Bavaria Cruiser 30 — Informationen, Bewertung, technische Daten

J&J Design·2005 – 2007·Bavaria Yachts
Bavaria Cruiser 30 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · bulbkiel
Rigg
7/8-Slup
LOA
31.08' · 9.47 m
Verdr.
9.240 lbs · 4.191 kg
Erstes Baujahr
2005

Die Bavaria Cruiser 30 ist eine 31FußYacht des J&J Design, die von 2005 bis 2007 von Bavaria Yachts gebaut wurde. Sie steht im Zentrum der langjährigen Zusammenarbeit der Werft mit dem slowenischen Designteam, das über 70 ihrer Modelle geprägt hat. Mit einer Wasserlinienlänge von 27 Fuß, einer Breite von 10 Fuß 9 Zoll und einer Verdrängung von 9.240 Pfund, unterstützt durch einen Eisenballast von 2.220 Pfund, liest sie sich eher als volumenreiche MittelklasseKüstenFahrtenyacht denn als rahmungslose Regattayacht – dennoch deuten Tests aus dieser Ära darauf hin, dass sie mit mehr Schwung segelt, als es ihr rein reiner Produktionsstammbaum vermuten lässt.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
31,08 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
27,08 ft
Breite
10,75 ft
Tiefgang
4,58 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe
46,25 ft

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Bulbkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
2.220 lbs (Eisen)
Verdrängung
9.240 lbs
Wasserkapazität
40 gal
Kraftstoffkapazität
25 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
7/8-Slup
Vorliek Großsegel
Unterliek Großsegel
Vorsegeldreieck Höhe
Vorsegeldreieck Basis
Vorstaglänge (geschätzt)
Segelfläche
400 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
14,53
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
24,03
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
207,72
Komfort-Ratio
21,36
Kenterungsverhältnis
2,05
Rumpfgeschwindigkeit
6,97 kn

Design und Konstruktion

Der Rumpf trägt die optischen Merkmale dieser Ära: ein leichter Winkel am Vorsteven und ein Heckspiegel mit einem „Sugar-Scoop“-Anker. Unter der Wasserlinie bot Bavaria tiefe und flache Flossenkiele sowie eine Tandem-Konfiguration, bei der zwei vertikale Profilsektionen mit einem Bulbkiel darunter kombiniert sind und einen Tiefgang von nur 4 Fuß 6 Zoll (ca. 1,37 m) aufweisen, während der Flossenkiel selbst 6 Fuß 5 Zoll (ca. 1,95 m) tief ist. Ein Testboot war mit einem optionalen High-Tech-Kiel ausgestattet, der zwei Profile über einen eisernen Bulbkiel verband. Das Spatenruder läuft unabhängig vom Kieltyp in derselben Tiefe. Die Innenaufteilung folgt dem Standardverfahren von Bavaria: Holzteile sind direkt mit dem Rumpf laminiert, während das Deck durch abnehmbare, vinylvorbereitete Sperrholzplatten zugänglich gemacht wird. Eigner beschreiben den Innenausbau als robust, solide und gut verarbeitet, wobei er sich im Laufe der Jahre sehr gut gehalten hat. (1)

Rigg und Handhabung

Der Mast ist weit vorn positioniert, wie es bei Bavaria damals üblich war, was zu einem spitz zulaufenden Vorsegeldreieck führt. Unterstützt wird ein relativ hoher, schlanker Mast mit einer einzelnen Saling durch ungewöhnliche Halbsalingen, die von den Salingenden zu einem Punkt mittschiffs unterhalb der Wanten verlaufen. Die Genua hat eine moderate Überlappung mit einer inneren Wantenhilfe für einen schmalen Schotwinkel, und zum Testboot wurden Traileranhänger montiert. Die Geometrie der Großschot ist unkonventionell: Das Leinen läuft vom Mittelteil des Baums über Deckspanten vor dem Niedergang nach vorn zum Mast und dann nach achtern zu einer Winsch auf dem Kajütdach, wodurch auf jedem Ankerkurs ein anderer Zugwinkel entsteht. Zu den getesteten Segelplänen gehören eine Rollgenua mit Seldén Mastfurlung und einer Großsegeltrimmung über einer Winsch auf dem Kajütdach, während auch ein Volllatten-Mastfurlungsrigg und das Standard-Rigg verfügbar waren. (1)

