Design und Konstruktion
Der Rumpf ist aus massivem GFK ohne Kern gefertigt, und das Deck besteht ebenso aus massivem Glas – ein unkompliziertes, konservatives Laminat, das zu einer Fahrtenyacht passt, die Kratzer am Steg und Schrammen nach Grundberührungen ohne Sorgen um Delaminationen verkraften soll. Mit einer Länge über alles von knapp über 38 Fuß und einer Wasserlinie von etwa 29,5 Fuß weist die 370 eine Breite von fast 12,5 Fuß auf, was zu einem B/L-Verhältnis von 3,07 führt, was für die damalige Zeit als moderat breit gilt. Der Flossenkiel hat je nach Beladung einen Tiefgang von etwa 1,80 bis 1,90 Metern, und der eiserne Ballast von 5.500 Pfund liegt bei einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 35 Prozent bei einer Verdrängung von 15.650 Pfund. Dieses Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 271 ordnet sie fest in die Kategorie der beladenen Fahrtenyachten ein und nicht in die Klasse der Leichtdeplacement-Regattayachten. Die benetzte Bodenfläche beträgt etwa 38 Quadratmeter, was ihre theoretische Rumpfgeschwindigkeit von 7,3 Knoten und ihr Absenkungsvermögen von etwa 229 kg pro Zentimeter begründet – was bedeutet, dass sie sich unter Vorräten und Crew in vorhersehbarem Maße absenkt. (1)
Rigg und Handhabung
Die 370 ist eine Masttoppslup mit 632 Quadratfuß Segelfläche nach dem ISO-Referenzrigg, was zu einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 16,2 führt; mit einer 135-prozentigen Genua steigt dieser Wert auf 19,1 – ein nützlicher Spielraum für Leichtwindtörns, ohne dass überlappende Vorsegel erforderlich wären, die das Handling mit kleiner Crew erschweren würden. Die Abmessungen des stehenden und laufenden Guts sind für diese Größe großzügig bemessen: Die Fallen haben eine Länge von 34,8 Metern bei 12 mm, die Schoten für Fock und Genua sind 11,7 Meter lang bei 14 mm, und die Großschot ist mit 29,1 Metern ebenfalls bei 14 mm ausgeführt, was reichlich Spielraum und Toleranz beim Wechseln bietet. Ein Spatenruder und ein Flossenkiel verleihen ihr die Kursstabilität, die man von diesem Typ erwartet. Das Kenterungsverhältnis von 1,99 und ein Komfort-Ratio von 25,9 beschreiben ein Boot mit angemessener Sicherheitsreserve auf See und einem stabilen Seeverhalten im Kabbelwasser für seine Länge, obwohl keine der beiden Werte sie nach modernen Maßstäben zu einer Blauwasser-Fahrtenyacht macht.
Unterbringung
Die Kabinenaufteilung, die Anzahl der Kojen und der Innenausbau der 370 werden in den verfügbaren Unterlagen nicht beschrieben. Ein Käufer muss daher jeden Rumpf auf diese Details selbst inspizieren. Das Boot verfügt über 85 Gallonen Wasser und 30 Gallonen Diesel – Werte, die eine einwöchige Törnwoche für zwei Personen ohne ständige Sparmaßnahmen ermöglichen. Der einzelne 28-PS-Diesel Volvo Penta MD2003 – eine Schätzung in den Werftdaten – würde das Boot bei ruhigem Wasser nahe der Rumpfgeschwindigkeit mit moderatem Kraftstoffverbrauch antreiben.
Bekannte Schwachstellen
Die einzige wartungsrelevante Tatsache ist die große benetzte Fläche des Unterwasserschiffs von etwa 38 Quadratmetern, was sich bei jedem Kranen direkt in den Kosten für Antifouling und Antifouling-Lack niederschlägt. Ein Käufer sollte entsprechend kalkulieren, da die Oberfläche größer ist als bei schmaleren zeitgenössischen Booten.
Das Fazit
Die Bavaria 370 ist eine solide, konservativ gebaute deutsche Fahrtenyacht aus den frühen Neunzigern, entworfen von einem langjährigen Hausarchitekten von Bavaria und konzipiert für berechenbares, belastbares Fahrtensegeln statt für Geschwindigkeit. Ihre Werte beschreiben ein stabiles, komfortables Boot mit genügend Flexibilität im Segelplan für Leichtwind, und ihre Bauweise aus massivem GFK schont die Bauraumqualität und vermeidet die Schwachstellen von späteren Verbundstoffdecks. Der Kompromiss liegt in moderaten Leistungen unter dem Standardrigg und einem breiten Unterwasserschiff, dessen Pflege Aufwand bedeutet.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf und Deck ohne Sandwichkern, der delaminieren könnte
- Kalkulierbare Komfortwerte (Motion Comfort 25,9, Kenterungsverhältnis 1,99)
- Großzügige Riggmaße erleichtern den Austausch und die Trimmung
- 135 % Genua erhöht das SA/D-Verhältnis auf 19,1 für Leichtwindtörns
Nachteile
- Große benetzte Fläche von 38 m² erhöht die Kosten für Antifouling
- Gemäßigtes SA/D-Verhältnis von 16,2 unter Referenzsegel erfordert eine Genua für mehr Lebendigkeit
- Keine Innenraumdaten zur vorzeitigen Beurteilung der Aufteilung









