Design und Konstruktion
Die Impression-Serie von Elan entwickelte sich aus der 434, einem Boot, das selbst eine erfolgreiche Familie von Fahrtenyachten mit großem Volumen einleitete und zum zweitbeliebtesten Modell der slowenischen Werft mit über 350 verkauften Einheiten wurde. Die 444 behält diesen Rumpf und dieses Deck bei, verleiht dem Unterwasserschiff jedoch einen neuen Furnier-Look und nutzt oben ein moderneres Fensterprofil. Rob Humphreys formte die ursprüngliche Linie so, dass innenraumoptimiertes Volumen und einfache Handhabung mit kleiner Crew im Vordergrund stehen, und die Aufteilung der 444 spiegelt diese Konzeption wider. Die Handläufe des Kajütaufbaus und die Haltegriffe des Spritzschutzes befinden sich in einer praktischen Höhe, und rutschfeste Decksbeläge bedecken das Boot gründlich, was es zu einem sicheren Boot für Bewegungen an Deck macht.
Rigg und Handhabung
Die 7/8-Slup ist mit einer 135-prozentigen Genua und einem Stack-Pack-Großsegel ausgestattet. Die Genuarollanlage, das laufende Gut und die Genuaschiene sind komplett nach achtern ins Cockpit geführt, um den Segelbetrieb mit kleiner Crew effizient zu gestalten. Testsegler fanden sie bei leichtem Wind recht agil: Knapp über 6 Knoten am Wind bei 8 Knoten wahrem Wind und knapp unter 6 Knoten bei 6–7 Knoten Wind; ab etwa 4 Knoten begann sie sich zu träge zu bewegen, wenn der scheinbare Wind sank, blieb aber für ihre Größe respektabel. Durch ihr gutmütiges Seeverhalten konnte das Steuerrad unbeaufsichtigt gelassen werden, während sie selbstständig segelte. Die beiden Steuerräder sind GFK-Bauformen, die auf den Carbonrädern der sportlicheren Modelle von Elan basieren, und sind über ein System aus Lewmar-Schneckenrad und Draht an den Ruderquadranten angeschlossen. Im Rückwärtsgang war sie störrisch und benötigte fast zwei Bootslängen, um Fahrt im Ruder zu bekommen, obwohl ein dreiflügeliger Flexifold-Proppeller sie gehorsam stoppte und ihr erlaubte, sich in ihrer eigenen Länge vor dem Wind zu drehen. (1)
Unterbringung
Das Testboot zeigte den standardmäßigen Innenraum mit vier Kabinen im Eichholz mit Walnussholz-Akzenten, obwohl auch eine Version mit drei Kabinen und einer größeren Eignerkabine an Bug oder Heck angeboten wird. Stehhöhe und natürliches Licht sind große Stärken: Ein großes Decksluk sorgt für hervorragendes Licht in der Vorschiffskabine, und die schlauen, blind eingepassten Rumpfniedergänge im Salon bieten viel Licht. Der Salon bietet Platz für acht Personen, und sein Tisch lässt sich ausklappen, auf teleskopischen Beinen abstellen und so zu einer Doppelkoje umbauen, was die Gesamtkapazität auf zehn Personen erhöht. Die Pantry ist als gut proportionierte L-förmige Pantry mit doppelter Spüle, zwei Hubkühlschränken und gutem Stauraum konzipiert, einschließlich eines Backskisten-Laufkorbes und vier Rumpfschranken. Die Achtertoilette gleicht die enge Vorschiffstoilette mit 2,13 m Stehhöhe, einem bequemen Sitz und hervorragender Kleiderstange aus. Die Backbord-Achterkabine bietet mehr Stehfläche und einen größeren Kleiderschrank; an Steuerbord erfordert man einen Körperdurchgang durch eine 1,68 m breite Tür und muss ständig darauf achten, nicht den Kopf anzustoßen. Rezensenten bemerkten, dass das Mischmasch aus braunen Holzmöbeln nicht besonders einladend wirkt und Beschläge, Scharniere sowie Schalter keine Vertrauen in die Langlebigkeit wecken.
Bekannte Schwachstellen
Bei der 444 war die Genuviertel am Mast gesichert und ohne Block nach achtern geführt, sodass ein durchhängendes Vorliek nicht ohne Vorstieg gespannt werden konnte. Die Klampen mittschiffs können sich im schlagenden Genuaschot verfangen. Die Steuerräder quietschten, bis sie geschmiert wurden. Die Schubladenverschlüsse und elektrischen Schalter weckten Zweifel an ihrer Langlebigkeit unter ständiger Nutzung. Die Nasszelle im Vorschiff ist enger als bei vergleichbaren Bavaria Cruiser 45-Raumgestaltungen und unhandlich zu nutzen.
Refits und Eignerschaft
Der Motor ist von beiden Achterkabinen aus gut zugänglich, was die Wartung erleichtert. Die Verkabelung der Navigationselektronik ist ordentlich, aber unbeschriftet, wobei die Schächte grob durch das GFK geführt sind – dies lohnt sich beim Kauf, um Ordnung zu schaffen. Ein standardmäßiger Volvo Penta D2-55SD treibt einen Saildrive an; ein aufgerüsteter 75 PS Volvo lieferte 6,3 Knoten bei 1.500 U/min und 9 Knoten auf Vollgas. Die Badeplattform lässt sich über Hubstützen manuell absenken. Das Vordeck bleibt dank einer eingelassenen Ankerwinde und eines doppelten Rollanlasses sauber, obwohl kein Tack-Eye installiert ist.
Das Fazit
Die Impression 444 ist eine bekannte, gutmütige Fahrtenyacht mit viel Volumen, deren eigentlicher Reiz in der leichten, sicheren Bewegung im Wasser und einem praktischen Deckssalon liegt – was durch anspruchsvolle Details und eine enge Nasszelle im Vorschiff etwas schmälert wird.
Vorteile
- Bewährter Rumpf mit hervorragenden Leichtwindleistungen für ihre Verdrängung
- Erhebliche Stehhöhe und viel natürliches Licht im gesamten Innenraum
- Guter Zugang zum Motor und zur Ruderanlage von den Achterkabinen aus
- Effiziente Handhabung der nach achtern geführten Segel mit Stack-Pack und Rollfockanlage
Nachteile
- Die Genuvorstag ist nicht nach achtern geführt; kein Luvspannen aus der Plicht möglich
- Die Steuerbord-Achterkabine erfordert eine unpraktische Haltung beim Einsteigen
- Die Vorpieks sind zu eng für den komfortablen Gebrauch
- Verschlüsse, Schalter und Beschläge wirken von minderer Qualität






