Design und Konstruktion
Jean-Marie Finot von Groupe Finot entwarf die First 285 als vielseitige Regatta-/Fahrtenyacht aus den 80er Jahren von Beneteau. Der Rumpf ist aus massivem GFK gefertigt, während das Deck mit einem Balsaholzkern versehen ist, um die Steifigkeit der Decksplatten zu erhalten, ohne zusätzliches Gewicht im Topp zu verursachen. Strukturell trägt ein geformter Innenschalenrahmen die Kojenbretter und den Kajütausbau und umfasst eine Gitterstruktur, die fest mit dem Rumpf laminiert ist, um ihn zu verstärken. Der Ballast besteht aus Gusseisen, und das Boot wurde mit einem Bulbkiel mit 1,60 m Tiefgang oder einem Flügelkiel mit 1,17 m Tiefgang verkauft. Eine großzügige Breite von 2,99 m verleiht dem Rumpf eine gute Formstabilität, und das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 193 ordnet den Entwurf für seine Epoche auf der leichteren Seite ein. (1)
Rigg und Handhabung
Die 285 ist mit einem kraftvollen 7/8-Rigg auf einem Mast mit einer Saling ausgestattet, der an Deck gesteppt ist und unter Deck durch eine im Bodengruppenträger verankerte Stütze abgefangen wird. Ein verstellbares geteiltes Achterstag ermöglicht es dem Rudergänger, die Biegung des Vorstags präzise einzustellen. Das teilweise ausbalancierte Spatenruder sorgt für einfache Manövrierbarkeit auf raumen Kursen. Unter Motor schiebt ein 18 PS starker Volvo mit Faltpropeller das Boot voran; einige Eigner berichten von besserer Manövrierfähigkeit und Leistung nach dem Einbau eines größeren dreiflügeligen Drehflügelpropellers. In den Zahlen hält ein moderates Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 16,2 das Boot davon ab, übermäßig viel Segelfläche zu tragen. Dennoch berichten einige Eigner, dass sie Schwierigkeiten hatten, die Basishandicap-Werte von 183 bis 186 Sekunden pro Meile für den Bulbkiel bzw. 192 für den Flügelkiel zu erreichen.
Unterbringung und Decksplan
Der tiefe Heckspiegel ist eine echte Bade- und Sprungplattform mit einer Badeleiter, die vom Wasser aus bedient werden kann – ein echter Sicherheitsvorteil. Ein öffnendes Bullauge im Spiegel bringt Licht und Luft in die Achterkabine. Unter Deck ist druckgestütztes Frischwasser aus einem 10-Gallonen-Tank serienmäßig, unterstützt durch einen 6-Gallonen-Warmwasserbereiter, der für ein Boot dieser Größe ein seltener Komfort war, und die Fäkalientanks haben eine Kapazität von 10 Gallonen. Eine manuelle Bilgenpumpe ist am Steuerbord-Süll montiert, wo sie stets griffbereit liegt. Die Ruderanlage wurde als Pinne oder Rad angeboten, sodass Käufer zwischen Regatta-Gefühl und Cockpit-Erwartung wählen konnten.
Bekannte Schwachstellen
Kritikpunkte der Eigner konzentrieren sich auf undichte Deckenverkleidungen und Risse in den Bullaugen, die schließlich zum Leck führen. Der Weg des Wassers ist das eigentliche Problem: Feuchtigkeit, die sich dort sammelt, wo eine Sperrholzschottwand mit dem Rumpf verbindet, kann dazu führen, dass diese Schottwand delaminiert. Auch eine Dusche, deren Wasser in die flache Bilge läuft, wird als unerwünscht kritisiert, da das Wasser genau dorthin gelangt, wo man es am wenigsten haben möchte. Dies sind lokale, inspizierbare Mängel und keine strukturellen Epidemien.
Refits und Eignergebrauch
Das am häufigsten genannte Upgrade durch Eigner ist der Austausch des Propellers gegen eine größere dreiflügelige Drehflügelpropeller für bessere Manövrierfähigkeit unter Motor. Ansonsten sind die Systeme des Bootes einfach gehalten, und die GFK-Bodenwanne schränkt eingreifende Modifikationen ein. Daher konzentriert sich der Eignerbetrieb meist auf die Wartung der Dichtungen und kosmetische Aktualisierungen anstatt auf strukturelle Arbeiten.
Das Fazit
Die First 285 ist ein durchdacht konstruiertes kleines Finot-Design, das etwas PHRF-Leistung gegen eine breite, komfortable Kabine und einen gutmütigen Decksplan eintauscht. Der Flügelkiel sorgt für mehr Stabilität im Revier, und der Bulbkiel hält sie auf Clubebene konkurrenzfähig. Achten Sie nur auf die Bullaugen und den Bilgenablauf – dann belohnt das Boot seinen Eigner mit einfachen Manövern und einem praktischen Layout für kleine Fahrten.
Vorteile
- Leichter, breiter Rumpf mit guter Formstabilität für seine Länge
- Sugar-Scoop-Heckspiegel mit aus dem Wasser ausfahrbarer Badeleiter
- In Bulbkiel- und Flügelkiel-Versionen für Regatten oder geringen Tiefgang erhältlich
- 6-Gallonen-Warmwasserbereiter und 10-Gallonen-Frischwasser-/Fäkalientanks als Standardkomfort
Nachteile
- Rissige Bullaugen können undichten und Sperrholzschotten delaminieren lassen
- Duschen, die in die flache Bilge ablaufen, sind unpraktisch
- Einige Eigner berichten über Schwierigkeiten, die Basis-PhRF-Werte zu erreichen
- Verschleiß des Deckenhimmels ist ein häufiges Manko bei Eignern










