Amel Kirk 36 — Informationen, Bewertung, technische Daten

Henri Amel·1971 – 1978·~254 hulls·Amel
Amel Kirk 36 drawingWerftzeichnung
Rumpfart
Einrumpf · flossenkiel
Rigg
Masttoppslup
LOA
36.25' · 11.05 m
Verdr.
11.464 lbs · 5.200 kg
Erstes Baujahr
1971

Die Amel Kirk 36 gilt als eine der bedeutendsten frühen Produktionen von Chantiers Amel aus Frankreich, einer Werft, die bereits seit einem Jahrzehnt Boote baute, als diese von Henri Amel entworfene Masttoppslup das Wasser erreichte. Es war ein Entwurf, der einen Markterfolg erzielte, den frühere AmelModelle nicht für sich beanspruchen konnten. Die Produktion von 276 Rümpfen zwischen 1971 und 1980 brachte diese charakteristische kleine Fahrtenyacht (Pocket Cruiser) in den europäischen und Hochseebereich.

Messwerte

Abmessungen 01

Länge über alles
36,25 ft
Länge an Deck
Länge in der Wasserlinie
29,8 ft
Breite
9,84 ft
Tiefgang
5,25 ft
Maximale Stehhöhe
Durchfahrtshöhe

Bauweise & Rumpf 02

Bauweise
Glasfaser
Rumpfart
Einrumpf
Kielart
Flossenkiel
Ruder
1× Skeg-aufgehängt
Ballast
4.250 lbs (Eisen)
Verdrängung
11.464 lbs
Wasserkapazität
66 gal
Kraftstoffkapazität
26 gal

Rigg & Segel 03

Rigg-Art
Masttoppslup
Vorliek Großsegel
Unterliek Großsegel
Vorsegeldreieck Höhe
Vorsegeldreieck Basis
Vorstaglänge (geschätzt)
Segelfläche
570 sqft

Berechnungen 04

Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis
17,93
Ballast-Verdrängungs-Verhältnis
37,07
Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L)
193,39
Komfort-Ratio
26,56
Kenterungsverhältnis
1,75
Rumpfgeschwindigkeit
7,31 kn

Design und Konstruktion

Nach heutigen Maßstäben wirkt der Kirk 36 mit einer Breite von knapp unter zehn Fuß und einer Wasserlinie, die kürzer ist als man es von damals erwartet, als schmaler Rumpf. Diese Fakten begrenzten direkt den Platz unter Deck. Was das Unterwasserschiff auszeichnet, ist der tiefe, tiefgehende Bulbkiel – eine Eigenschaft, die die damalige Fachpresse als ungewöhnlich für Fahrtenyachten dieser Ära bezeichnete und das Boot extrem stabil machte. Derselbe Quellenangabe zufolge benötigten andere Hersteller mehr als zwanzig Jahre, um einen vergleichbaren Bulbkiel-Ansatz zu übernehmen, was unterstreicht, wie fortschrittlich diese Konfiguration für eine Fahrtenyacht aus den frühen 1970er Jahren war. Die Kirk 36 ist aus massivem GFK gebaut und verfügt über 4.250 Pfund Eisenballast bei einer Verdrängung von 11.464 Pfund, was einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 37 Prozent entspricht und die steife Leistung am Wind erklärt. (1)

Rigg und Seeverhalten

Als Masttoppslup trägt die Kirk 36 einen Segelplan von 570 Quadratfuß auf einem 36 Fuß 3 Zoll langen Gesamtboot mit einem Tiefgang von 5 Fuß 3 Zoll. Das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 17,9 ordnet sie in den Bereich ein, in dem Rezensenten durchschnittlich gute Leistung feststellten, während das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 193 an der Spitze der Kategorie der Leichtdeplacement-Boote liegt. Ihr Kenterungsverhältnis von 1,75 und ihre Komfort-Ratio von 26,6 deuten auf ein Boot hin, das für Hochseepassagen geeignet ist, wenn auch etwas lebhaft im Seegang – eine berechenbare Folge des schmalen, kurzen Rumpfes bei knapper Wasserlinie und kein Mangel in der Bauweise. (2)

Unterbringung

Die kürzere Wasserlinie begrenzte den Wohnraum erheblich, und das Layout ist sehr traditionell gehalten. Zwei Vorschiffskojen befinden sich hinter zwei geräumigen Nasszellen, die sie vom Salon trennen, in dem sich ein Sofa-Paar bei Bedarf zu Seekojen umbauen lässt. Eine Pantry und ein großer Kartentisch nehmen den Bereich direkt achterlich des Niedergangs ein, während eine kleine Kabine mit einer Doppelkoje und eingeschränkter Stehhöhe den Achterschiffsbereich ausfüllt. Die Wassertankkapazität von 66 Gallonen und der Dieselbehälter von 26 Gallonen spiegeln dieses kompakte Konzept für das Fahrtensegeln wider.

Das Fazit

Die Kirk 36 ist eine historisch bedeutsame kleine Amel, deren Bulbkiel ein echter Sprung nach vorn war und Stabilität sowie Hochseetauglichkeit in einer schmalen, traditionellen Fahrtenyacht bot. Der Kompromiss ist ein enges Innenraumkonzept, das durch die kurze Wasserlinie und Breite bedingt ist und für moderne Käufer sehr beengt wirken wird.

Vorteile

  • Der tief liegende Bulbkiel sorgte für eine stabilitätsführrende Klasseneigenschaft und lag Jahrzehnte vor den Normen der Serienwerften
  • Geeignet für Ozeanpassagen aufgrund des Kenterungsverhältnisses und des Ballast-Verdrängungs-Verhältnisses
  • Traditionelle, klar gegliederte Aufteilung mit separaten Nasszellen und einem vollwertigen Kartentisch

Nachteile

  • Der schmale Rumpf und die kurze Wasserlinie begrenzen das Innenraumvolumen stark
  • Die Achterkabine bietet nur eingeschränkte Stehhöhe
  • Das leichte Verdrängungsverhalten und die lebhaften Bewegungen im Seegang passen nicht zu allen, die eine weiche, komfortable Fahrweise suchen

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