Design und Konstruktion
Die She 36 ist konstruktionsbedingt solide gebaut, und Eigner bestätigen die strukturelle Integrität des Rumpfes auf Materialebene: Der Gelcoat an den Überwasserschiffen ist original und sehr dick. An Deck besteht sie komplett aus GFK, während der Innenraum alle Merkmale und den Charme einer klassischen Holzyacht aufweist und nicht die Form eines modernen Innenschalts. Bei einer Verdrängung von rund 5½ Tonnen fühlt sich das Boot solide an, ohne schwerfällig zu sein, und die Kombination aus Flossen- und Skeg-Ruder sorgt für die Kursstabilität, die ein Skeg-aufgehängtes Ruder bietet. (1)
Rigg und Seeverhalten
Als Ableitung einer Three-Quarter-Ton ist die She 36 ein sicheres und schnelles Boot für das Fahrtensegeln auf See. Das Segelverhalten wird von Eignern als fehlerfrei und tadellos beschrieben, abgesehen von einer Tendenz zum Rollen auf raumen Spinnakerkursen bei Wind. Dieses Rollen lässt sich durch den Wechsel des Spinnakers gegen zwei Vorsegel beherrschen – eine ausgebomte Genua am Wind und ein weiteres Vorsegel gesetzt. Darüber hinaus vermittelt sie jenes Vertrauen, das es einem Eigner ermöglicht, das Boot einhand, mit kleiner Crew oder mit drei bis vier Freunden komfortabel zu segeln. Ihre eleganten Unterwasserlinien und ausgewogenen Überhänge sind nicht nur schön anzusehen; sie bilden die Basis für ein Boot, das sich in schwierigen Gewässern und bei ungünstigem Wetter vollkommen zu Hause fühlt. (1)
Unterbringung
Unter Deck erfordert die She 36 den üblichen Balanceakt, um über ein hohes Brückendeck zu klettern, gefolgt von einem steilen Abstieg durch den Niedergang, wie er für Boote dieser Ära typisch ist. Der Lohn ist jedoch ein praktischer Innenraum für das Fahrtensegeln auf See. Die Pantry und der Kartentisch sind großzügig dimensioniert und für den Einsatz auf See ausgelegt. Die an Backbord versetzte Nasszelle mittschiffs ist für eine Yacht dieses Alters überraschend geräumig, und eine gemütliche Wachkoje an Steuerbord ergänzt die V-Kojen im Vorschiff, die ebenfalls gut funktionieren. Das Layout liest sich als Kompromiss zwischen Regatta- und Fahrtenyacht, bei dem die Funktionalität unter Segel dem Salonvolumen vorzuziehen ist. (1)
Bekannte Schwachstellen
Die einzige dokumentierte Mangelerscheinung ist die Tendenz zum Rollen vor dem Wind auf raumen Spinnakerkursen, die durch das Setzen von zwei Vorsegeln eher kontrolliert als behoben wird. Der dicke, originale Gelcoat und ein solider Rumpf zeugen von einer Bauweise, die ohne die Osmoseprobleme gealtert ist, die bei dünneren Laminaten der 1970er Jahre üblich waren.
Refits und Eignerschaft
Eigner haben gezeigt, dass die Plattform problemlos modernen Komfort aufnimmt. Die Radsteuerung wurde bei einem gut dokumentierten Beispiel auf eine Pinne umgebaut, um Platz in der Plicht und im achteren Stauraum zu gewinnen, die Bedienung des Windfahnenruders zu erleichtern und Gewicht im Heck zu sparen. Der ursprüngliche Bindereff-Baum wich einer Zweileinen-Reffanlage, der DECCA Navigator einem Garmin GPS und später einem Kartenplotter mit AIS, und die Kühlbox wurde durch einen Kühlschrank mit Kielschaltung ersetzt. Ein Antifouling-Auftrag im Jahr 1998 hält bis heute sehr gut. Ein Remotorisierung mit einem 30 PS starken 3-Zylinder-Beta-Motor mit 17-Zoll-Falt-Doppelpropeller lieferte sehr gute Leistung, während ein klappbarer Bugspriet mit zusätzlichem Rollfock-Roller eine Rollfock ermöglicht. Zu den Upgrades gehören auch eine elektrische Ankerwinde mit 35 lb CQR-Anker und 40 Faden Kettenlänge, eine Ankerbackskiste an Deck, eine Ebersbacher Heizung mit einem Dieselflügeltank, der auch den Motor betanken kann, ein 30-Liter-Kalorifer mit 240V Tauchbodenheizung, Radar, Sprayhood, Sprayhoods, Cockpittent sowie ein Monitor Windfahnenruder und ein Simrad Pinnenpilot. Die Batteriekapazität wuchs auf 1 x 60 Ah und 2 x 110 Ah Deep-Cycle-Batterien, wobei Landstrom und zwei zusätzliche Bilgenpumpen die Autarkie vervollständigen.
Das Fazit
Die She 36 ist eine grundsolide Sparkman & Stephens Regatta-/Fahrtenyacht, deren Linien mit Flossen- und Skeg-Anhang, dickerer Original-Gelcoat-Schicht und dem Charme des Holzinnenausbaus sie zu einer attraktiven Hochsee-Kandidatin bei moderaten Investitionen machen. Sie ist schnell und sicher, lässt sich leicht einhand oder mit kleiner Crew segeln, und ihr einziger echter Makel – das Rollverhalten vor dem Wind – ist ein bekanntes und beherrschbares Merkmal und kein Fluch.
Vorteile
- Ästhetische Linien mit Flossen- und Skeg-Anhängen, ausgewogenen Überhängen und S&S Tumblehome
- Dicker, originaler Gelcoat im Überwasserschiff und grundsätzlich gesunder GFK-Rumpf
- Großzügige, seetaugliche Pantry und Kartentisch; geräumige, versetzte Nasszellen
- Fehlerlose, klemmfreie Handhabung mit Vertrauen für alle Reviere
- Ermöglicht problemlos den Umbau zu modernen Standards für Fahrtensegeln und Selbststeuerung
Nachteile
- Rollt bei viel Wind auf dem Spinnakerbaum
- Hoher Brückendeck und steiler Niedergang schränken die Bewegung unter Deck ein
- Ursprünglich regattaspartanisch: erfordert Refit durch Eigner für Kühlschrank, Heizung und Tankkapazitäten









