Design und Konstruktion
Die First 32 S5 ist eine Slup mit moderater Verdrängung, Flossenkiel und Spatenruder. Ihr massiver GFK-Rumpf wurde nach den Standards der damaligen Serienwerften laminiert und durch ein geformtes Innengittersystem aus Längs- und Querträgern verstärkt, das mit dem Rumpf verklebt und einlaminiert ist. Das Deck ist mit Endlosbalsaholz als Sandwichbauweise ausgeführt, obwohl einige Berichte auf andere Materialien in bestimmten Bereichen hinweisen. Über der Wasserlinie wirkt die Formgebung modern und sportlich: Ein Heck mit „Sugar Scoop“, ein geneigter Bug und ein geneigtes Kajütdach verleihen dem Boot ein zeitgemäßes Profil, und das echte „Sugar Scoop“ im Heck ist praktisch zum Einsteigen vom Beiboot oder vom Wasser aus. Der Rumpf selbst hat einen relativ feinen Vorschiffseintritt und eine nach achtern getragene moderate Breite. Da der Rumpf achtern von der Mittschiffszone an schmaler wird, ist die Plicht im Vergleich zu moderneren Booten eng – ein Kompromiss, der sich bei Krängung für sicheren Halt statt für mehr Lounge-Space auszahlt. (1)
Rigg und Handhabung
Die 32 S5 ist mit einem 7/8-Slup-Rigg mit Doppel-Salingen und unregelmäßigem Rod-Rigging ausgestattet, kombiniert mit einem Achterstag, der von beiden Seiten der Plicht über ein einzelnes 12:1-Tackling angetrieben wird. Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 192 bei der Version mit tiefem Kiel und einem großzügigen Segelplan ist das Boot schnell um die Bojen und erzielte eine PHRF-Einstufung von 144 bis 153 Sekunden pro Meile. Probefahrer empfanden das Steuerverhalten als leichtgängig und direkt unter Motor oder Segeln, wobei sie auch bei leichtem Wind schnell wendete. Sie schneidet mit wenig Kraftaufwand durchs Wasser und läuft hervorragend Höhe am Wind. Das 7/8-Rigg und die relativ große Segelfläche sorgen für guten Vortrieb bei leichtem bis mäßigem Wind, und die Rumpfform führt diesen Druck ohne übermäßiges Stampfen durch kurzes bis mittleres Kabbelwasser; bei schwerer See helfen die schmalen vorderen Bereiche dabei, sich in die Wellen zu schneiden, anstatt dagegen anzuschlagen. Zeitgenössische Rezensionen bemerkten eine unhandliche Großschotführung auf halber Baumhöhe, die schnelle Trimmanpassungen erschwert, und die 140-prozentige Genua neigte dazu, beim Wenden bei leichtem Wind über das Boot zu schleifen. Der Isomat-Rollanlasser platziert seine Trommel unter Deck, was die Behebung von Problemen beim Aufrollen erschwerte. (1)
Leistungspotenzial
Eigner berichten von einem Boot, das sich auf raumen Kursen lebendig anfühlt und am Wind für eine 32-Fuß-Yacht sehr lohnend segelt. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit von 7 Knoten ist eine, die das Boot unter den richtigen Bedingungen übertreffen kann. Der tiefe Kiel hat einen Tiefgang von 6 Fuß; für Segler in flachen Gewässern wurde ein Flügelkiel mit geringem Tiefgang von 4 Fuß 5 Zoll angeboten. Mit einer Verdrängung von 9.260 Pfund lag sie genau zwischen der kleineren First 310 und der größeren Oceanis 370. Bleiballast stützte einen Rumpf, den die Werft als schnell und die Presse als gewagt bezeichnete.
Unterbringung
Starcks Innenraumkonzept verleiht der 32 S5 schlichtere Linien und eine für ihre Zeit moderne Gestaltung mit weißen Polstern und glänzenden Aluminiumleisten auf einem dunklen Mahagoniboden und geschwungenen Schränken. Eine große, gut beleuchtete und belüftete Achterkoje an Backbord im Achterschiff könnte als Eignerkabine dienen, während die Nasszelle bequem an Steuerbord im selben Bereich liegt. Typische Aufteilungen bevorzugen eine V-Koje im Vorschiff und einen bescheidenen Salon mit Sofakojen, wobei sich die Achteraufteilung je nach Version unterscheidet; die Stehhöhe und die Tankkapazitäten eignen sich eher für Wochenendtörns und kurze Küstenfahrten als für längere Aufenthalte an Bord. (1)
Bekannte Schwachstellen
Ein wiederkehrendes Thema bei den Beneteaus aus der Erst-Generation ist, dass die Vinyl-Rückseite des Innenraums und das Schaumstoffpolster an Orten, an denen das Klima warm und feucht ist, spröde werden. Ein neuer Bezug ist daher häufig erforderlich. Eigner und Gutachter weisen zudem auf Verschleiß im Sandwichkern und an der Decks-Polster-Verbindung hin, wie weiche Stellen oder undichte Relingstützen und Decksbeschläge. Bei einigen Exemplaren, die vor dem Einsatz moderner Gelcoat-Techniken gebaut wurden, treten zudem Haarrisse im Gelcoat und Osmose auf. Einige Eigner berichten von Mängeln im Bereich des Kiel-Rumpf-Verbindungsstücks, wobei lokale Verformungen oder Kompressionen auf harte Grundberührungen oder mangelnde Stützung zurückzuführen sind.
Refits und Unterhalt
Bei einem Gebrauchtboot wird ein neues stehendes Gut empfohlen, wenn sein Alter unbekannt ist, und eine Aktualisierung des Propellers zur Anpassung an die bevorzugte Fahrweise ist ein häufiger Diskussionspunkt zwischen Zweiflügel- und Dreiflügelpropellern. Erneuerte Elektronik und Segel halten das Boot modern, und gezielte Reparaturen am Sandwichkern oder den Durchzugsbolzen sind dort angezeigt, wo Inspektionen Wassereintritt zeigen.
Das Fazit
Die First 32 S5 ist ein markantes Beispiel für die Performance-Cruiser-Idee der späten 1980er Jahre: Berrets Konstruktionskunst gepaart mit Starcks traditionell brechendem Innenraum – schnell auf dem Regattabahn und aufgeräumt für Wochenenden an der Küste. Sie belohnt eine aufmerksame Hand am Ruder und eine Crew, die bereit ist, eine Großschot mittschiffs zu bedienen. Ihre schmalen Achtersektionen und das Balsadeck erfordern jedoch den scharfen Blick eines Gutachters auf Wassereinbruch.
Vorteile
- Lebendiges, lohnendes Handling am Wind und vor dem Wind für ein 32-Fuß-Boot
- Moderner Starck-Innenausbau mit einer praktischen Kojen-Layout im Achterbereich
- Echter Sugar-Scoop-Aufbau und sportlicher Stil der späten 1980er Jahre
- Bausatz für Flügelkiel erhältlich für das Fahrtensegeln mit geringem Tiefgang
Nachteile
- Die enge Plicht schränkt das Sitzen im Cockpit und das Volumen im Heck ein
- Das Schot-Greifen mittschiffs im Baum und die Genova bei leichtem Wind behindern eine schnelle Segelbedienung
- Schaumstoff und Vinyl im Innenraum altern in warmen Klimazonen schnell
- Mängel im Deckskern und an der Kiel-Rumpf-Verbindung erfordern beim Gutachten eine sorgfältige Inspektion








