Design und Konstruktion
Mohnhaupts Aufteilung aus den späten 1980er Jahren liest sich wie die eines zweckmäßigen Familien-Fahrtenyachts mit Regatta-Eigenschaften. Das DL-Verhältnis von 191 ordnet sie zu jenen ein, die Rezensenten als „moderate Regattayachten“ kategorisieren, und das SA/D-Verhältnis von 17,2 bei dem Referenzsegel – das mit einer 135-prozentigen Genua auf 20,5 steigt – bestätigt ein Rigg, das mehr Luftstrom als Ballast belohnt. Der Rumpf selbst ist aus massivem GFK ohne angegebenen Sandwichkern gefertigt, und die Standard-Laminattechnik der Werft jener Ära setzte auf gezielte Verstärkungen statt auf exotische Sandwichkonstruktionen. Ihr Kenterungsverhältnis von 2,06 und eine Komfort-Ratio von 20,3 beschreiben ein Boot, das sich im Seegang bewegt, ohne ein steifer Hochseerumpf oder ein rankes Daysailer zu sein. Die Absorptionsrate von etwa 1.101 Pfund pro Zoll bedeutet, dass sie berechenbar belastet wird, und der variable Tiefgang von 5,6 bis 5,9 Fuß hält sie innerhalb der meisten Marina-Grenzen.
Rigg und Leistung
Das Masttopp-Rigg trägt Fallen mit einer einheitlichen Durchmesser von 12 mm bei etwas über 101 Fuß Länge, wobei Schoten und Trimmeinrichtungen für die Handhabung durch die Crew ausgelegt sind und nicht ausschließlich für motorisierte Winschen. Ein 28 PS starker Volvo Penta Diesel mit Saildrive sorgt für eine berechnete Höchstgeschwindigkeit von etwa 6,7 Knoten, während die 18 PS Variante diesen Wert auf 5,3 Knoten senkt; die theoretische Verdrängungs-Rumpfgeschwindigkeit für ihre Länge liegt bei 7,2 Knoten, sodass sie unter Segeln bei angemessener Brise nicht weit von ihrer konstruktiven Grenze entfernt ist. Der Segelplan von 495 Quadratfuß auf einem 34 Fuß 7 Zoll langen Rumpf ist reichlich vorhanden, ohne dass er eine kleine Crew überfordert, und der Flossenkiel mit Spatenruder sorgt für eine Manövrierreaktion, die eher an das Verhalten eines leichteren Bootes erinnert als an die Trägheit einer Langkiel-Fahrtenyacht.
Unterbringung
Die 1060 war mit acht Kojen ausgestattet – eine Zahl, die eher auf ein Eigner-Layout mit drei Kabinen oder einen Charter-Stil mit vier Kabinen als auf ein minimalistisches Layout für ein Paar hindeutet. Diese hohe Kojendichte, kombiniert mit 80 Gallonen Wasser und 26 Gallonen Diesel, beschreibt ein Boot, das für längere Wochen an Bord mit voller Crew konzipiert ist und nicht für Einhand-Küstentörns. Das massive GFK-Deck und der Rumpf teilen dieselbe unkomplizierte Bauweise, und die benetzte Fläche von 355 Quadratfuß ist so moderat, dass die moderate Segelfläche das Boot auch ohne ständigen Motorbetrieb antreibt.
Das Fazit
Die Bavaria 1060 ist eine Mitte der 80er Jahre von Mohnhaupt entworfene Fahrtenyacht, die Regatta-Tauglichkeit mit familiärem Wohnkomfort verbindet. Ihr moderater DL-Verhältnis, das großzügige Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis und der gutmütige Tiefgang machen sie zu einem praktischen Boot für Küstenfahrten und das küstennahe Offshore-Gebiet, während acht Kojen und ein vernünftiger Tankkapazität für längere Törns mit Freunden oder Familie geeignet sind. Die solide Laminatbauweise und die einheitlichen Rigggrößen zeugen von einer pragmatischen Bauweise, wobei der Saildrive und das moderate Komfort-Ratio die übliche Vorsicht beim Kauf eines Gebrauchtbootes erfordern.
Vorteile
- Masttoppslup mit hohem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis unter Genua
- Acht Kojen und eine Wasserkapazität von 80 Gallonen für ausgedehnte Törns mit Crew
- Der Tiefgang von unter sechs Fuß ermöglicht den Hafenbezug in den meisten Marinas
- Solider GFK-Rumpf und Deck im unkomplizierten Laminat
Nachteile
- Der Saildrive-Antrieb erfordert bei der Inspektion eines Gebrauchtbootes besondere Aufmerksamkeit
- Mittleres Komfort-Ratio macht das Boot weniger geeignet für schwere Langstreckenfahrten auf See










