Bavaria 1060 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Axel Mohnhaupt·1985·Bavaria Yachts
Bavaria 1060 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
Masttoppslup
LOA
34.78' · 10.6 m
Verdr.
12.000 lbs · 5.443 kg
Erstes Baujahr
1985

Die Bavaria 1060 ist eine 34 Fuß 7 Zoll lange Fahrtenyacht für küstennahe Reviere, die Mitte der Achtziger von Axel Mohnhaupt entworfen und von der Bavaria Yachtbau GmbH, einer deutschen Werft, die seit 1979 ihren eigenen Chefkonstrukteur nutzt, gebaut wurde. Sie verfügt über ein MasttoppslupRigg auf einem soliden GFKRumpf mit Flossenkiel und Spatenruder. Ihre Breite von 11 Fuß 1 Zoll bei einer Wasserlinienlänge von 28 Fuß 1 Zoll ergibt ein Verhältnis von Länge zu Breite (L/B) von 3,14 – eine eher schmale, leicht anspringende Form statt eines volumenoptimierten Bootes mit maximaler Breite. Die Verdrängung liegt bei etwa 12.000 Pfund mit Eisenballast, und die benetzte Fläche beträgt rund 355 Quadratfuß, was sie eher in die Reihe leichterer Regatta/Fahrtenyachten als in die schweren BlauwasserTypen einordnet.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
34,78 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
28,17 ft
Breite
11,1 ft
Tiefgang
5,5 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Spatenruder
Ballast
(Eisen)
Verdrängung
12.000 lbs
Wasserkapazität
80 gal
Kraftstoffkapazität
26 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Masttoppslup
Vorliek Großsegel
38,72 ft
Unterliek Großsegel
11,16 ft
Vorsegeldreieck Höhe
42,98 ft
Vorsegeldreieck Basis
12,98 ft
Vorstaglänge (geschätzt)
44,9 ft
Segelfläche
495 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
15,11
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
239,65
Komfort-Ratio
24,93
Kenterungsverhältnis
1,94
Rumpfgeschwindigkeit
7,11 kn

Design und Konstruktion

Mohnhaupts Aufteilung aus den späten 1980er Jahren liest sich wie die eines zweckmäßigen Familien-Fahrtenyachts mit Regatta-Eigenschaften. Das DL-Verhältnis von 191 ordnet sie zu jenen ein, die Rezensenten als „moderate Regattayachten“ kategorisieren, und das SA/D-Verhältnis von 17,2 bei dem Referenzsegel – das mit einer 135-prozentigen Genua auf 20,5 steigt – bestätigt ein Rigg, das mehr Luftstrom als Ballast belohnt. Der Rumpf selbst ist aus massivem GFK ohne angegebenen Sandwichkern gefertigt, und die Standard-Laminattechnik der Werft jener Ära setzte auf gezielte Verstärkungen statt auf exotische Sandwichkonstruktionen. Ihr Kenterungsverhältnis von 2,06 und eine Komfort-Ratio von 20,3 beschreiben ein Boot, das sich im Seegang bewegt, ohne ein steifer Hochseerumpf oder ein rankes Daysailer zu sein. Die Absorptionsrate von etwa 1.101 Pfund pro Zoll bedeutet, dass sie berechenbar belastet wird, und der variable Tiefgang von 5,6 bis 5,9 Fuß hält sie innerhalb der meisten Marina-Grenzen.

Rigg und Leistung

Das Masttopp-Rigg trägt Fallen mit einer einheitlichen Durchmesser von 12 mm bei etwas über 101 Fuß Länge, wobei Schoten und Trimmeinrichtungen für die Handhabung durch die Crew ausgelegt sind und nicht ausschließlich für motorisierte Winschen. Ein 28 PS starker Volvo Penta Diesel mit Saildrive sorgt für eine berechnete Höchstgeschwindigkeit von etwa 6,7 Knoten, während die 18 PS Variante diesen Wert auf 5,3 Knoten senkt; die theoretische Verdrängungs-Rumpfgeschwindigkeit für ihre Länge liegt bei 7,2 Knoten, sodass sie unter Segeln bei angemessener Brise nicht weit von ihrer konstruktiven Grenze entfernt ist. Der Segelplan von 495 Quadratfuß auf einem 34 Fuß 7 Zoll langen Rumpf ist reichlich vorhanden, ohne dass er eine kleine Crew überfordert, und der Flossenkiel mit Spatenruder sorgt für eine Manövrierreaktion, die eher an das Verhalten eines leichteren Bootes erinnert als an die Trägheit einer Langkiel-Fahrtenyacht.

Unterbringung

Die 1060 war mit acht Kojen ausgestattet – eine Zahl, die eher auf ein Eigner-Layout mit drei Kabinen oder einen Charter-Stil mit vier Kabinen als auf ein minimalistisches Layout für ein Paar hindeutet. Diese hohe Kojendichte, kombiniert mit 80 Gallonen Wasser und 26 Gallonen Diesel, beschreibt ein Boot, das für längere Wochen an Bord mit voller Crew konzipiert ist und nicht für Einhand-Küstentörns. Das massive GFK-Deck und der Rumpf teilen dieselbe unkomplizierte Bauweise, und die benetzte Fläche von 355 Quadratfuß ist so moderat, dass die moderate Segelfläche das Boot auch ohne ständigen Motorbetrieb antreibt.

Das Fazit

Die Bavaria 1060 ist eine Mitte der 80er Jahre von Mohnhaupt entworfene Fahrtenyacht, die Regatta-Tauglichkeit mit familiärem Wohnkomfort verbindet. Ihr moderater DL-Verhältnis, das großzügige Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis und der gutmütige Tiefgang machen sie zu einem praktischen Boot für Küstenfahrten und das küstennahe Offshore-Gebiet, während acht Kojen und ein vernünftiger Tankkapazität für längere Törns mit Freunden oder Familie geeignet sind. Die solide Laminatbauweise und die einheitlichen Rigggrößen zeugen von einer pragmatischen Bauweise, wobei der Saildrive und das moderate Komfort-Ratio die übliche Vorsicht beim Kauf eines Gebrauchtbootes erfordern.

Vorteile

  • Masttoppslup mit hohem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis unter Genua
  • Acht Kojen und eine Wasserkapazität von 80 Gallonen für ausgedehnte Törns mit Crew
  • Der Tiefgang von unter sechs Fuß ermöglicht den Hafenbezug in den meisten Marinas
  • Solider GFK-Rumpf und Deck im unkomplizierten Laminat

Nachteile

  • Der Saildrive-Antrieb erfordert bei der Inspektion eines Gebrauchtbootes besondere Aufmerksamkeit
  • Mittleres Komfort-Ratio macht das Boot weniger geeignet für schwere Langstreckenfahrten auf See

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