Rumpfform und Konstruktion
Was den Rumpf auf den ersten Blick auszeichnet, ist das umgekehrte Krängen des Vorstevens, kombiniert mit einem Deckssprung, der fast absolut gerade verläuft. Ein Kimm sitzt hoch am Überwasserschiff im Spiegel und verläuft in einer fast geraden Linie nach vorn zum Vorstevenknie; oberhalb dieser Kimm sind die Bordwände am Spiegel in einer geraden Linie abgeschnitten – eine Entscheidung, die der Konstruktion dient, um die Segellänge und Stabilität zu maximieren. Bei einer Breite von 11 Fuß 10 Zoll auf einem 35 Fuß 1 Zoll langen Rumpf liegt das Verhältnis von Länge zu Breite bei 2,88, was ein für seine Länge sehr breites Boot bedeutet. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 178 sorgt dafür, dass der Rumpf bei einer Verdrängung von 10.803 Pfund für seine Größe leicht bleibt. Der breite Heckspiegel ist eine praktische Entscheidung: Es sind Doppelruder installiert, sodass bei einem so breiten Heck zumindest ein Ruder bei starkem Krängungswinkel im Wasser bleibt. (1)
Rigg und Segelleistung
Das Rigg ist als 7/8-Slup mit ähnlichen Proportionen wie der X94 ausgelegt – im Grunde ein Rigg mit zwei Salingen und einer Segelfläche von rund 90 % –, und auch der Segelplan zeichnet sich durch ein schlankes Profil aus. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 25,05 verfügt das Boot über echten Vortrieb bei leichtem Wind, und die Segelfläche von 71,2 Quadratfuß wird über eine große Plicht geregelt, wobei der Traveller der Großschot achtern des Ruderkopfes montiert ist. Es gibt keine Beschickung für überlappende Genuas, sodass das Boot um nicht überlappende Vorsegel herum konstruiert ist, während ein 28-Zoll-Bugspriet den Wendepunkt für die Genua-Bergeschlaufe bildet. Der 30 PS starke Hilfsmotor bewegt einen Rumpf, der mit einem Tiefgang von 2,18 Metern eindeutig auf die sportliche Seite der Regatta-/Fahrtenyacht-Formel getrimmt ist. (1)
Unterbringung
Der Innenraum zahlt sich für die große Plicht mit einem reduzierten nutzbaren Volumen unter Deck aus. Der Niedergang ist bemerkenswert weit nach vorn verlegt, und von dort aus verläuft die Aufteilung mit V-Kojen im Vorschiff, dann einer Nasszelle an Steuerbord mit einem großen Backskisten-Lagerplatz dahinter. Die Pantry und der Navigationstisch liegen sich gegenüber an Backbord und Steuerbord, und der Kompromiss ist klar: Der Navigationstisch ist großzügig dimensioniert, während die Pantry zu klein geraten ist. Eine Doppelkoje in der Achterpiek an Backbord bietet viel Schlafplatz, aber der Zugang ist so eng, dass ein Rezensent offen bezweifelte, ob man bequem hineinpassen kann. (1)
Das Fazit
Die Grand Soleil 34 ist eine moderne Neuinterpretation eines legendären Namens, gebaut für Segler, die Geschwindigkeit und ein zielgerichtetes Decks-Layout über großzügigen Platz unter Deck stellen. Sie ist eine breite, leichte Plattform mit Doppelruderanlage, einem hohen Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis und einer für anspruchsvolles Segeln aufgestellten Plicht. Der Kompromiss bei der Aufteilung unter Deck ist jedoch spürbar, insbesondere die Pantry ist sehr eng.
Vorteile
- Leistungsorientierte Regatta-/Fahrtenyacht mit einem SA/D von 25,05 für guten Vortrieb bei leichtem Wind
- Rumpf über die gesamte Breite mit Doppelruder für hervorragende Kontrolle bei starker Krängung
- Vorsteuerbord-Einstieg und großzügige Navigationsecke im Layout
- Große Plicht mit Traveller achtern des Ruderkopfes für saubere Bedienung der Großschot
Nachteile
- Verringertes Innenraumvolumen durch die große Plicht
- Zu kleine Pantry gegenüber der großzügigen Navigationsecke
- Eingeschränkter Zugang zur Doppelkoje im Backbord-Achterdeck
- Keine Vorrichtung für das Schotenlegen einer überlappenden Genua








