Design und Konstruktion
Ibold behielt seine typische visuelle Sprache bei der 38 bei: ein halbflaches Deck mit einem traditionellen Kajütaufbau und seiner eigenen Version eines Klipperbugs, betont durch einen langen Bugüberhang und eine feine, ausgeprägte Deckslinie. Die Spanten sind hochgezogen und ein tiefer Heckkorb, der sich zum Bug hin verjüngt, verleiht dem Boot eine Präsenz, die größer wirkt, als es allein die Länge von 37 Fuß vermuten lassen würde. Der Rumpf von Colvic ist aus handaufgelegtem GFK gefertigt – eine Bauweise, die damalige Rezensenten bemerkten, dass sie nur ein Minimum an Pflege während einer Segelsaison erfordert. Der Kiel ist aus Blei und hat eine Flossenform; das Tiefgang variiert je nach Beladung zwischen etwa 1,70 m und 1,80 m. Das Unterwasserschiff verbindet moderne Linien mit klassischem Überwasserschiff – eine Kombination, die derselbe Rezensent für ihren alten und neuen Charakter begrüßte.
Abmessungen und Leistungseigenschaften
Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von etwa 309 fällt die Endurance 38 in die Kategorie der schweren Fahrtenyachten, ist jedoch nur bei 31 Prozent vergleichbarer Konstruktionen schwerer. Mit einem Ballastanteil von 37 Prozent – höher als bei 34 Prozent ähnlicher Boote – und einem Längen-Breiten-Verhältnis (B/L) von 3,16 wirkt sie im Vergleich zu den meisten Konkurrenten als recht breit und geräumig, wenn auch nicht extrem. Das Ruderruder- und Kielkonzept wird ihr zugeschrieben, was ihr hilft, sich schon bei mäßigem Wind zu bewegen, und das Kenterungsverhältnis von 1,82 würde sie allein nach dieser Formel für Hochseeregatten qualifizieren. Ihr Komfort-Ratio von 31,5 stuft sie als komfortabler ein als die meisten ähnlichen Segelboot-Konstruktionen – ein wichtiger Wert für ein segelndes Paar, das die Anstrengung auf Langstrecken berücksichtigt. (1)
Rigg und Segelplan
Die Zeichnungen und die gebauten Boote erzählen im oberen Bereich des Mastes eine leicht andere Geschichte. Das Rigg ist im Grunde ein Masttoppslup mit einem weit achtern positionierten Mast, obwohl das Design auch als Kutter angeboten wurde und es mehr als eine Rigg-Konfiguration gibt. Die Zeichnungen zeigen ein Babystag mit in Liniennachbarschaft liegenden Unterliekstagen, aber fotografische Belege fertiggestellter Boote zeigen Längstrimmunterliekstage und kein Babystag – ein Detail, das bei jedem spezifischen Rumpf bestätigt werden sollte. Ein Masttopprigg trägt zusammen 640 Quadratfuß Großsegel und Fock, und ein Tester schätzte das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis auf fast 17,5. Die Schotlängen sind großzügig bemessen: Die Großschot hat eine Länge von etwa 92 Fuß, während die Schoten der Fock und der Genua knapp 37 Fuß betragen. (1)
Unterbringung
Unter Deck ist die Endurance 38 mit drei Kabinen und zwischen fünf und sechs Kojen ausgestattet, wobei der Innenraum im Mahagoni-Finish gehalten ist. Im Vorschiff befinden sich enge V-Koje, die nur durch eine über die gesamte Breite reichende Nasszelle erreichbar sind – eine ungewöhnliche Anordnung, bei der Privatsphäre zugunsten von Volumen geopfert wird. Mittschiffs liegt eine komfortable Doppelkoje im Pullman-Stil, mit der Pantry direkt daneben. Das breite, flache Vordeck hat eine ausgeprägte Krümmung und wurde als Sonnenplattform genutzt, sofern man die Rundung nicht stört.
Anmerkung zu Cockpit und Deck
Ein Rezensent empfand das Cockpit als möglicherweise zu klein, da es keine Sitzgelegenheit gab, auf der man sich bequem ausstrecken konnte – ein kleiner Kompromiss auf einem Boot, das ansonsten eher auf traditionellen Fahrtenkomfort als auf Entspannung ausgerichtet ist. (1)
Das Fazit
Die Endurance 38 ist eine durchdachte Fahrtenyacht, die Ibolds klassisches Profil mit einem leistungsfähigen modernen Rumpf mit Flossenkiel verbindet. Sie ist stabil, für ihre Länge komfortabel proportioniert und bietet genügend Flexibilität im Rigg, um unterschiedlichen Eignern gerecht zu werden. Der Zugang zur Vorschiffskoje über der Nasszelle und die enge Plicht sind jedoch echte Kompromisse. Selbstbaublöcke erfordern eine sorgfältige Prüfung, da sich die Fertigungsqualität stark unterschied.
Vorteile
- Modernes Unterwasserschiff mit traditionellen Überwasserschiffselementen sorgt für gute Leistung bei mäßigem Wind
- Hohe Komfort-Ratio und Kenterungsverhältnis auf Regattaniveau
- Bleiflossenkiel, handlaminiertes GFK-Rumpf mit geringem saisonalem Wartungsaufwand
- Mittschiffs liegender Pullman-Doppelkoje und breites Drei-Kabinen-Layout
Nachteile
- Die Nasszelle erstreckt sich über die Breite und blockiert den direkten Zugang zu den V-Kojen im Vorschiff
- Das Cockpit ist für ein komfortables Ausstrecken eventuell zu klein
- Die Fertigstellung als Bausatz führt zu variabler Bauqualität zwischen den Booten







