Design und Konstruktion
Die Rumpfform der S5 trägt deutliche IOR-Züge, ein Erbe ihrer Ankunft am Ende jener regelgesteuerten Ära. Beneteau kombinierte ein Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 202 mit einem Längen-Breiten-Verhältnis (B/L) von 2,99 – Werte, die das Boot fest im Lager der agilen, breiten Fahrtenyachten verankern und nicht in die Welt der schweren Langkieler. Das Deck weist eine geneigte Deckslinie mit sechs breiten, über dem Wasser liegenden Luken auf, die von einer Edelstahl-Sülling umrahmt werden – ein visuelles Markenzeichen für den Einfluss von Philippe Starck. Unter diesen Luken ist die Plicht großzügig dimensioniert und mit Teak-Schlägen ausgestattet, was eine praktische und haptische Arbeitsfläche für ein Boot bietet, das hart gesegelt werden soll.
Rigg und Handhabung
Die 35 S5 wurde von der Designlinie Jean Berret entworfen und markiert den Beginn der Dominanz des 7/8-Riggs in der Beneteau First-Linie – eine Konfiguration, die ein größeres Großsegel und einen leichteren Balancepunkt ermöglicht als die überlappenden Vorsegel-Konstruktionen früherer IOR-Boote. Der Rumpf wurde für Geschwindigkeit gezeichnet, und das Boot kann seine Qualitäten auch auf anspruchsvollen Regattabahnen unter Beweis stellen, was ihren Ruf als Clubregattayacht ebenso bestätigt wie als Fahrtenyacht. Die Steuerung erfolgt über eine hervorragende Carbonpinne mit langem, weichem und präzisem Rudergefühl – ein Detail, das damalige Tests als Höhepunkt des Steuergefühls hervorhoben. Mit einem Tiefgang von 1,88 m (Option tief) sorgt der Bulbkiel für den nötigen Grip, um diese fraktionierte Leistung effektiv nach Luv zu tragen. (1)
Unterbringung
Der Innenraum von Philippe Starck zeigt den exklusiven Charakter der S5 am deutlichsten. Die Dekoration kombiniert auffälliges Mahagoni und Aluminium mit strahlend weißer Polsterung, schwarzen Gummileisten bis zur Decke und Arbeitsplatten aus weißgeflecktem Marmor – eine Ästhetik eines Boutique-Hotels, die in einen für Regatten gebauten Rumpf integriert wurde. Furniere und massive Zierleisten sind in dunkel gebeiztem Mahagoni ausgeführt, was den weißen Flächen Wärme verleiht. Die Anzahl der Kojen variiert je nach Ausstattung: Sie bietet sechs oder acht Kojen in drei oder vier Kabinen, abhängig vom Layout. Eine bemerkenswerte Weiterentwicklung gegenüber der früheren Einzel-Koje im Achterbereich war die Erweiterung zu einer Doppelkoje, die unter den Cockpitboden geschoben und hinter dem Motorraum platziert wurde, wodurch sonst nutzloser Raum achtern gewonnen wurde.
Das Fazit
Die Beneteau First 35 S5 ist ein Boot voller Gegensätze: ein wirklich schneller Rumpf mit einer IOR-formenorientierten Linienführung, gehüllt in einen Philippe Starck-Innenraum, den manche lieben und andere wieder entfernen würden. Ihr 7/8-Rigg und die präzise Carbonpinne machen sie zum Vergnügen beim Segeln, und die vergrößerte Achterkoje zeigt eine clevere Raumnutzung. Für Segler, die Regattakompetenz suchen, ohne auf Wochenendkomfort zu verzichten, ist sie eine einzigartige Aussage der 1980er Jahre.
Vorteile
- Rumpf für Geschwindigkeit entwickelt mit einer IOR-beeinflussten Form und hervorragenden Eigenschaften beim Kreuzen um die Bojen
- 7/8-Rigg mit präziser Carbonpinne für ein ausgewogenes, direktes Handling
- Philippe Starck-Interieur mit einem cleveren Doppel-Viertelkoje unter der Plichtsohle
- Großzügiges Cockpit mit Teak-Schlägen und markanter Stilisierung der Zenitalfenster
Nachteile
- Die polarisierende Philippe Starck-Ästhetik spricht Traditionalisten nicht unbedingt an
- Aus der IOR abgeleitete Rumpfeigenschaften, die an eine veraltete Regatta-Ära gebunden sind
- Die geringe Stückzahl bedeutet weniger Exemplare auf dem Markt






