Design und Konstruktion
Griffiths’ Rumpf kombiniert einen typischen Langkiel mit einem Schwert, was der Clipper 36 einen zuladenen Tiefgang von fast 1,90 m verleiht, der sich bei aufgeholtem Schwert und vor Anker liegendem Boot auf etwa 0,97 m reduziert. Der massive GFK-Rumpf ordnet sie eindeutig zu den schweren Fahrtenyachten, mit einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 332 und einem Ballastanteil von 45 Prozent. Die benetzte Fläche beträgt rund 24 m², und das Immersionsverhältnis von 845 Pfund pro Zoll spricht für einen Rumpf, der tief im Wasser liegt, sich langsam bewegt, aber sowohl Last als auch Seegang gut verträgt. (1)
Rigg und Handhabung
Das Boot ist mit einem leicht zu bedienenden Ketsch-Rigg und einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 18,01 gebaut – ein moderater Wert, der sie eher als solide Langstrecken-Fahrtenyacht denn als Leichtwind-Sprinter kennzeichnet. Dank des Mittelcockpits und dieses geteilten Ketsch-Riggs ist der Segelplan aufgeteilt, um das Handling mit kleiner Crew zu erleichtern. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit eines Verdrängerrumpfs dieser Länge liegt bei 6,8 Knoten, während die berechnete Höchstgeschwindigkeit etwa 7,5 Knoten beträgt. Mit einem Kenterungsverhältnis von 1,65 und einer Komfort-Ratio von 32,8 liegt sie im beruhigenden Bereich für eine hochseetaugliche Fahrtenyacht dieser Größe.
Unterbringung
Unter Deck wird das Layout von einer riesigen Achterkabine dominiert, die über ein Mittelcockpit und eine große Pantry verfügt, wobei sich insgesamt sechs Kojen auf dem Wohnbereich verteilen. Das Galleon-Achterdeck ist nicht nur ein Gestaltungselement; es schützt die Achterkabine und verleiht dem Heck ein Volumen, das bei einer 36-Fuß-Fahrtenyacht dieser Epoche selten zu finden ist. Die Breite von 9 Fuß 8 Zoll und die Länge über alles von 36 Fuß ermöglichen einen Rumpfplan, der privaten Schlafplatz und eine funktionale Pantry gegenüber einem offenen Salon im Vordergrund stellt.
Produktion und Verfügbarkeit
Die Atlantic Clipper 36 war ein Entwurf von Maurice Griffiths aus dem Jahr 1968, gebaut von Philip and Son Ltd., und wurde auch als vollständiger Bausatz für den Selbstbau angeboten. Diese Bausatz-Option bedeutet, dass überlebende Boote in der Holzausbildung und der Ausstattungsqualität variieren können, aber die Struktur von Rumpf und Deck bleibt der gemeinsame Nenner der gesamten Klasse.
Das Fazit
Die Clipper 36 ist ein Boot für Spezialisten: eine schwere Ketsch mit Schwert, einem ungewöhnlichen Heckprofil und einer wirklich großen Achterkabine. Sie wird keine Regatten um die Bojen gewinnen, aber ihre Komfort-Ratio und die Flexibilität des Tiefgangs eignen sich perfekt für Fahrtensegler, die Stabilität und Anlegeplatzzugang über Geschwindigkeit stellen.
Vorteile
- Der Schwertkiel ermöglicht flachwassertaugliches Segeln mit der Stabilität eines tiefen Kiels
- Die riesige Achterkabine und die große Pantry unterstützen das dauerhafte Wohnen an Bord
- Das leicht zu bedienende Ketsch-Rigg eignet sich hervorragend für das Segeln mit kleiner Crew auf See
- Gute Kenterwerte und Komfort-Ratios für eine 36-Fuß-Fahrtenyacht
Nachteile
- Das moderate Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis schränkt die Leistung bei leichtem Wind ein
- Der tiefe, belastete Tiefgang schränkt den Zutritt zu kleineren Marinas ein
- Das unkonventionelle Profil des Achterdecks ist nicht jedermanns Sache
- Die Bauserie-Bauweise führt zu variablen Verarbeitungsqualitäten zwischen den Booten





