Design und Konstruktion
Unter der Wasserlinie ist der Rumpf aus massivem GFK gefertigt, mit einem verstärkten Kevlar-Bugshield und zusätzlichen Laminatschichten entlang der Mittellinie sowie einer verstärkten Kielverbindung – Details, die für die Stoßfestigkeit in den am stärksten beanspruchten Bereichen, dem Rumpfverstärkungsbereich und der Kielverbindung, sprechen. Die Bodenwrangen sind aus S-Glas für zusätzliche Festigkeit gebaut, während das Überwasserschiff und das Deck mit Divinycell-Schaumkern versehen sind. Diese Kombination reduziert das Gewicht und sorgt für mehr Steifigkeit, ohne auf den soliden Unterwasserschiffsbereich zu verzichten. Jedes Exemplar wurde unter strengen Richtlinien des Germanischen Lloyd gebaut. Der Standardkiel besteht aus einer gusseisernen Profilboje mit 1,93 m Tiefgang, wobei ein optionales Bleikiel und eine Version mit 1,63 m Flachkiel in beiden Materialien erhältlich sind. (1)
Rigg und Handhabung
Das stehende Gut zeigt eine klare Ausrichtung auf die Leistung am Wind: Die Wanten sind innenliegend für schmale Schotwinkel angeordnet und führen zu einzelnen Püttingen, die die Rigglasten über ein unten liegendes Zugstück auf den Rumpf übertragen. Ein Seldon-Mast mit zwei Salingen trägt einen starren Baumniederholer und ein konventionelles Großsegel, während ein Furlex-Rollfocksystem das Vorstag bedient und eine 7-Unzen-Elvstrom-Genua mit 140 % Streckung als Standard dient. Der Traveller der Großschot befindet sich vor dem Niedergang, was die Plicht frei hält. Probefahrer empfanden ihre Bewegungen im Seegang überraschend weich; sie neigt kaum zum Einsetzen (Pounding), eine Eigenschaft, die hervorragend zu der optisch großen, aber tatsächlich gut nutzbaren Plicht passt, in der der Steuermann gute Sicht und Beinfreiheit genießt.
Unterbringung
Beide Innenraumkonfigurationen teilen sich elegante, lackierte Mahagoni-Innenausbauten, eine saubere, weiße Innenschale und erstklassige Ausstattung. Jeder Entwurf beginnt mit einer V-Koje im Vorschiff, einem Kleiderschrank an Backbord und einer Nasszelle an Steuerbord. Der Salon der Zwei-Kabinen-Version schließt sich an eine Dinette an Steuerbord mit zwei bequemen gegenüberliegenden Sitzen an, während die C-förmige Pantry an Backbord den Herd und Ofen außen und zwei Edelstahlspülen im Vorschiff platziert; die Navigationsecke gegenüber bietet einen gut dimensionierten Kartentisch, einen bequemen Sitz und einen Werkzeugkasten darunter. Das Modell mit zwei Kabinen verfügt über eine große Doppelkoje achtern an Steuerbord, während das Layout mit drei Kabinen jeweils eine kleinere Doppelkoje auf beiden Seiten aufteilt. Eine 12-Volt-Kühlbox ist Standard.
Deck und Ausrüstung
An Deck sind die Cockpitsitze und der Bodenbretter mit Teakholz ausgelegt, und die Steuerung erfolgt über eine Whitlock-Ruderanlage. Ein Edelstahl-Ankerrolle mit elektrischer Ankerwinde ist im externen Ankerkasten serienmäßig vorhanden. Teakdecks waren eher ein kostspieliges Sondermodell als Standardausstattung, und die großzügige Plicht unterstreicht die charterfreundliche Ausrichtung des Bootes, ohne die Sichtlinie des Rudergängers einzuschränken.
Das Fazit
Die Bavaria 40 ist eine durchdacht konstruierte Fahrtenyacht mit Achtercockpit, die Serienproduktion mit echter struktureller Sorgfalt verbindet: ein solider GFK-Rumpf mit Kevlar-Bugverstärkung, Sandwichwände mit Schaumkern und die Disziplin einer Lloyd’s-Werft. Das innenliegende Wantensystem und der vordere Traveller sorgen für eine aufgeräumte Plicht und gute Winkel am Wind, während die beiden Innenraumaufteilungen edle Mahagoni-Akzente und eine praktische Achse aus Pantry und Navigationsecke bieten. Ihr angenehmes Seeverhalten und das große Cockpit eignen sich hervorragend für Paare und Familien.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf unter der Wasserlinie mit Kevlar-Bugspitze und verstärkter Kielflosse
- Innere Wanten und Einzel-Pod-Püttinge für optimale Schotwinkel
- Zwei gut ausgestattete Innenraumaufteilungen mit Mahagoni-Innenausbau und serienmäßiger Kühlung
- Große, hervorragend einsehbare Plicht mit Teak-Auflagen und Whitlock-Steuerung
Nachteile
- Teakdeck ist eher eine kostspielige Option als Standard
- Das Layout mit Achtercockpit ist nicht die blauwassertaugliche Mittelcockpit-Ocean 40







