Design und Konstruktion
Der Rumpf von Luyten misst 8,84 Meter Länge über alles (LOA) bei einer Wasserlinienlänge von 6,78 Metern, einer Breite von 2,50 Metern und einem Standardtiefgang von fast 1,30 Metern, der unter Last auf bis zu 1,40 Meter ansteigen kann, sodass das Boot problemlos in flache Marinas einfahren kann. Die Verdrängung beträgt 3.600 kg mit einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 39 %, und Rumpf sowie Deck sind aus massivem GFK gefertigt. Das Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,54 macht sie schlanker als 90 % aller vergleichbaren Segelboot-Konstruktionen, während ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 244 sie eher zu moderaten Regattayachten als zu schweren Fahrtenyachten zählt. Ihr Kenterungsverhältnis von 1,75 und das Absorptionsvermögen von etwa 686 Pfund pro Zoll vervollständigen das Bild eines relativ schmalen, moderat beladenen Küstenkreuzers. (1)
Rigg und Handhabung
Die Contest 29 ist mit einem Masttopprigg ausgestattet, das eine Segelfläche von 41 m² und ein Standard-SA/D-Verhältnis von 16,8 aufweist, das sich mit einer 135%-Genua auf 19,8 erhöht. Das macht sie im Vergleich zu 69 % ähnlicher Boote etwas übertakelt und bei leichtem Wind schneller als 58 % von ihnen. Die benetzte Fläche beträgt etwa 21 m², die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,6 Knoten; unter dem Bukh-Diesel mit 20 PS und Wellenantrieb liegt die berechnete Höchstgeschwindigkeit bei etwa 4,0 Knoten. Die Spezifikationen für Fallen und Schoten sind für diese Größe großzügig – Großschot und Fallen mit einem Durchmesser von 8 mm bzw. 10 mm bei einer Länge von fast 23 Metern – was auf eine robuste Fahrtenyacht und nicht auf eine rahmenlose Regattayacht hindeutet. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet das Standard-Layout zwei Kabinen, eine einzige Nasszelle und sechs Kojen, wobei die Stehhöhe als überdurchschnittlich für diese Klasse beschrieben wird. Der Innenraum ist im Mahagoni-Stil ausgestattet – eine damals übliche Wahl, die dem Salon einen warmen, traditionellen Charakter verleiht. Die Aufteilung mit zwei Kabinen und insgesamt sechs Kojen spricht eher für kleine Familien oder Paare, die mit Gästen segeln, als für das Einhand-Fahrtensegeln am Wochenende.
Das Fazit
Die Contest 29 ist eine durchdacht proportionierte kleine Fahrtenyacht, deren geringe Breite und moderate Verdrängung für ein angenehmes Seeverhalten sorgen – ihr Komfort-Ratio von 24,1 bis 31,0 schlägt 90 % ähnlicher Konstruktionen –, ohne dass man auf das gute Laufverhalten des leicht überriggten Masttopps bei Leichtwind verzichten muss. Sie ist ein unkompliziertes, gut erhaltenes Luyten-Design aus den Mitte der sechziger Jahre, gebaut in spürbaren Stückzahlen und leicht zu kranen für das Fahrtensegeln in flachen Gewässern, wenngleich ihre mäßige Motorenleistung und der schmale Rumpf die Offshore-Reichweite begrenzen.
Vorteile
- Überdurchschnittliche Stehhöhe und sechs Kojen im Zwei-Kabinen-Layout
- Komfortableres Seeverhalten als bei 90 % ähnlicher Segelboote
- Geringer Tiefgang von nur 1,30 m erleichtert den Zugang zu Marinas und Ankerplätzen
- Leicht überriggtes Masttoppslup läuft auch bei leichtem Wind gut
Nachteile
- Berechnete Maximalmaschinenleistung nur ca. 4,0 Knoten
- Geringeres und flacheres Ballast-Verdrängungs-Verhältnis als bei vielen vergleichbaren Fahrtenyachten
- Die geringe Breite begrenzt das Innenraumvolumen im Vergleich zu späteren Konstruktionen










