Design und Konstruktion
Die First 36 verfügt über einen vollständig sandgestützten, vakuuminfundierten Rumpf und Deck mit CoreCell-Schaum im Rumpf und PVC in den Schotten, sowie einer vakuuminfundierten Vinylester-Haut. Der CTO von Seascape merkte an, dass der Einsatz von Schaumstoff 200 kg aus dem Rumpf sparte, und Pure Design half dabei, Balsa als Kernmaterial zu eliminieren. Sandwichschotten ersetzen das tragende Sperrholz, und die leichte Innenschale wiegt nur 60 kg und bringt eine geschätzte Ersparnis von 200 kg. Die Werft gab an, das Boot sei nach denselben Standards gebaut wie ein reines Regattaboot, und Rezensenten lobten in Sailing World die Bauqualität. Die Struktur ist ein Netzwerk, bei dem alles außer der Kühlbox Teil des Puzzles ist, und alle Abmessungen wurden von Pure Design optimiert und von Manuard und Hajnšek auf Arbeitskostenziele abgestimmt. Ein 1,5 Tonnen schwerer gusseiserner Kiel und ein unaufgeregtes Aluminium-Rigg als Z-Spar kommen serienmäßig zum Einsatz, wobei ein 30 PS starker Yanmar Saildrive die Leichtdeplacement von 10.582 lb bei einer Wasserlinie von 33 Fuß 8 Zoll und einer Breite von 12 Fuß 6 Zoll antreibt. (2)
Rigg und Handhabung
Der Rumpf von Manuard trägt eine leichte Scow-Bugspitze mit erheblichem Auftrieb im Vorschiff und viel Rocker, wodurch das Boot sehr feinfühlig auf die Gewichtsverteilung im Vorschiff reagiert. Der Mast steht weit achtern, was die J-Dimension verlängert und das Vordeck für eine Genua-Salbe frei macht. Mit zwei Wendepunkten und vier Fallen sind Masttoppgennaker, Code-Segel, 7/8-Gennaker und Stagsegel bedient. Das standardmäßige, an Deck stehende Z-Spar-Rigg besteht aus Dyform-Stahl; ein Square-Top-Großsegel wurde wegen des zusätzlichen Mastgewichts und der Komplexität beim Laufgut abgelehnt. Die Primärwinschen sitzen auf geschwungenen Sülls, und eine höhere Steuerwheels-Position als üblich ermöglicht es dem Rudergänger, sich einhand nach vorn zum Großsegel-Winsch zu schieben. Bei voller Crew lässt die Winsch-Anordnung es einem oder zwei Seglern ermöglichen, im Sitzen das Großsegel oder die Primärsegel zu bedienen, wobei ein Kreuzschot-Kurvensegeln am Wind möglich ist. Die Jefa-Steuerung treibt hochgezogene Doppelruder auf Edelstahlruderschaften an; Tester stellten fest, dass die langen Doppelruder am Wind ein feines Gefühl für das Powersteering vermitteln und es ermöglichen, das Boot unter Kontrolle zu halten, während man voranpresst. Das Boot ist für das Einhand-Adventure-Segeln optimiert, und die Positionierung der sechs Winschen und Decksbeschläge wurde an Modellen und einer Testplattform im Maßstab bestätigt.
