Beneteau First Class 12 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Jean-Marie Finot·1985 – 1986·~70 hulls·Beneteau
Beneteau First Class 12 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · bulbkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
39.33' · 11.99 m
Verdr.
9.480 lbs · 4.300 kg
Erstes Baujahr
1985

Die Beneteau First Class 12 ist ein leistungsstarker IORMonotyp, der Mitte der achtziger Jahre von der französischen Werft Bénéteau und entworfen von JeanMarie Finot gebaut wurde. Mit weniger als 100 gebauten Rümpfen liegt sie am oberen Ende der FirstLinie. Sie ist eine strömungsgünstige und sichere Regatta/Fahrtenyacht, deren Zahlen sie allein schon zu einem seltenen Anblick auf jedem Steg machen.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
39,33 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
33,8 ft
Breite
12,47 ft
Tiefgang
6,89 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Bulbkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
4.674 lbs (Blei)
Verdrängung
9.480 lbs
Wasserkapazität
Kraftstoffkapazität

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
48,62 ft
Unterliek Großsegel
18,37 ft
Vorsegeldreieck Höhe
43,8 ft
Vorsegeldreieck Basis
13,98 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
45,98 ft
Segelfläche
753 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
26,89
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
49,3
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
109,6
Komfort-Ratio
14,34
Kenterungsverhältnis
2,36
Rumpfgeschwindigkeit
7,79 kn

Design und Konstruktion

Der von Finot in den späten Achtzigern entworfene Rumpf ist ein GFK-Einrumpfer mit einem Blei-Flossenkiel, und die Bauweise von Bénéteau spiegelt das „First“-Denken der Marke wider. Das Boot hat je nach Beladung einen Tiefgang von etwa 2,10 bis 2,20 Metern, was sie auf größere Marinas beschränkt. Mit einer Länge über alles von 39,3 Fuß und einer Breite von 12,47 Fuß beschreibt das Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,15 einen Rumpf, der eher auf Geschwindigkeit als auf eine großzügige Innenraumbreite getrimmt ist. Ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 44 Prozent und 4.674 Pfund Blei tief im Flossenkiel verleihen ihr die Steifigkeit, die die IOR-Formel belohnt. Die benetzte Fläche beträgt etwa 47 Quadratfuß, und das Immersionsverhältnis von 1.504 Pfund pro Zoll zeigt, wie wenig das Boot absinkt, wenn Crew und Ausrüstung es beladen – sie ist eine leichte, agile Plattform und keine schwere Fahrtenyacht. (1)

Rigg und Handhabung

Die First Class 12 ist mit einem 7/8-Slup-Rigg ausgestattet, und der Segelplan ist das absolute Highlight: Sie trägt mehr Rigg als 100 % aller vergleichbaren Segelboote, was im Gutachten als deutlich überdimensioniert beschrieben wird. Dieser Überschuss zeigt sich sowohl im laufenden Gut als auch in den Spieren – die Fallen für Großsegel, Fock/Genua und Spinnaker sind jeweils 125,8 Fuß lang und haben einen Durchmesser von einer halben Zoll, während die Schoten auf 39,3 Fuß für die Genua und 98,2 Fuß für die Großschot bei 0,55 Zoll ausgelegt sind. Ein Cunningham und eine Baumniederholerleine (Kickingstrap) von 18,4 bzw. 36,7 Fuß sowie ein Unterliekstrecker (Clew outhaul) von 36,7 Fuß vervollständigen die Steuerungsausrüstung, die für häufige Trimmarbeiten am Masttopp gebaut ist. Als Verdrängerrumpf liegt ihre theoretische Höchstgeschwindigkeit bei 7,9 Knoten – ein Wert, den man von einer 33,8 Fuß langen Wasserlinie unter diesem Segelflächeanteil erwarten würde. (1)

Unterbringung

Ein 39-Fuß-Rumpf mit einer Breiten-Verdrängungs-Verhältnis von 3,15 und einem für Regatten konstruierten Blei-Flossenkiel ist kein Boot, dessen Zielsetzung auf Volumen lag. Die Einstufung als IOR-Monotyp ordnet sie in die Reihe zeitgenössischer Regatta-/Fahrtenyachten ein, bei denen die Kabine der Regattasaison ebenso diente wie dem Fahrtensegeln.

Das Fazit

Die First Class 12 ist ein seltenes Entwurf von Jean-Marie Finot im Geiste der First-Klasse von Bénéteau – konstruktiv übertakelt, steif durch ihren Bleiballast und gebaut für Segler, die Wert auf einen seltenen, zweckmäßigen Rumpf legen und nicht auf die Allgegenwart der Serienproduktion.

Vorteile

  • Leistungsstarker IOR-Monotyp mit einer für ihre Größe deutlich überdimensionierten 7/8-Slup-Takelung
  • Bleiflossenkiel und ein Ballastanteil von 44 Prozent sorgen für die Steifigkeit der IOR-Ära
  • Elegant und sicherer zeitgenössischer Charakter bei unter 100 gebauten Rümpfen (1)

Nachteile

  • Der Tiefgang von 2,10–2,19 m begrenzt sie auf große Marinas
  • Weniger als 100 Einheiten gebaut, daher sind Ersatzteilverfügbarkeit und Bekanntheit vergleichbarer Boote gering (1)

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