Design und Konstruktion
Lefebers aus dem Trawler abgeleitete Form führte zu einer breiten, soliden Fahrtenyacht: Die Banjer 37 misst 36 ft 6 in Länge über alles (LOA), hat eine Breite von 11 ft 6 in und eine Wasserlinienlänge von 33 ft, wobei sie etwa 26.880 lb verdrängt. Der Langkiel weist einen Tiefgang von nur 4 ft 7 in auf – ein so geringer Tiefgang, dass sie problemlos in flachen Marinas liegen kann. Der massive GFK-Rumpf erfüllt die Bauvorschriften der Lloyd’s-Garantie mit einer Mindeststärke von 0,5 Zoll. Kritiken aus der damaligen Zeit bewerteten die Verarbeitungsqualität als hervorragend, und die benetzte Oberfläche beträgt rund 398 ft². Mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von fast 314 liegt sie fest in der Klasse der schweren Fahrtenyachten. Ihr Ballastanteil von rund 33 Prozent (etwa 8.800 lb Eisen) sorgt für eine Komfort-Ratio im mittleren Bereich der 40er – eine gemütliche, stabile Plattform statt eines lebhaften Regattabootes. (1)
Rigg und Handhabung
Das Standardboot ist eine Ketsch mit etwa 450 Quadratfuß Segelfläche – ein kleines Rigg, das die damaligen Tester dazu veranlasste, sie eher als Motorboot mit Segeln denn als Yacht zu bezeichnen. Eine Option mit Bermudadruck-Rigg verdoppelte diese Fläche fast auf 805 Quadratfuß und brachte das Gewichtsverhältnis näher an einen 50/50-Motorsailer. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis liegt bei 9,46, was die bescheidene Segelfläche bestätigt. Die Beschläge sind einheitlich: Die Schoten der Fock und der Genua laufen über 36,5 Fuß mit 14 mm Durchmesser, die Großschot über 91,3 Fuß und die Spinnakerbeschläge über 80,3 Fuß, allesamt 14 mm stark. Unter Motor sind in den Aufzeichnungen ein DAF-Diesel von 85 PS, ein 72 PS starker Perkins 4-236 sowie ein 120 PS starker Motor an anderer Stelle dokumentiert, sodass sich die Leistung je nach Boot unterscheidet. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit beträgt 7,8 Knoten, wobei gemessene Maxima nahe 8,0 Knoten liegen.
Seeverhalten und Stabilität
Die Stabilitätswerte zeichnen ein gutmütiges Bild für den Einsatz auf See. Das Kenterungsverhältnis liegt bei 1,53, der berechnete Winkel der Stabilität ist etwa 65 Grad, während die Komfort-Ratio 46,1 erreicht. Die Krängung ist steil – rund 1.333 Pfund pro Zoll – was die Masse hinter dem Rumpf widerspiegelt. Diese Werte, kombiniert mit dem Trawlerbug und dem Langkiel, erklären, warum Rezensenten meinten, der GFK-Rumpf könne sich durch alles kämpfen, was die Nordsee zu bieten hat. (2)
Unterbringung
Unter Deck ist die Banjer 37 mit Teakholz ausgestattet und bietet bis zu sieben Schlafplätze in für das Fahrtensegeln optimierten Kojen. Das Innenraumvolumen passt zum breiten Rumpf, und das Profil einer Motorsailer-Gattung sorgt für Stehhöhe und einen Salon, der sich ideal für längeres Wohnen an Bord eignet. Der geringe Tiefgang und die hohe Verdrängung machen sie zu einem stabilen Zuhause vor Anker.
Das Fazit
Die Banjer 37 ist ein reinrassiger Motorsailer mit Trawler-Herkunft: schwer gebaut, flachgehend und stabil, mit einem Teak-Innenausbau, der einer Familie oder Chartercrew Platz bietet. Sie ist kein Leichtwind-Sprinter, aber ihre Konstruktion und ihre Kennzahlen eignen sich hervorragend für Langstreckentörns in rauer See.
Vorteile
- Solid GRP-Rumpf nach Lloyd's-Spezifikation mit einer Mindeststärke von 0,5 Zoll und hervorragender Bauqualität aus dieser Ära
- Geringer Tiefgang mit Langkiel (ca. 1,40 m) erleichtert den Hafen-Zugang
- Hohe Stabilität (AVS ~65°, Komfort-Ratio 46,1) und Trawlerbug für schweres Wetter
- Teak-Innenausbau mit bis zu sieben Kojen
Nachteile
- Das Standard-Ketsch-Rigg macht sie segelarm; stark abhängig vom Motor
- Widersprüchliche Angaben zur Motorleistung in verschiedenen Quellen (aufgezeichnet 72–120 PS)
- Die hohe Verdrängung begrenzt die Geschwindigkeit auf maximal ca. 8 Knoten









