Design und Konstruktion
Die Oceanis 34 ist um einen massiven GFK-Rumpf mit einem als innere Bodengruppe laminierten GFK-Gitterrahmen herum gebaut. Die Schotten sind 360 Grad sowohl mit dem Rumpf als auch mit dem Deck laminiert, was zu einer extrem steifen Konstruktion führt. Das Deck ist im Sandwichbau mit harzinfundierter Balsaholz-Außenhaut ausgeführt – eine Kombination aus hoher Steifigkeit und hervorragender Dämpfung unter den Füßen. Ein relativ steiler Knick zum Kiel verleiht dem Rumpf eine ausgeprägte Formstabilität, während ein 1,80 Meter tiefer Gusseisenkiel mit Bulb das Schwerpunktverhältnis tief hält. Mit einer Verdrängung von fast 5.700 kg (ca. 12.570 Pfund) und einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von rund 0,28 bei der Version mit tiefem Tiefgang ist das Boot für seine Länge moderat schwer. Das Verhältnis von Länge zu Breite von über 3:1 erreicht seinen Höhepunkt am Niedergang und zieht sich fast bis zum Heck hinunter, was die Formgebung dort verbreitert, wo es für das Innenraumvolumen zählt. (1)
Rigg und Handhabung
Über Deck trägt die 34 ein an Deck gestelltes 9/10-Rigg von US Spars mit zurückgepfeilten Doppel-Salingen, einem Drahttakelung, das zu außenliegenden Püttingen geführt wird, und einer Fock auf einer Profurl Rollfockanlage. Ein Traveller auf dem Kajütdach bedient die Großschot, und eine Winsch an Backbord des Niedergangs übernimmt die Leinen für Fallen, Baumniederholer und Unterliekstrecker. Probefahrer stellten fest, dass die 34 gut Höhe laufen konnte und problemlos 6 Knoten am Wind segelte, was auf etwa 7 Knoten anstieg, wenn die Schoten gefiert wurden und das Boot vor Anker abfiel. Das ausbalancierte Spatenruder an einer Edelstahlkonstruktion mit einer Goïot-Drahtseil-Quadrantensteuerung sorgte dafür, dass sich das Boot wie auf Schienen bewegte und direkt wieder zurückkam. Unter Motor lief das getestete Boot bei voller Besegelung rund 6,5 Knoten. Das Absenken des Travellers auf dem Kajütdach beseitigte jegliche Tendenz zum Sonnenschuss in 20-Knoten-Böen. (1)
Unterbringung
Der Innenraum von Nauta wirkt für ein 34-Fuß-Boot riesig, wobei goldene Alpi-Holzarbeiten und helle Polsterung die hellen, einladenden Wohnbereiche akzentuieren. Der Salon verfügt über lange Sofakojen, die breit genug sind, um mit Leesegeln als Seekojen zu dienen, sowie einen klappbaren Tisch für fünf bis sechs Personen. Die Pantry an Backbord ist mit einem zweiflammigen Herd und Ofen, einem nach achtern öffnenden Kühlschrank und einer doppelten Spüle nahe der Mittellinie ausgestattet. Rechts der Niedergangsstufen befindet sich eine geräumige Nasszelle mit Gelcoat-Oberflächen und drei Bullaugen, von denen zwei öffnbar sind. Achterhalb der Pantry liegt eine Kabine mit einer riesigen, querschiffs angeordneten Doppelkoje, einem nach achtern gerichteten Heckfenster für Durchzug und vor ihr ein Hängeschrank, öffnende Bullaugen und Zugang zum Motor. Die Vorschiffskabine bietet eine gut geschnittene V-Koje mit einem Hängeschrank und umliegendem Stauraum. An Deck sorgen die umlaufenden Cockpitsitze, ein geneigtes Schott als Rückenlehne und ein aufklappbares Achtersitzsegment zur Badeplattform für gesellige Momente im Cockpit, während breite Decks und rutschfeste Verbindungen zur Kajütaufbau für sicheren Halt im Vorschiff sorgen.
Ausrüstung und Decksdetails
Der Standard-Segelplan besteht aus einem Rollgroßsegel und einer Fock von Neil Pryde, wobei ein traditionelles Großsegel als Option erhältlich ist. Das geprüfte Boot war mit Teak-Fußrelingen und Handläufen auf dem Kajütdach bis zum Mast ausgestattet, obwohl der Präsident von Beneteau USA darauf hinwies, dass der Einsatz von Teak für nachhaltig bewirtschafteten Holzarten wie Iroko ausgeschrieben wird. Ein optionaler Kartenplotter befindet sich in einem Pod auf der Steuersäule. Die Plicht bietet einen belüfteten Propangasbereich, eine Rettungsinsel-Lagerbox an Backbord unter dem Sitz und einen flachen Sitzkoffer an Steuerbord, der sich ohne großen Aufwand erreichen lässt. (1)
Bekannte Schwachstellen
Ein praktischer Mangel, der in der Besprechung erwähnt wurde, war, dass der Salon mehr Handläufe und Relingstützen vertragen könnte. (1)
Das Fazit
Die Oceanis 34 ist eine durchdacht aufgetakelte kleine Fahrtenyacht, die dank der weit nach achtern getragenen Breite, eines steifen, formstabilen Rumpfes und eines direkten Spatenruders ihre Größe übertrifft. Die Konstruktion von Finot-Conq und das Interieur von Nauta machen sie zu einem Boot, auf dem man sich leicht wohlfühlt und das sich auch mit kleiner Crew hervorragend handhaben lässt. Die Auszeichnung als „Best Value“ unterstreicht ihre Marktpositionierung beim Erscheinen.
Vorteile
- Geringer Schwerpunkt durch den gusseisernen Bulbkiel sorgt für hohe Stabilität
- Formstabiler Rumpf mit ausgeprägtem Knick zum Kimmkorb
- Raumiges, gut belüftetes Innenraumkonzept im Drei-Kabinen-Stil für die Bootslänge
- Agil unter Motor und Segeln dank des ausbalancierten Spatenruders
- Praktische Plicht mit Badeplattform und Stauraum
Nachteile
- Die Anzahl der Handläufe im Salon wurde von Testern als unzureichend bewertet
- Der Traveller auf dem Kajütdach schränkt die Großschottrimm-Möglichkeiten vom Steuerstand aus ein








