Konstruktion und Design
Catana baut die Bali 4.0 in La Rochelle, Frankreich, aus vakuuminjiziertem Sandwichlaminat mit Schaumkern, das kein Holz enthält und daher nicht verrotten kann. Das feste Vordeck ist mehr als nur ein Bewegungsbereich: Es dient gleichzeitig als strukturelles Bauteil aus leichten Boxprofilen, während die darunter liegende Nase so geformt ist, dass sie Wellen ablenkt und das Einsetzen in die Welle (Slamming) reduziert. In einem Testbericht für Multihulls World hoben Tester die skiartigen Vorschiffssektionen als bemerkenswertes Design- und Konstruktionsmerkmal hervor und wiesen auf feine Vorschiffe in Kombination mit einer angemessenen Gewichtsverteilung hin. Der Innenausbau besteht aus Alpi, einem italienischen Verbundwerkstoff aus dünnen afrikanischen Hölzern, der mit einer attraktiven Oberfläche laminiert ist. Bei dem getesteten Boot war der Schrankbau in die Hauptstruktur einlaminiert und passte perfekt; Sanitär-, Elektro- und Borddurchführungen der europäischen Bauart waren ordentlich installiert und doppelt abgedichtet. Das Boot entspricht den CE-Klassen A (Hochsee) für zehn Personen. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg ist einfach und kraftvoll aufgebaut. Es basiert auf einem VMG-Aluminiummast mit einem großen Square-Top-Großsegel von etwa 538 Quadratfuß und einer selbstwendenden Solent-Fock an einem Traveller, was das Kreuzen fast mühelos macht. Multihulls World stellte fest, dass das Rigg weiter achtern positioniert ist, mit einer selbstwendenden Solent-Fock von nützlicher Größe, die sich leicht trimmen und kraftvoll erwies, was zu einer hervorragenden Balance unter Segeln beiträgt. Dasselbe große Großsegel erzeugt allein schon eine ordentliche Luvgierigkeit, sodass immer ein Vorsegel gefahren werden muss, und das Paar sollte zusammen gerefft werden, wenn sich die Bedingungen verschlechtern. Das Großsegel ist schwer und sein Baum sitzt zu hoch, um ohne Steckstuhl erreicht zu werden. Alle Leinen laufen zum erhöhten Steuerstand, obwohl der Tester elektrische Winschen für Fallen und Schoten empfahl. Unter Segeln bei 8 bis 10 Knoten Wind lief das Boot etwa 6 Knoten auf einem Halbwindkurs und fast 8 Knoten auf einem Querwindkurs in Böen, wobei das Wenden durch 80 Grad mühelos gelang. Der Rudergänger ist leichtgängig und reagiert direkt mit hervorragender Kursstabilität. Unter Motor betrug der Wendekreis bei beiden laufenden Motoren weniger als eine Bootslänge. (1)
Unterbringung
Der Hingucker ist die Kajüte „Garagentür“ – ein über die gesamte Breite reichendes Panel auf hydraulischen Hebebühnen, das sich öffnet, um den Salon und die Achterplicht zu einem großen Wohnbereich zu verschmelzen; die Werft hat den elektrischen Mechanismus der Tür zugunsten von Einfachheit wieder gestrichen. In der Segelversion ist der gesamte Backbordrumpf als Eignersuite ausgelegt mit einer großen Doppelkoje achtern und einer Nasszelle im Vorschiff mit separater Dusche, während sich der Steuerbordrumpf in zwei für Paare geeignete Kabinen mit gemeinsamer Nasszelle aufteilt. Bali bietet zudem eine Steuerbord-Aufteilung mit zwei eigenen Nasszellen sowie ein Chartermodell mit vier Kabinen an. Ein Sonnendeck ersetzt das Trampolin im Vorschiff, und der Mittelpunkt der Windschutzscheibe lässt sich wie bei einem Schulbus absenken, um Zugang zum Vordeck zu ermöglichen. Die Pantry ist mit einem Eno-Herd und einem Liebherr-Kühlschrank ausgestattet. Ein echtes Manko: Der Salon verfügt über keine Handläufe im Innenraum für raueres Wasser – ein schwerwiegender Fehler.
Deck und Ausrüstung
Die Seitendecks sind breit und verfügen über guten rutschfesten Belag sowie eine angeformte Handreling auf dem Kajütaufbau. Die erhöhte Steuerstandsecke bietet hervorragende Sicht – abgesehen vom Heck des Backbordrumpfes. Ein tubulares Bimini hebt den Lümmel des Baumnock deutlich an. Die Beschläge stammen von Antal, inklusive einer Profurl-Vorsegelrolle, Navigationselektronik von Raymarine und einem Davit-System für das Beiboot, das der Rezensent zu den besten gehörig machte, die er je gesehen hat. Das Spiegelheck des Achterdecks lässt sich über stählerne Husky-Stützen absenken, um eine Badeplattform zu bilden.
Das Fazit
Die Bali 4.0 packt das Konzept der Convertible-Serie in ein handliches 39-Fuß-Boot mit echter struktureller Innovation in ihrem festen Vordeck und der wellenablenkenden Nacelle. Sie segelt mit bemerkenswerter Balance und ist leicht einhand zu bedienen. Die durch das Großsegel verursachte Luvgierigkeit und der unerreichbare Baum sind Kompromisse, und die fehlenden Handläufe im Salon sollten für den Hochseeeinsatz nachgerüstet werden.
Vorteile
- Schaumkern-Laminat ohne Holz mit strukturell massivem Vordeck
- Selbstwendende Solent-Rigg und einfaches, kraftvolles Rigg für müheloses Wenden
- Hydraulisches Garagentor verbindet Salon und Cockpit; flexible Rumpflayouts
- Leichtgängiges Rudergefühl und kleiner Wendekreis unter Motor
Nachteile
- Das große Großsegel sorgt für spürbare Luvgierigkeit und liegt außerhalb der Reichweite
- Keine Handläufe im Salon für raueres Wasser


