Design und Konstruktion
Die Offshore 38 wurde von Anfang an für mehrere Baupfade konzipiert und nicht für eine einzige Werftform. Rundspant-GFK- und formverleimte Holz-Epoxid-Pläne stehen neben Knickspant-Versionen aus Stahl und Aluminium. Dies verleiht dem Modell eine ungewöhnliche Breite an realisierten Rümpfen in verschiedenen Materialien. Ein dokumentiertes Exemplar mit Stahlrumpf bestätigt, dass der Metallweg nicht theoretisch blieb. Mit einem Längen-Breiten-Verhältnis von 3,37 und einem Ballastanteil von 43 Prozent ist der Rumpf für ein 38-Fuß-Boot moderat schmal und trägt einen erheblichen Ballastanteil. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 161 ordnet sie zu jenen Boote ein, die eine Rezension als „leichte Regattayachten“ bezeichnet – ein überraschendes Etikett für ein Boot mit der Bauflexibilität einer hochseetauglichen Fahrtenyacht. (1)
Rigg und Handhabung
Roberts bot die Offshore 38 mit mehr als einem Rigg an, und die beiden dokumentierten Optionen sind eine Masttoppslup und eine Ketsch. Beide teilen identische Schot-Spezifikationen: Fock- und Genuaschoten von 11,6 Metern Länge mit 14 mm Durchmesser, eine 28,9 Meter lange Großschot ebenfalls mit 14 mm und Spinnakerschoten von 25,4 Metern Länge mit dem gleichen 14-mm-Durchmesser, was bei beiden Riggs konsequent beibehalten wurde. Diese Gemeinsamkeit deutet darauf hin, dass das Decks-Layout so ausgelegt war, dass es sowohl für das eine als auch für das andere Rigg ohne Veränderungen der Winschkabel genutzt werden konnte. Das Kenterungsverhältnis von 1,81 deutet darauf hin, dass das Boot allein nach dieser Formel für Hochseeregatten zugelassen werden könnte, während ein Komfort-Ratio von 26,3 und ein Sinken im Wasser nahe 1.373 Pfund pro Zoll einen Rumpf beschreiben, der sich unter Last berechenbar verhält. Die benetzte Fläche von rund 441 Quadratfuß und das SA/D-Verhältnis von 13,61 zeichnen ein moderates Unterwasserschiff mit einer konservativen Segelfläche im Verhältnis zur Verdrängung. (1)
Leistung unter Motor
Das Boot wurde mit verschiedenen Motoren ausgestattet, darunter ein Yanmar 3QM30 und ein Perkins 4.108, die jeweils einen Wellenantrieb antreiben. Mit dem Yanmar beträgt die Reisegeschwindigkeit 6,0 Knoten und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 7,0 Knoten; die Perkins-Motorisierung weist eine berechnete Höchstgeschwindigkeit von etwa 7,9 Knoten auf, was dem theoretischen Maximum eines Verdrängerrumpfes dieser Länge entspricht. Die Werte zeigen, dass das Boot unter Motor keine Langsame ist, aber durch seine Verdrängung begrenzt wird, was für einen 38-Fuß-Hochseerumpf zu erwarten ist. (1)
Unterbringung
Die Stehhöhe auf der Offshore 38 liegt über dem Durchschnitt ihrer Klasse – ein wertvoller Vorteil für ein Boot, das für längeres Wohnen an Bord oder für Ozeanüberquerungen konzipiert ist. Die überdurchschnittliche Stehhöhe in Kombination mit den für das Fahrtensegeln optimierten Riggoptionen deutet auf einen Rumpf hin, dessen Innenraumvolumen eher für das Leben auf Langstrecke als für die Gewichtsoptimierung beim Regattasegeln ausgelegt ist.
Das Fazit
Die Bruce Roberts Offshore 38 ist ein äußerst vielseitiges Hochsee-Design, dessen größte Stärke die Konstruktion aus verschiedenen Materialien unter einem einzigen Namen liegt. Sie belohnt Käufer oder Bootsbauer, die genau wissen, welcher Baupfad zu ihrem Fahrtensegeln passt. Die dokumentierten Rigg- und Motorenoptionen zeigen ein Boot, das für echte Langstrecken konzipiert wurde und nicht für Showroom-Einheitlichkeit.
Vorteile
- In GFK-, Holz-Epoxid-, Stahl- und Aluminiumbauten erhältlich, in verschiedenen Konstruktionsmedien verfügbar
- Optionen mit Masttoppslup- oder Ketsch-Rigg mit gemeinsamer Schotgeometrie
- Überdurchschnittliche Stehhöhe für die Größe
- Das Kenterungsverhältnis unterstützt die Zulassung für Hochsee-Regatten (1)
Nachteile
- Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 161 stuft sie als „leichte Regattayacht“ ein, was Käufer auf der Suche nach einer Fahrtenyacht in die Irre führen kann
- Das SA/D-Verhältnis von 13,61 ist konservativ und deutet auf eine mäßige Segelmaschine bei leichtem Wind hin
- Die Innenraumaufteilung abgesehen von der Stehhöhe wird nicht beschrieben





