Design und Konstruktion
Der Rumpf der 235 ist ein GFK-Einrumpfer mit einem moderat steilen Vorsteven, einer weit nach achtern getragenen Breite und einem leicht gerundeten Deckssprung. Beneteau baute das Boot nach den Produktionsstandards jener Ära: massives Glasfaser unter der Wasserlinie mit Sandwichdeckstruktur darüber. Das Boot wurde als Variante mit Festkiel, Schwenkkiel (Hubkiel) und einer Flügelkiel-Variante angeboten, die auf dem US-Markt sehr beliebt war. Zudem verfügt sie über Doppelruder – was für ein Boot dieser Größe ungewöhnlich ist. Die Verdrängung liegt bei nur etwa 2.800 Pfund mit einem Eisenballast von 825 Pfund. Die Breite über alles von 8 Fuß 2 Zoll und die Wasserlinienlänge von 20 Fuß 4 Zoll verleihen dem kleinen Rumpf echtes Volumen. Der Entwurf basiert lose auf einem frühen Entwurf von Finot aus dem Jahr 1978, und das Ergebnis ist eher ein Boot für Küstenfahrten als eine Blauwasser-Yacht. (2)
Rigg und Handhabung
Die First 235 ist als 7/8-Slup getakelt, und dieses Rigg bietet eine größere Gleichgewichtslage zwischen Großsegel und Vorsegel im Vergleich zur Masttopp-getakelten Catalina 25. Ein relativ großzügiger Segelplan von 248 Quadratfuß bei geringer Verdrängung führt zu einem hohen Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D). Die Werft beschreibt das Boot als außergewöhnlich gut auf allen Geschwindigkeitsbereichen, mit viel Energie, Feingefühl und Präzision. Die Rumpfgeschwindigkeit liegt bei etwa 6 Knoten. Das Decks-Layout ist unkompliziert, alle Leinen sind nach achtern geführt, sodass das Boot problemlos einhand gesegelt werden kann. Kritiken aus der damaligen Zeit lobten die schnelle und spaßige Fahrtseigenschaften, obwohl die Version mit Hubkiel bei starkem Wind eine Herausforderung darstellte. (2)
Unterbringung
Unter Deck nutzt die 235 ihre Breite und Wasserlinie optimal aus. Sie bietet reichlich Volumen und eine Aufteilung, bei der typischerweise eine V-Koje im Vorschiff, zwei Achterkojen, eine kleine Pantry an Backbord und eine tragbare Bordtoilette an Steuerbord untergebracht sind. Rezensenten berichteten von zwei Kojen im Salon und einer Doppelkoje in der Achterkabine; das Boot ist offiziell für vier Erwachsene ausgelegt. Ein Großteil des Innenraums wird für die Pantry und Nasszellen aufgewendet, wobei Einfachheit beim Ausbau im Vordergrund stand. Die Stehhöhe ist je nach Standpunkt auf etwa 1,52 m bis 1,63 m begrenzt, und die Annehmlichkeiten sind einfach gehalten: ein einfacher Spiritusbrenner, begrenzte Frischwasserkapazität von typischerweise 38 bis 57 Litern und kein fest installierter Kühlschrank. Das Boot war nicht mit Druckwasser, Fäkalientanks oder elektrischen Systemen über das absolute Minimum ausgestattet.
Bekannte Schwachstellen
Exemplare mit Schwenkkiel können unter Verschleiß oder Klemmen des Kielscheibenlagers leiden, wenn die Mechanik nicht ordnungsgemäß gewartet wurde. Wie bei vielen Booten dieser Ära kann alterndes oder schlecht abgedichtetes Decksbeschlag dazu führen, dass Wasser durch die Decksbeschläge eindringt. Zudem können die Montagehalterungen und Buchsen der Doppelruder im Laufe der Zeit Spiel oder Korrosion entwickeln. Einige Eigner berichten von Kondenswasser im Inneren aufgrund der begrenzten Isolierung und der engen Räume an kühlen Tagen.
Refits und Unterhalt
Die Eignerschaft einer 235 bedeutet, mit einem bewusst minimalistischen Systemumfang zu leben: keine Fäkalientanks, kein Druckwasser und nur die grundlegende elektrische Infrastruktur, wie sie abgeliefert wurde. Das Sandwichdeck über dem GFK-Rumpf ist der Bereich, auf den man bei Undichtigkeiten am Dichtungsmaterial achten muss, und jedes Boot mit Schwenkkiel erfordert Aufmerksamkeit beim Bolzenlager des Kiels. Die US-Variante mit Flügelkiel und die Version mit festem Flossenkiel vermeiden für Käufer, die es einfacher mögen, komplett einen Hubmechanismus.
Das Fazit
Die First 235 ist eine kleine, leichte und agile Regatta-/Fahrtenyacht, die den Performance-Gedanken von Finot-Beneteau in einer für das Küstensegeln idealen Größe vereint. Sie segelt sich mit kleiner Crew leicht und belohnt einen pfleglichen Eigner mit einem lebendigen, gutmütigen Tag und Wochenende auf dem Wasser. Doch ihre spartanischen Unterkünfte und Systeme, die geringe Stehhöhe und die Wartungsaufwände für Kiel und Ruder kennzeichnen sie als Boot für den handwerklich versierten Segler und weniger als Komfort-Fahrtenyacht.
Vorteile
- 7/8-Slup mit allen Leinen nach achtern geführt für einfaches Einhandsegeln
- Geringe Verdrängung und hohes Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis machen sie schnell und unterhaltsam
- Doppelruder und mehrere Kieloptionen, darunter ein in den USA beliebter Flügelkiel
- Große Breite und Wasserlinie bieten überraschend viel Volumen für 23 Fuß
Nachteile
- Stehhöhe nur ca. 1,52 m bis 1,63 m und sehr einfache Ausstattung
- Die Bolzen des Schwenkkiels können verschleißen oder klemmen; die Doppelruder benötigen regelmäßige Überprüfung der Buchsen
- Undichtigkeiten an Decksbeschlägen und Kondenswasser sind bekannte Schwachstellen bei Eignern
- Kein Boot für das Blauwassersegeln; ausschließlich für Küstenfahrten geeignet










