Design und Konstruktion
Der Cruiser von Michel Dufour verfügt über einen soliden GFK-Rumpf mit einer traditionellen Einrumpfform. Die Werft bot das Boot mit verschiedenen Kielalternativen an, um unterschiedlichen Revieren gerecht zu werden. Eine Option ist ein flacher Eisenkiel mit einem Tiefgang von nur 1,35 bis 1,44 Metern (je nach Beladung), der das Boot selbst in sehr flachen Marinas zulässt. Eine andere Option ist ein Torpedo-Eisenkiel mit einem Tiefgang von 1,64 bis 1,73 Metern, der dennoch die meisten Marinas passierbar macht. Das Ballast-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 36,5 Prozent, und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 205 ordnet das Boot eher zu den moderaten Regattayachten als zu schweren Langstrecken-Fahrtenyachten ein. Mit einem Längen-Breiten-Verhältnis von 3,11 und einer benetzten Fläche von fast 24,5 Quadratmetern ist der Rumpf auf solides Allround-Fahren ausgelegt und nicht auf ultraleichte Performance. (1)
Rigg und Handhabung
Die Dufour 29 ist mit einem Masttoppslup-Rigg ausgestattet, das für ihre Größe bemerkenswert leistungsstark ist – eine Rezension der Yachtdatenbank stellte fest, dass sie mehr Rigg als 92 Prozent ähnlicher Segelboote besitzt, was auf eine deutliche Übertuigierung hindeutet. Ihr Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis wird in den verschiedenen Tests mit 15,6 bzw. 20,18 angegeben, und der großzügige Segelplan kombiniert sich mit einer dokumentierten Segelfläche von 364 Quadratfuß. Die Standard-Fallführer verlangen Längen von 81,3 Fuß bei einem Durchmesser von 5/16 Zoll für Großsegel, Genua und Spinnaker, während die Schotläufe 29,4 Fuß bei 3/8 Zoll für Fock und Genua sowie 73,4 Fuß bei 3/8 Zoll für die Großschot betragen. Das Kenterungsverhältnis liegt in einem Test bei 2,0 und in einem anderen bei 1,95, und das Komfort-Ratio von 20,7 mit einem Bewegungskomfort-Wert von 21,3 beschreibt eine stabile, berechenbare Fahrtenyacht für Küstenfahrten. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 6,7 Knoten, wobei ein Verdrängungsverhältnis von 826 Pfund pro Zoll zeigt, wie empfindlich ihre Wasserlinie gegenüber Lasten reagiert. (1)
Unterbringung
Unter Deck folgt die Dufour 29 einem traditionellen Layout mit zwei separaten Kabinen und einem Salon. Die Vorschiffskabine bietet eine V-Koje für zwei Personen mit Stauraumfächern darunter und Regalen an beiden Seiten, während die Achterkabine dies mit einer Doppelkoje für zwei Personen sowie Schränken und Seitenschränken spiegelt. Die Stehhöhe liegt über dem Durchschnitt der Klasse – ein echter Vorteil bei einem 29-Fuß-Rumpf, bei dem viele zeitgenössische Boote einen tiefen Eingangsbereich durch den Haupteingang erzwingen. Die Trennung der Schlafkabinen im Vorschiff und Achterschiff bietet zwei Paaren oder einer Familie eine gewisse Privatsphäre, die offene 29-Fußer dieser Ära selten boten.
Das Fazit
Die Dufour 29 ist eine durchaus kompetente Fahrtenyacht für mittlere Siebziger: gut überriggt genug, um bei Wind angenehm zu segeln, als Flachkiel-Version für flache Gewässer erhältlich und mit echter Privatsphäre durch zwei Kabinen sowie einer besseren Stehhöhe als der Durchschnitt aufgeteilt. Ihre moderate Verdrängung und der Bleiballast sprechen für ein stabiles Boot für Küstentörns, obwohl die Optionen mit Eisenkiel Vorsicht gegen Korrosion erfordern, wo eine spätere Bleiversion dies nicht tun würde.
Vorteile
- Traditionelle Zwei-Kabinen-Aufteilung mit V-Koje im Vorschiff und Doppelkoje achtern sowie einem Salon
- Überdurchschnittliche Stehhöhe für eine 29-Fuß-Fahrtenyacht
- Starkes Rigg für ihre Größe, das 92 Prozent der vergleichbaren Segelboote übertrifft
- Option mit flachem Eisenkiel weist unter 4,75 Fuß Tiefgang für flache Marinas auf
Nachteile
- Alternativen mit Eisenkiel sind im Vergleich zu Blei korrosionsanfällig
- Widersprüchliche Angaben zur Segelfläche und zum Kenterungsverhalten verschiedener Quellen lassen den genauen Leistungsumfang unklar
- Die moderate Verdrängung und das 205 DL-Verhältnis eignen sich eher für das Fahrtensegeln als für sportliches Regattasegeln




