Design und Konstruktion
Die Giles 38 wurde als elegante Langkiel-Fahrtenyacht für die Offshore-Schifffahrt und nicht als Boot für Wochenendtörns entlang der Küste konzipiert. Ihre tiefen, aber schmalen Rumpfformen wurden bewusst für den Einsatz auf See optimiert, und auch die Innenraumaufteilung folgt diesem Konzept. Da das Boot von verschiedenen Werften laminiert und ausgerüstet wurde, gibt es zwischen den einzelnen Exemplaren geringfügige Unterschiede in der Aufteilung und der Bauqualität – ein wichtiger Punkt, den man bei der Vergleich von Booten berücksichtigen sollte. Der massive GFK-Rumpf und Deck, der Eisenballast und das am Spiegel aufgehängte Ruder spiegeln eine einfache, traditionelle Bauweise wider, bei der im Register keine strukturellen Neuheiten angegeben sind. (1)
Rigg und Steuerung
Das Rigg war konservativ ausgelegt, mit Blick auf die Unvermeidlichkeit von schwerem Wetter und auf die Verdrängung des Bootes skaliert und nicht auf Regattaambitionen. Die Steuerung erfolgte über ein am Spiegel aufgehängtes Ruder, das serienmäßig mit einer Pinne gesteuert wurde, obwohl einige Boote stattdessen eine Radsteuerung besaßen. Diese Kombination aus Langkiel, moderatem Tiefgang und einem konservativen Masttopprigg spricht eher für ein berechenbares Handling auf See als für glänzende Leistung am Wind bei leichtem Wind.
Unterbringung
Unter Deck war die Giles 38 eher für das Leben auf See als für das Vergnügen im Hafen ausgelegt. Sie bot eine gute Anzahl an Seekojen, eine Pantry, die so gebaut war, dass sie auch bei Seegang sicher bleibt, und einen geräumigen Kartentisch, der nach außen ausgerichtet direkt vor einer Achterkoje positioniert ist – eine Anordnung, die es dem Navigator ermöglicht, im Einklang mit der Plicht zu arbeiten. Die Nasszellen waren für ihre Bootsklasse von angemessener Größe und lagen direkt vor dem Salon. In allen Bereichen gab es reichlich Stauraum, was längere Törns ohne den unübersichtlichen Durcheinander ermöglicht, der den Komfort auf See beeinträchtigt.
Das Fazit
Die Giles 38 ist eine durchdacht konstruierte traditionelle Hochsee-Fahrtenyacht, deren Innenraum echte Seetüchtigkeit im Vordergrund steht. Sie bietet sichere Bereiche und reichlich Stauraum, auf die viele spätere Entwürfe zugunsten von mehr Volumen verzichtet haben. Das konservative Rigg und der Langkiel-Rumpf belohnen Segler, die Planbarkeit über Geschwindigkeit stellen. Die Vielfalt, die durch verschiedene Ausbauwerften entsteht, ist eher ein kleiner Nachteil als ein Mangel. Sie ist ein absolut zuverlässiger Kandidat für anspruchsvolle Törns in erfahrenen Händen.
Vorteile
- Langkiel-Offshore-Design von Laurent Giles mit seegängig optimiertem Innenraum
- Viele Seekojen, sichere Pantry, großer nach außen gerichteter Kartentisch
- Konservatives Rigg, das für schweres Wetter konzipiert ist
- Viel Stauraum im gesamten Boot
Nachteile
- Geringfügige Unterschiede in der Aufteilung und Bauqualität zwischen den Werften
- Der schmale Rumpf begrenzt das Innenraumvolumen im Vergleich zu breiteren Fahrtenyachten späterer Jahre





