Design und Konstruktion
Nach heutigen Maßstäben wirkt der Kirk 36 mit einer Breite von knapp unter zehn Fuß und einer Wasserlinie, die kürzer ist als man es von damals erwartet, als schmaler Rumpf. Diese Fakten begrenzten direkt den Platz unter Deck. Was das Unterwasserschiff auszeichnet, ist der tiefe, tiefgehende Bulbkiel – eine Eigenschaft, die die damalige Fachpresse als ungewöhnlich für Fahrtenyachten dieser Ära bezeichnete und das Boot extrem stabil machte. Derselbe Quellenangabe zufolge benötigten andere Hersteller mehr als zwanzig Jahre, um einen vergleichbaren Bulbkiel-Ansatz zu übernehmen, was unterstreicht, wie fortschrittlich diese Konfiguration für eine Fahrtenyacht aus den frühen 1970er Jahren war. Die Kirk 36 ist aus massivem GFK gebaut und verfügt über 4.250 Pfund Eisenballast bei einer Verdrängung von 11.464 Pfund, was einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 37 Prozent entspricht und die steife Leistung am Wind erklärt. (1)
Rigg und Seeverhalten
Als Masttoppslup trägt die Kirk 36 einen Segelplan von 570 Quadratfuß auf einem 36 Fuß 3 Zoll langen Gesamtboot mit einem Tiefgang von 5 Fuß 3 Zoll. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17,9 ordnet sie in den Bereich ein, in dem Rezensenten durchschnittlich gute Leistung feststellten, während das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 193 an der Spitze der Kategorie der Leichtdeplacement-Boote liegt. Ihr Kenterungsverhältnis von 1,75 und ihre Komfort-Ratio von 26,6 deuten auf ein Boot hin, das für Hochseepassagen geeignet ist, wenn auch etwas lebhaft im Seegang – eine berechenbare Folge des schmalen, kurzen Rumpfes bei knapper Wasserlinie und kein Mangel in der Bauweise. (2)
Unterbringung
Die kürzere Wasserlinie begrenzte den Wohnraum erheblich, und das Layout ist sehr traditionell gehalten. Zwei Vorschiffskojen befinden sich hinter zwei geräumigen Nasszellen, die sie vom Salon trennen, in dem sich ein Sofa-Paar bei Bedarf zu Seekojen umbauen lässt. Eine Pantry und ein großer Kartentisch nehmen den Bereich direkt achterlich des Niedergangs ein, während eine kleine Kabine mit einer Doppelkoje und eingeschränkter Stehhöhe den Achterschiffsbereich ausfüllt. Die Wassertankkapazität von 66 Gallonen und der Dieselbehälter von 26 Gallonen spiegeln dieses kompakte Konzept für das Fahrtensegeln wider.
Das Fazit
Die Kirk 36 ist eine historisch bedeutsame kleine Amel, deren Bulbkiel ein echter Sprung nach vorn war und Stabilität sowie Hochseetauglichkeit in einer schmalen, traditionellen Fahrtenyacht bot. Der Kompromiss ist ein enges Innenraumkonzept, das durch die kurze Wasserlinie und Breite bedingt ist und für moderne Käufer sehr beengt wirken wird.
Vorteile
- Der tief liegende Bulbkiel sorgte für eine stabilitätsführrende Klasseneigenschaft und lag Jahrzehnte vor den Normen der Serienwerften
- Geeignet für Ozeanpassagen aufgrund des Kenterungsverhältnisses und des Ballast-Verdrängungs-Verhältnisses
- Traditionelle, klar gegliederte Aufteilung mit separaten Nasszellen und einem vollwertigen Kartentisch
Nachteile
- Der schmale Rumpf und die kurze Wasserlinie begrenzen das Innenraumvolumen stark
- Die Achterkabine bietet nur eingeschränkte Stehhöhe
- Das leichte Verdrängungsverhalten und die lebhaften Bewegungen im Seegang passen nicht zu allen, die eine weiche, komfortable Fahrweise suchen









