Design und Konstruktion
Die 62 wird als Semi-Custom-Yacht gebaut, wobei der erste Rumpf auf der Solaris-Werft in Aquileia, Italien, fertiggestellt wurde, nachdem CNB im Jahr 2021 von dieser Gruppe übernommen worden war. Sie trägt das ursprüngliche DNA von CNB als leistungsorientierte, große Blauwasser-Fahrtenyacht mit einem massiven GFK-Rumpf und Deck, Eisenballast und einem Flossenkiel – angeboten in Standard-Gusseisen mit 2,95 m Tiefgang, optional Weldox mit Bleibombe bei ebenfalls 2,95 m oder einer flachen Version aus Weldox/Bleibombe mit 2,45 m Tiefgang. Die Verdrängung liegt bei etwa 60.600 lb, und die straffen, aber großzügigen Linien des Rumpfes kennzeichnen sie als ernsthaften Kandidaten für den Ozean und nicht als Boot für Wochenendtörns an der Küste. (1)
Rigg und Handhabung
Briand beschreibt die 62 als elegant, seetüchtig und kraftvoll, aber dennoch leicht zu handhaben. Ihre Seetüchtigkeit basiert auf diesem ausgewogenen, kraftvollen Rumpf in Kombination mit einem umfangreichen Segelplan. Das Solent-Rigg trägt ein 102 m² Großsegel, eine 94 m² Rollgenua, ein 44 m² Stagsegel und einen 320 m² asymmetrischen Spinnaker, und alle Segelkontrollen sind zu den Steuerständen geführt. Ein Carbon-Targa-Bügel erstreckt sich über das Cockpit und hält die Großschot, sodass diese frei von Crew und Gästen liegt und das Cockpit ungestört bleibt; die Steuerräder sitzen weit vorn, und das Cockpit ist so angeordnet, dass der Steuermann alle Leinen loswerfen kann, ohne seine Position zu verlassen. In der ersten Blickdurchgangs-Bewertung stellte der Redakteur fest, dass die Positionierung der Winschen achtern der Räder dazu beiträgt, die Segelhandhabung mit kleiner Crew zu erleichtern, da man nicht um das Rad herumgehen muss. (2)
Unterbringung
Der Innenraum folgt einer Eigner-vorne-Philosophie, die direkt von der CNB 78 inspiriert ist: Die Eignerkabine nimmt den gesamten Bereich vor dem Mast ein, was für einen 60-Fuß-Rumpf beispiellos viel Platz schafft, und ein optionales Büro kann in die Eignersuite integriert werden. Achtern befinden sich zwei große Gästekabinen mit eigener Nasszelle hinter einem Korridor, der die Privatsphäre schützt. Die Kojen in der Backbordkabine sind auf Schienen montiert, sodass sie als Doppelkoje oder als zwei Einzelkojen konfiguriert werden können. Der Salon öffnet sich zu einer zentralen Pantry, die sowohl funktional als auch gesellig ist. Das gesamte Layout bietet den für CNB typischen riesigen, lichtdurchfluteten Salon mit hellen Hölzern und Stoffen, die vom Werft vorgegeben, aber nach Eignerauftrag anpassbar sind. Ein Bericht eines Eigners aus der Fachpresse beschrieb den lichtdurchfluteten Salon, die Eignersuite und die Gästesuiten als wirklich geräumig und als absoluten Klassenprimus.
Cockpit und Außenbereich
Die Steuerstände wurden nach vorn verlegt, um mehr Schutz zu bieten, und liegen nahe den Außenbereichen zum Entspannen und Wohnen, überdacht durch ein Bimini oder ein festes Hardtop. Hohe Rückenlehnen im Gästebereich ermöglichen es, an einem voll besetzten Cockpittisch vorbeizugehen, ohne sich anrempeln zu müssen. Durch die Verlegung der Steuerräder nach vorn entsteht außerdem eine ebene Sonnenliegefläche achtern. Darunter befindet sich eine große, längsschiff verlaufende Beibootgarage – ein integrierendes Designelement –, die ein fast 10-Fuß-Beiboot aufnimmt, mit einer Türe, die sich fast über die gesamte Bootsbreite erstreckt und sich zur Badeplattform herabklappen lässt.
Refits und Eignerschaft
Als Semi-Custom-Plattform kann die 62 von Anfang an nach den Wünschen des Eigners angepasst werden. Daher weichen die üblichen Refit-Probleme aus dem Gebrauchtbootmarkt auf die beim Bau getroffenen Spezifikationsentscheidungen aus: Tiefgang des Kiels, Hardtop gegenüber Bimini und das optionale Eignerschiff. Laut CNB wurden bei der Markteinführung drei Rümpfe verkauft, wobei der erste bereits für die Auslieferung im Frühjahr fertiggestellt wurde. Alle drei Eigner sollen noch vor Jahresende unter Segeln sein.
Das Fazit
Die CNB 62 ist ein absolut moderner Ausdruck des CNB-Hochseegedanken: ein ausgewogener, kraftvoller Rumpf von Briand, umhüllt von einem Piaton-Innenausbau, der dem Eigner im Vorschiff echte Großzügigkeit eines über 60-Fuß-Bootes bietet und Gäste achtern vor neugierigen Blicken schützt. Sie ist für das Segeln mit einem Paar konzipiert, bei dem alle Kontrollen am Steuerstand liegen und die Plicht durch den Carbonbügel frei bleibt, und bleibt dennoch eine echte Drei-Kabinen-Weltkreuzer-Yacht.
Vorteile
- Eigner-vorne-Master mit beispiellosem Platzangebot für diese Bootslänge
- Alle Segelbedienungen an den Steuern; wendiges Winsch-Layout für kleine Crews
- Integrierter Längsgarage für das Beiboot mit Schiebetür zur Badeplattform
- Semi-Custom-Flexibilität bei Kiel, Persenning und Eignersuite
Nachteile
- Neues Modell mit begrenzter Historie in der Praxis
- Die Option mit geringem Tiefgang birgt weiterhin die Kosten und Komplexität eines Bleibulbes aus Weldox





