Design und Konstruktion
Was die Fastnet 34 optisch besonders macht, ist das umgekehrte Kajütdach mit dem Anker als Zierde – ein Markenzeichen der etwas unkonventionellen Stilistik von Finot, das sich als ungewöhnlich und dennoch funktional erweist. Unter diesem charakteristischen Kajütaufbau ist sie für ihre Epoche breit gebaut, was unter Deck spürbar wird: Die Kabine ist für eine 34-Fuß-Yacht dieser Zeit recht geräumig. Die Konstruktion ist sowohl im Rumpf als auch im Deck aus massivem GFK ohne Kern ausgeführt, und der Eisenballast ist im Inneren fest verankert. Die Rumpfform – ein Flossenkiel mit Skeg-aufgehängtem Ruder – und das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 41,7 Prozent kennzeichnen sie als echte Regatta-/Fahrtenyacht, weder als rüstungslose Regattayacht noch als träge Fahrtenyacht. (1)
Rigg und Handhabung
Ihr klobiges Masttopprigg trägt eine Segelfläche von 456 Quadratfuß, dennoch bleibt das Boot leicht zu handhaben und schnell – insbesondere bei leichtem Wind, bei dem viele schwerere Zeitgenossen kaum noch Fahrt machen. Yachting Monthly befand sie als gute Hochsee-Yacht für schnelle Passagen. Die Kombination aus einer Rumpfgeschwindigkeit von 6,65 Knoten, einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 16,2 und dem Kenterungsverhältnis von 2,11 ordnet sie fest in die Kategorie der schnellen Langstrecken-Fahrtenyachten ein. Das Skeg-aufgehängte Ruder sorgt auch bei Krängung für Kursstabilität, und das gut zu bedienende Rigg bedeutet, dass eine kleine Crew das Boot ohne Probleme hart anpacken kann.
Unterbringung
Unter Deck wurde die ursprüngliche Kabinenaufteilung für eine vollständige Regatta-Crew konzipiert, mit sechs Kojen, die für die Wacheinteilung auf See verteilt sind. Die Stehhöhe beträgt überall 1,93 m (6 ft 4 in). Im Vorschiff befindet sich eine große Doppel-V-Koje, und im Salon gibt es zwei sichere Wachkojen, die bei rauem Seegang als Seekojen dienen können. Eine kleinere Achterkabine erstreckt sich unter der Backbordseite des Cockpits und wird durch ein markantes rundes Bullauge im Spiegel beleuchtet – ein eigenwilliger Touch von Finot, der auch zur Belüftung beiträgt. Ein wichtiger Punkt: Der regattaorientierte Innenraum lässt sich leicht anpassen, um ihn für eine segelnde Familie oder ein Paar zu nutzen. So kann das Boot problemlos vom Regattaboot zum Wohnboot umgebaut werden, ohne dass eine komplette Überholung erforderlich ist.
Geschichte und Bau
Die meisten Fastnet 34 wurden von Fastnet Marine gebaut, aber die Ausstattung wurde Ende der 1970er Jahre von Atlanta Marine übernommen, und sie wurde noch mehr als ein Jahrzehnt nach ihrer Einführung im Jahr 1973 produziert. Diese lange Produktionszeit gepaart mit der geringen Gesamtzahl von nur 42 Rümpfen bedeutet, dass überlebende Exemplare selten, aber nicht unbekannt sind – und die Langlebigkeit der Formen deutet auf eine stabile Nachfrage aus einer fachkundigen Nische hin.
Das Fazit
Die Fastnet 34 ist ein weitaus besseres Boot, als es die geringe Stückzahl vermuten lässt: eine schnelle, leicht zu handhabende Hochseeyacht mit einem geräumigen und anpassungsfähigen Innenraum, der von der typischen Finot-Styling-Handschrift geprägt ist. Sie belohnt den Käufer, der seetüchtiges Verhalten und Geschwindigkeit bei Leichtwind über das Wiederverkaufsvolumen stellt.
Vorteile
- Schnell und spürbar leistungsstark bei leichtem Wind unter einem gut zu handhabenden Masttopp-Rigg
- Gute Hochseeyacht mit Skeg-aufgehängtem Ruder und 41,7 % Ballastanteil
- Geräumiger Innenraum mit 1,93 m Stehhöhe, sicheren Wachkojen und variabler Aufteilung
- Solide GFK-Konstruktion ohne Sandwichkern
Nachteile
- Die etwas unkonventionelle Optik trifft nicht jeden Traditionalisten
- Nur 42 Einheiten gebaut, daher erfordert die Suche Geduld









