Design und Konstruktion
Die Chrysler 22 ist überwiegend aus handaufgelegtem GFK mit Holzverzierungen und einer vollständigen Innenschale gebaut, die den Standort und die Nutzung der meisten Innenräume vorbestimmt. Das Deck ist mehr oder weniger bündig, aber sehr stark gewölbt, und es gibt ein teilweises Brückendeck – ungewöhnlich für ein Boot dieser Größe. Schaumstoff als Auftriebshilfe war Standard, und die originalen Ruderschäfte und -seiten waren aus Aluminium, wobei das Schwert hohl war. Der Rumpf ist mit einem Schwenkkiel ausgestattet, der bei aufgeholtem Kiel einen Tiefgang von nur 1 Fuß 11 Zoll hat; auch ein Festkiel mit 3 Fuß 9 Zoll Tiefgang ist erhältlich. Die Werft behauptete, das Boot sei selbstaufrichtend, selbst mit aufgeholtem Kiel – eine bemerkenswerte Sicherheitsbehauptung für ein Trailerboot. (1)
Rigg und Handhabung
Die Chrysler 22 ist mit einem Masttoppslup-Rigg vom Bermuda-Typ ausgestattet, wobei der Mast auf einer Scharnierachse montiert ist, um das Trailern und Aufstellen zu erleichtern. Ein intern montiertes, klappbares Spatenruder, das über eine Pinne gesteuert wird, lässt sich für flache Gewässer hochklappen – eine im Innenlieger-Layout ungewöhnliche Lösung für ein Boot dieser Klasse. Die Verdrängung wird je nach Broschüre mit 2.650 bis 3.000 Pfund angegeben, wovon 725 Pfund Ballast sind. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 16,5 ist respektabel, und das Design trägt ein PHRF-Regattahandicap von 270. Mit einem geneigten Vorsteven und einem leicht negativen Spiegel wirkt das Boot eher wie eine sportliche kleine Regatta-/Fahrtenyacht als wie ein reines Binnensegler-Boot.
Unterbringung
Für fünf Personen ist Schlafplätze geboten, aufgeteilt um eine Doppel-V-Koje im Bugkajüte. Eine gerade Sofakoje verläuft an Steuerbordseite des Hauptsalons, während ein Esstisch an Backbord zur zweiten Doppelkoje ausgeklappt werden kann. Der Niedergang verbreitert sich am Kajütaufbau, um den Zugang zum Salon zu erleichtern, und ein großes Vordecksluk sorgt für gute Belüftung. Die optionale Nasszelle ist eine tragbare Variante, die unter der V-Koje im Bug an Backbordseite verstaut wird. Ein Hubdach war optional erhältlich, und Testsegler berichteten von der geringsten Stehhöhe unter allen Konkurrenzbooten, sodass große Segler beim Stehen etwas ducken müssen.
Bekannte Schwachstellen
Das innenliegende Schwenkruder weist die gleichen Probleme auf wie das Chrysler 20 in einer Rezension aus dem Jahr 2010, was für jeden Käufer, der sich unbeschwerte Manöver im Flachwasser erhofft, ein wichtiger Hinweis ist. Die Aluminium-Ruderschäfte und die hohlen Ruderseiten waren Originalausstattung und können nach jahrzehntelangem Einsatz Verschleiß- oder Korrosionspunkte sein. (2)
Refits und Eignerschaft
Die Hilfsmaschine ist ein am Spiegel montierter Außenborder, und das Design umfasst einen separaten, versiegelten Tankraum für das Motorbenzin, der sehr geschätzt wird. Die Optionenliste war für ihre Zeit lang – zu den Extras gehörten unter anderem Kajüttöpfe und Seereling, Pantry und Wassertank, tragbarer Kühlschrank, Außenborderschiene, Toilette, Vorhänge, Achterstagspanner, Navigationslichter, Großsegelsack, Polster und Baumniederholer. Zwei aktive Klassenvereine, die Chrysler Sailing Association und die Chrysler Sailors, organisieren Regatten und halten das Modell auf dem Wasser sichtbar.
Das Fazit
Die Chrysler 22 ist ein durchdacht aufgeteilter Trailer-Segler mit Herreshoff-Genen und einer für ihre Länge bemerkenswerten Geschwindigkeit. Ihr klappbarer Mast, der schwenkbare Kiel und das selbstaufrichtende Profil machen sie zu einer praktischen Familien-Fahrten- und Regattayacht, während die volle Innenschale und das Schaumstoffauftriebskörperzeugnis von einem ernsthaften Kleinkreuzer-Design zeugen. Geringe Stehhöhe und ein Ruderblatt, das an Schwachstellen mit der Chrysler 20 geteilt wird, sind die einzigen Kritikpunkte.
Vorteile
- Klappbarer Mast und Schwenkkiel für einfaches Trailern und geringen Tiefgang
- Selbstrichtende Eigenschaft auch mit aufgeholtem Kiel
- Fünf-Koje-Layout mit umbaubarem Salonsofa und separatem Kraftstoffbereich
- Aktive Klassenvereine und eine etablierte Regatta-Identität im PHRF 270
Nachteile
- Die geringste Stehhöhe unter den verglichenen Konkurrenzbooten laut Testerberichten
- Das innenliegende Schwenkruder teilt bekannte Probleme mit dem Chrysler 20
- Die originalen Aluminium-Ruderschäfte und hohlen Backen sind altersbedingt anfällig




