Design und Konstruktion
Die Rümpfe wurden von Mortain/Mavrikios gezeichnet und sind sogar ziemlich schlank – ein bewusster Bruch mit der volumenmaximierten Form, die später die Klasse dominieren sollte. Vertikale Vorsteven und ein hohes Freibord verleihen ihr ein markantes Profil. Die Werftspezifikation forderte zudem, dass der Katamaran bei 30 Knoten Wind unter vollem Segel vor Anker nicht kentern darf – eine Stabilitätsvorgabe, die das konservative Rigg erklärt. Die relativ bescheidene Segelfläche im Vergleich zu den damaligen Konkurrenten folgt direkt aus diesem Sicherheitsanspruch und nicht aus mangelndem Ehrgeiz. Nach eigenen Angaben der Fachzeitschrift waren die Rümpfe im Zeitraum der Rezension fast zwanzig Jahre alt, was diese Generation fest in die frühe Ära der Nautitech-Linie vor der späteren Zusammenarbeit mit Marc Lombard einordnet. (1)
Rigg und Seeverhalten
Unter Segeln zeigt sich überraschend gut, wie gut die schlanken Rümpfe mit dem moderaten Segelplan harmonieren. Die 76,5 m² Segelfläche der 7/8-Slup setzen sich bei einem Verhältnis von Segelfläche zu Verdrängung (SA/D) von 23,28 und einer Verdrängungslänge von 116,66 durch – Zahlen, die bescheiden wirken, aber ein Boot liefern, das Multihulls World als äußerst angenehm zu segeln empfand. Das Kenterungsverhältnis von 3,35 und die Komfort-Ratio nahe 10,86 liegen im Rahmen der Konstruktionsvorgaben für ein Kenterverhalten unter 30 Knoten. Der Segler erhält also einen Katamaran, der Druck abfedert, anstatt ständiges Reffen zu erfordern. Zwei Saildrives, die über die Rümpfe verteilt sind, und eine Rumpfgeschwindigkeit von rund 8,4 Knoten runden ein Paket ab, das für entspanntes Fahrtensegeln und nicht für Regattaspiele gebaut ist.
Unterbringung
Die Werftvorgabe für den Charterbetrieb sah selbstverständlich vier Kabinen vor, und dieser Auftrag prägte das Interieur als praktische, kompakte Fahrtenaufteilung statt einer voluminösen Eignersuite. Die Wasserkapazität von 159 Gallonen und die Dieselkapazität von 72 Gallonen ermöglichen längere Aufenthalte an Bord, und die Zwei-Motoren-Konfiguration bietet eine Redundanz, die bei Ein-Diesel-Fahrtenyachten fehlt. Die Kompaktheit des Bootes, die auch von dem Rezensenten hervorgehoben wurde, ist das bestimmende Thema der Wohnräume. (1)
Das Fazit
Der Nautitech 40 ist ein früher, vernünftig ausgestatteter Fahrtenkatamaran aus der Nautitech-Linie. Dünne Rümpfe von Mortain/Mavrikios und eine auf Stabilität ausgelegte, moderate Takelung sorgten für ein Boot, das unter Segeln weit über seine kompakte Größe hinausragt. Er ist kein Regattaboot, aber die Testberichte bewerten sein Seeverhalten als echte, angenehme Überraschung. Die Charterausführung mit vier Kabinen macht ihn zu einer brauchbaren Plattform für Familien oder Flotten. Es gibt kaum Mängelberichte, sodass das Urteil auf dem Bewährten beruht: ein gutmütiger, flachgehender Katamaran mit zwei Motoren, der seinen Wert voll ausschöpft.
Vorteile
- Die schlanken Rümpfe von Mortain/Mavrikios sorgen für ein agiles, überraschendes Segelverhalten für einen kompakten Katamaran
- Die Stabilitätsnorm (kein Kentern bei 30 Knoten Wind unter Volllast) prägte ein konservatives, gutmütiges Rigg
- Zwei 58 PS starke Volvo Penta Dieselmotoren und eine Wasserkapazität von 159 Gallonen unterstützen autarke Törns
- Das Charter-Layout mit vier Kabinen bietet praktische Unterkünfte
Nachteile
- Geringe Segelfläche im Vergleich zu zeitgenössischen Konkurrenzmodellen begrenzt die reine Geschwindigkeit
- Kompakte Abmessungen schränken das Innenraumvolumen im Verhältnis zu späteren, auf Volumen ausgelegten Katamaranen ein