Unter Segeln erwies sich das Boot als trocken und lebendig. Beim Segeln hoch am Wind bei böigen Nordostwinden vor Marblehead konnte der Tester nicht eine einzige Welle ins Cockpit spritzen lassen. Bei 10 Knoten Wind mit stärkeren Böen lief sie mit 5,5 bis 6 Knoten Geschwindigkeit und einem weichen Seegang, und sie ging problemlos über etwa 105 Grad Bug zu Wind um. Sie drehte sich unter dem 18-PS-Volvo-Saildrive und unter Segel wie auf rohen Eiern, wobei beim Rückwärtsfahren nur ein leichter anfänglicher Radeffekt an Steuerbord auftrat, der schnell durch das Anschlagen behoben werden konnte. Trotz des Widerstands einer festen Zweiblattpropeller und eines bekannten leichten Überhangs nach achtern ist die Leichtwindleistung für eine volumenstarke Fahrtenyacht mehr als respektabel, und sie segelt im Großen und Ganzen sehr gut. (2)

Unterbringung

Unter Deck ist die Cruiser 30 geräumig und bietet einen angenehmen Holzinnenausbau. Die Stehhöhe liegt fast überall im Ankertörn bei fast 1,80 m. Doppelkojen befinden sich in den Vorschiff- und Achterkabine mit Kojen in vernünftiger Länge und gutem Stauraum. Die Pantry liegt an Backbord, ist konventionell aufgebaut und verfügt über eine großzügige Schneideplatte. Gegenüber befindet sich ein Navigationstisch mit einem passablen Kartentisch, und vor der Pantry steht zwischen den Sofakojen ein klappbarer Tisch. Die Nasszelle ist für ein 30-Fuß-Boot außergewöhnlich geräumig und verfügt über einen Fäkalientank. Die Plicht ist von ordentlichem Format, obwohl sie größtenteils von der Steuerkonsole und dem Steuerwagen eingenommen wird. Das Rad steuert sich ganz achtern, um diesen Raum zu maximieren, und die selbstholenden Lewmar 30 Primärwinden an den Lenzenden sind leicht erreichbar. (1)

Refits und Eignerschaft

Konstruktionsdetails sind wichtig für Eigner, die eine Ankerwinde planen: Ein Teil der Form des Ankerkastens wird beim Bau geändert, wenn eine Ankerwinde spezifiziert ist, was in Online-Foren von Eignern häufig thematisiert wurde. Der Standardmotor ist ein 18 PS starker Volvo Saildrive mit 25 Gallonen Diesel und 40 Gallonen Wasser; der Saildrive und der Festpropeller des getesteten Bootes entsprechen der Basisausstattung. (1)

Das Fazit

Die Bavaria Cruiser 30 ist eine gut durchdachte kleine Fahrtenyacht, die unter Segeln ihr Gewicht übertakelt. Ihr Mast vor dem Vorschiff und die Option mit Tandemkiel erweitern ihre Reichweite, während die gut gepflegte Innenausbauqualität und die geräumigen Nasszellen das Leben an Bord angenehm machen. Sie ist kein Leistungsträger, aber eine seetüchtige, trockene und wendige Familien-Fahrtenyacht für Küstenreviere.

Vorteile

  • Trockenes, direktes Rudergefühl mit einfachen Wenden und engen Kurven unter Motor und Segeln
  • Der Tandemkiel öffnet das Revier für Flachwasserreviere mit einem Tiefgang von nur 1,37 m (4'6")
  • Geräumiger, hochwertig ausgestatteter Innenraum mit außergewöhnlich großen Nasszellen für diese Bootslänge
  • Mastfurlung und gut erreichbare Großsegel erleichtern das Segeln mit kleiner Crew

Nachteile

  • Leicht überhängender Spiegel und die Leistung der festen Zweiblattpropeller wird eingeschränkt
  • Ungewöhnliche Großschot-Geometrie und schmaler Vorsegeldreieck begrenzen die Trimmmöglichkeiten des Riggs
  • Großer Teil der Plicht wird von der Steuerkonsole und dem Tisch beansprucht

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