Leistung
Das Konstruktionsteam bemühte sich, einen leicht gleitfähigen Rumpf mit hervorragender Leistung am Wind zu verbinden, und die Standardversion gleitet bereits bei mäßigem Wind voll durch. Testsegler berichteten, dass das Gleiten bei Bootsgeschwindigkeiten im hohen 8-Knoten-Bereich bei etwa 12 Knoten Wind einsetzte, wobei zweistellige Geschwindigkeiten bei fast 14 Knoten erreicht wurden. Eine Jury-Gruppe erzielte unter Code Zero auf 90 Grad Kurs 10 bis 13,5 Knoten und bis zu 14,5 Knoten unter Kite auf 120 Grad, während eine Höchstgeschwindigkeit von 18,3 Knoten gemessen wurde. Am Wind ist sie selbst bei leichtem Wind um die 7 Knoten schnell, aber das Abfallen unter 45 Grad wahrem Kurs kostet einen halben Knoten. Mit einem sehr hohen Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis und einer Segelfläche von 860 Quadratfuß für den Aufwindkampf ist sie wohl die einzige Serien-Fahrtenyacht, die bei mäßigem Wind gleiten kann. (3)
Unterbringung
Der Innenraum wurde in erster Linie als Drei-Kabinen-Fahrtenyacht konzipiert und bietet etwa das gleiche Wohnvolumen wie die legendäre First 40.7. Ein hoher, schlanker Zentralkühlschrank mit herausnehmbarem Schneidebrett vervollständigt die U-förmige Pantry, die als die größte ihrer Klasse beschrieben wird, und ein klappbarer Esstisch schafft einen sicheren Durchgang durch den Salon. Größere 1,80 m-Kojen flankieren die Dinette, eine riesige V-Koje nimmt den Bug ein und große Achterkojen befinden sich unter dem Cockpit; die identischen Achterkabinen lassen sich zu Einzelkojen mit Arbeitsfläche umbauen. Die Eigner wollten einen Salon statt eines Speisesaals und ihre Navigationsecke zurückhaben, und das Boot bietet einen vollwertigen Navigationstisch und eine ordentliche Navigationsecke. Die Nasszellen sind in der Größe von Jetlinern gehalten mit einer integrierten Spüle, wenngleich Rezensenten sie im Vergleich klein und unhandlich mit einer nach innen öffnenden Tür empfanden. Zwei Bullaugen pro Kabine sorgen für Licht und Luftzirkulation, und indirekte Teilbeleuchtung mit roter Regatta-Option sorgt nachts für Atmosphäre.
Plicht und Decksbeschlag
Im Regatta-Layout entfallen durch das breite Cockpit Tisch- und Bänkeverlängerungen, um die Arbeitsfläche zu maximieren. Für das Fahrtensegeln werden gepolsterte Bänke eingebaut, die zusätzlichen Sitzplatz und Stauraum für einen sechs Personen großen Tisch bieten. Eine ultraleichte 8 kg schwere Badeplattform mit Schaumkern erleichtert den Zugang ins Wasser, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. Ein Vordecksluk für das Hochseegeschäft sowie abnehmbare Bänke unterstreichen die funktional orientierte Priorität. Beschläge von Harken, Ronstan, Spinlock und Antal wurden für optimale Leistung kombiniert. Das gesamte laufende Gut bleibt unverdeckt und nach achtern zu sechs Fallstoppern pro Seite geführt. Die Fockschoten laufen durch reibungsarme Ringe auf der Vorliek- und Achterliekspur. Ein Carbon-Ruderhorn und viel Platz zwischen den Rädern und den Plichtwänden runden das ergonomische, zurückhaltende und funktionell brillante Deck ab.
Das Fazit
Die First 36 ist eine vielseitige und leistungsstarke Maschine, die auf viele Bedürfnisse zugeschnitten ist und den idealen Mittelweg zwischen Komfort, Leistung, Nutzen und High-Tech-Bauweise findet. Sie gleitet dort ein, wo andere verdrängen, und bietet dennoch eine echte Navigationsecke sowie drei Kabinen für das Fahrtensegeln.
Vorteile
- Gleitet bei mäßigem Wind mit dokumentiertem Potenzial von 18 Knoten
- Die vakuuminfundierte Schaumkernstruktur spart Gewicht ohne Sperrholz
- Doppelruder und intelligente Winschgeometrie eignen sich für das Segeln mit kleiner oder größerer Crew
- Größte Pantry ihrer Klasse und vollständige Navigationsecke in einem Innenraum mit 40,7 Kubikmetern Volumen
Nachteile
- Die Nasszelle ist klein und unhandlich mit der nach innen öffnenden Tür
- Kein echter Windfinger; Abdrücken unter 45 Grad wahre Geschwindigkeit mindert
- Die Achterkabinen sind auf umbaubare Sitzgelegenheiten statt auf Hängeschränke angewiesen






