von 45 Prozent mit moderatem Langkiel und tiefem V-Rumpf für ein weiches, gutmütiges Seeverhalten
- Die Mk II bietet eine separate Nasszelle mit Dusche, eine Standard-Achterkoje und erhöhte Stehhöhe
- Anerkannte Segelleistung selbst bei leichtem Wind; praktische Pantry an Backbord
- Lloyd's-überwachte Konstruktion; integrierter Eisenballastkiel im Rumpfinnenbereich
Nachteile
- Das Teakdeck ist nicht vollständig verklebt und neigt im Laufe der Jahre zu Problemen durch Nutzung
- Die kompakte Plicht mit 1,95 m begrenzt den Sitzkomfort der Crew
- Die Vorschiffskojen schrumpfen bei späteren Booten auf 190 cm








