Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus massivem Polyester-Spraylaminat mit handaufgelegten Glasfasermatten gefertigt, während das Deck ein Balsaholz-Sandwich mit einem inneren Anker als Bodenplatte bildet. Diese Decksstruktur ist der bekannte Schwachpunkt des Bootes: Das Balsasandwich reagiert empfindlich auf Feuchtigkeitseintritt. Osmose tritt im Gegensatz dazu nur selten auf, was die Gutachter auf einen guten Gelcoat zurückführten. Die Kielkonfiguration war für ein 22-Fuß-Boot ungewöhnlich flexibel. Ein Ballastschwert gehörte zum ursprünglichen Entwurf und nicht zu einem Nachrüstmodell; Festkiel-Tiefen von 1,10 oder 1,35 Metern wurden mit identischem Ballastanker angeboten. Das Testboot von 1984 hatte den 1,35-Meter-Kiel. (1)
Rigg und Handhabung
Die Friendship 22 ist mit einem 7/8-Rigg ausgestattet, das eine Masthöhe von 8,30 Metern aufweist. Ein Scharnier am Mastfuß ermöglicht ein einfaches Absetzen des Mastes. Die Segelfläche konzentriert sich auf ein Großsegel von 11 m², ergänzt durch eine Genua I von 14,2 m² und eine kleinere Genua II von 12,0 m², sowie eine Arbeitsfock von 2,6 m² und einen Spinnaker von 29,7 m². Die Steuerung erfolgt über ein angehängtes Ruder mit einer langen Radsteuerpinne, die das Boot bei Bedarf schnell drehen kann. Das Boot zeigt eine geringe Anfangsstabilität – dies ist eher ein Kompromiss der schmalen, ballastierten Rumpfform als ein Mangel. (1)
Unterbringung
Unter Deck beträgt die Stehhöhe im Salon 1,54 Meter und das Layout bietet vier Schlafplätze mit Kojenlängen von zwei Metern im Vorschiff und 1,95 Metern im Salon. Ein verschiebbarer Pantry-Schrank ist installiert, und das Boot wurde anstelle einer Backskiste mit einer Hundekiste an Steuerbord angeboten. Käufer konnten auch ein abschließbares Hauptschott wählen, um eine separate Vorpiek zu schaffen. Die offene Version gilt als die klügere Wahl, da sie auf dem Ankertörn für mehr Raumgefühl sorgt. Der Innenausbau bestand laut dem Bericht des Balk-Werkers aus Sperrholz mit dicken Furnieren und furnierten Schränken. (1)
Bekannte Schwachstellen
Zwei praktische Mängel zeigen sich bei der Inspektion. Die Kabelverlegung zwischen dem Innenschalen und dem Deck ist ohne Schächte ausgeführt, was die Installation oder Modernisierung von Elektrik erschwert. Zudem ist die Lukentür des Ankerkastens nur schwer zu öffnen. Beides schadet der Struktur nicht, sollte aber bei einem Gebrauchtboot beachtet werden.
Refits und Unterhalt
Die ursprüngliche Motorisierung war ein Volvo Penta Benzinmotor mit Saildrive-Anker. Der Mastbeschlag vereinfacht das Trailern und den Winterlagerplatz. Aufgrund der Feuchtigkeitsempfindlichkeit des Decks sollte bei jedem Refit oberste Priorität darauf gelegt werden, das Balsaholz-Sandwich trocken zu halten und Gelcoat-Schäden umgehend zu reparieren. (1)
Das Fazit
Die Friendship 22 ist eine gut durchdachte kleine Fahrtenyacht, deren preisgekröntes Debüt auf einem flexiblen Kielprogramm und einem praktischen, geräumigen Innenraum für ihre Größe beruhte. Ihr Balsaholzdeck erfordert Respekt, aber die Osmosebeständigkeit des Rumpfes und die Solidität des Basismaterials machen sie zu einer seriösen Option auf dem Gebrauchtbootmarkt.
Vorteile
- Ballastschwert und variabler Tiefgang von Anfang an integriert
- Ausgezeichneter Testbericht der YACHT aus dem Jahr 1978
- Vier Kojen mit praktischer Länge und optionale offene Aufteilung für mehr Platz
- Seltenes Osmoseproblem dank gutem Original-Gelcoat
Nachteile
- Das Balsaholz-Sandwichdeck ist anfällig für Feuchtigkeit
- Geringe Anfangsstabilität
- Kabelverlauf ohne Schächte; unhandliche Klappe des Ankerkastens






