Design und Konstruktion
Die entscheidende strukturelle Wahl der 105M ist ein einteiliger, laminiert geformter Rumpf und Deck, die zusammen ein steifes Brückendeck bilden. Dieses ist an einer Flanschverbindung befestigt und alle vier Zoll durch ein PVC-Decksbrett durchgebolzt, das die Naht verdeckt. Smith lehnte Sandwichrümpfe kategorisch ab und baute den handaufgelegten GFK-Rumpf für maximale Festigkeit und Einfachheit massiv, schützte ihn jedoch mit einem Barrierefilm und Vinylesterharz vor Osmoseblasen. Allein das Deck ist in den horizontalen Bereichen mit einem Kern aus halben Zoll Balsaholz ausgeführt. Unter Deck nimmt die Höhe des Brückendecks von 39 Zoll im Bug auf 24 Zoll am Mastfuß und 15 Zoll unter dem Steuerstand ab, bevor sie sich zum Motor hin wieder erhöht. Dieses Profil sorgt für viel Kabinenvolumen bei geringer Breite. Das Verhältnis von Länge zu Breite liegt bei etwa 9 zu 1, und die schmalen Rümpfe mit einziehbaren Schwertern weisen bei aufgeholten Schwertern einen Tiefgang von nur 18 Zoll auf. (1)
Rigg und Handhabung
Die 105M ist mit einem Masttopprigg mit zwei Salingen und einer Durchfahrtshöhe von 45 Fuß, einem langen Traveller für das Großschot am Achterkorb (End-Boom-Schotsystem) sowie Genuaschienen ausgestattet, die durch den Kajütaufbau verlaufen. Zwei selbstholende Winschen befinden sich am Heckende des Kajütaufbaus, die Fallen sind nach achtern geführt und das Standard-Rigg ist als Bindereff (Slab-reef) statt als Großsegel mit Volllatten getakelt. Die Steuerung erfolgt über Teleflex Push-Pull-Kabel zu einem Paar aufholbaren Rudern, wobei sich das Steuerrad an der Steuerbordseite des Schotts befindet. Probefahrer fanden sie schnell: Unter voller Großsegel und einer kleinen Genua lief sie bei 15 Knoten Wind mit über 8 Knoten Geschwindigkeit, hielt 7,5 Knoten bei 50 Grad scheinbarem Wind und 7 Knoten bei 45 Grad, erreichte dann auf Halbwindkurs 10 bis 11 Knoten und kam in Böen auf 12 Knoten. Sie drehte leicht und beschleunigte schnell, obwohl die Bootsgeschwindigkeit unter 40 Grad Wind stark abfiel. Smith behauptete, dass die Rumpfform eine Bugwelle praktisch ausschließt, was diese Effizienz unterstützt. Ein Nachteil bei der Handhabung: Der Steuermann kann vom Rad aus weder die Großschot noch die Genuawinschen erreichen. (1)
Unterbringung
Smith gestaltete die 105M für ein Paar zum Wohnen an Bord, mit Schlafplätzen für bis zu sechs Personen bei Bedarf, wobei der helle Salon um eine U-förmige Sitzecke und einen freistehenden Kühlschrank herum aufgebaut ist, der unter Segel auf Propangas betrieben werden kann, da der Rumpf niemals mehr als 5 Grad krängt. Grau getönte Lexan-Salonfenster sind leckfest und verformungsresistent, und die großen Heckfenster lassen sich wie Haushaltsläden aufschwingen. Die Eignerkabine auf der Mittellinie blickt nach vorn; der Backbordrumpf beherbergt die eingegossene Nasszelle mit Dusche im Vorschiff, eine große Navigationsecke mittschiffs und eine Doppelkabine achtern, während der Steuerbordrumpf dies durch eine Doppelkabine achtern und eine Pantry mittschiffs mit einem zweiflammigen Propangasherd und doppelten Spülen ergänzt. Unter jeder Achterkoje befinden sich zwei 30-Gallonen-Wassertanks. Die Bodenbretter sind mit Teak-und-Eschen-Elementen versehen, die Rümpfe bestehen aus schaumgefedertem Vinyl und der Deckenverkleidung ist eine Mischung aus GFK und Schaumstoffgewebe. Die Seitendecks sind aus Platzgründen schmal, und die Plicht ist mit einer festen Sprayhood versehen, die sich über mehr als vier Fuß nach achtern erstreckt und auf beiden Rümpfen mit eingegossenen Badeplätzen ausgestattet ist. (1)
Bekannte Schwachstellen
Der einzige Mangel aus den Probefahrten ist, dass der Steuermann die Schotwinschen von seiner Position am Rad nicht erreichen kann. Das bedeutet, dass die Crew den Trimm eher aus dem Kajütaufbau als vom Steuerstand aus bedienen muss. (1)
Das Fazit
Die Gemini 105M ist ein durchdachter Katamaran für anspruchsvolle Fahrtensegler: schmal genug, um günstig anzulegen, und dennoch stabil und schnell, solide gebaut dort, wo es zählt, und im Layout für echtes Wohnen an Bord optimiert. Ihre Kompromisse sind wenige und gezielt.
Vorteile
- Passt dank einer Breite von 14 Fuß und 18 Zoll Tiefgang bei hochgezogenen Schwertern in herkömmliche Marina-Liegeplätze
- Solider, handaufgelegter Rumpf mit blasenresistentem Harzsystem
- 15-prozentiger Stabilitätsgewinn durch den neu gestalteten Rumpf ohne Einbußen bei der Breite
- Lebendige Segeleigenschaften: 8+ Knoten am Wind, zweistellige Geschwindigkeiten raumschots
- Klappriff-Kühlschrank ist aufgrund des minimalen Krängungswinkels praktikabel
Nachteile
- Der Steuermann kann die Schotwinschen nicht vom Rad aus erreichen
- Geringe Geschwindigkeit bei Starkwind unter 40 Grad scheinbare Windstärke
- Die schmalen Seitendecks begrenzen den Bewegungsspielraum










