Designgeschichte und Rumpfform
Die Mk II bleibt ein konventionelles Spitzgatterboot, aber ihre Abstammung ist spezifisch: Die Rumpflinien wurden übernommen von der Ingrid 38, die wiederum auf Archers ein Jahrhundert älterem Rettungsboot-Konzept basiert. Das Projekt Alajuela wurde von Mike Riding und Rod Jermain initiiert, und der Name leitete sich von Riders Plan ab, mit einem Partner zu segeln, den er in der costa-ricanischen Stadt Alajuela kennengelernt hatte. Im Vergleich zur Ingrid erhielt die 38 einen schärferen Vorschiffseintritt, der ihr bei leichtem Wind hilft, und eine flachere Heckpartie. Zudem wurde im Vorschiff oberhalb der Wasserlinie mehr Auftrieb geschaffen, um dem Problem der Ingrid entgegenzuwirken, dass sie ihren Bug gerne einbuddelte. Das Rigg trägt 8 % mehr Segelfläche als das der Ingrid, wodurch das Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) Werte annähert, die man von Performance-Cruisern wie der Valiant 40 kennt. (1)
Konstruktion
Der handaufgelegte GFK-Rumpf ist in einem Stück laminiert, mit einer Dicke von 3/4 Zoll nahe den Kimmern bis zu 1/2 Zoll an Decksaufbau und ohne Innenschalen – alles im Inneren besteht aus Holz, das direkt auf den Rumpf aufgeklebt wurde. Die Rumpf-Deck-Verbindung ist mit Sperrholz verstärkt und gehört zu den besten im Markt. Die Fertigung der Formen war langsam: Drei Jahre dauerte es, um die Formen für den Stopfen und den Ausformungsblock zu bauen, dann fast zwei weitere Jahre für die Decksform. Die Änderungen der Mk II lösten das Problem des Einkaufs von hochwertigem Holz für Bugspriet und Querträger, indem diese Teile auf Aluminium und GFK umgestellt wurden. Werftgebauten Booten ist dank ihrer robusten Bauweise und solider Ingenieurskunst bemerkenswert gut gelungen.
Rigg und Seeverhalten
Der Bugspriet der Mk II wurde kürzer geschnitten und die J-Maßnahme um 12 Zoll verringert; anstelle des langen Holzbaums wurde ein kompaktes Aluminium-Wishbone-Rigg eingebaut. John Kretschmer charakterisierte die 38 als eine ganz eigene Klasse – schlank und elegant statt stark und kämpferisch –, die dennoch die Westsail 32 auf dem Wasser schlägt. Der schärfere Vorschiffseintritt und die flachere Achterpartie verleihen ihr einen Vorteil bei leichtem Wind, was sich bewahrheitete, als der Rumpf von Wathena beim berüchtigt unbeständigen Newport-to-Ensenada-Rennen von 1976 den zweiten Platz belegte und unter den Fahrtenbooten vergleichbarer Größe und Verdrängung weit vorne lag. (1)
Unterbringung
Die Mk II bot im Vergleich zur Mark I eine um drei Zoll höhere Kabinenhöhe, was zu einer Stehhöhe von 6 Fuß 4 Zoll unter Deck führte. Der hintere Propangasbehälter und die Aluminium-Wasserschotten sind praktische Modifikationen für das Fahrtensegeln, und da es keine GFK-Innenschalen gibt, ist der Innenraum größtenteils aus maßgefertigtem Holz, das direkt auf den Rumpf aufgebracht wurde. Das Boot wurde auch als Bausatz mit Rumpf und Deck für den Selbstbau angeboten, sodass sich der Zustand und die Verarbeitung unter Deck bei Werft- und Amateurbauten stark unterscheiden können.
Eigentümer-Hinweise
Die Produktion der Alajuela 38 lief von 1974 bis 1985, wobei bis 1978 81 Rümpfe gebaut und 30 fertiggestellt wurden; die Mk II erschien als spätere Variante. Die Marke entwickelte eine treue Fangemeinde, deren Eigner von den eleganten Linien, der makellosen Konstruktion und den überraschend starken Leistungsdaten angezogen wurden. Die meisten auftretenden Probleme lassen sich meist problemlos beheben.
Das Fazit
Die Alajuela 38 Mk II ist ein durchdacht weiterentwickelter Spitzgatter, der das seetüchtige Profil von Archer beibehält und sich seglerisch deutlich besser schlägt als seine Konkurrenten aus der Westsail-Ära. Ihr einteiliger Rumpf, die sperrholzverstärkte Decksaufbauverbindung und die erhöhte Kabine machen sie zu einer langlebigen, wohnlichen Blauwasser-Fahrtenyacht mit echtem Leichtwindtempo.
Vorteile
- Spitzerer Vorschiffseintritt und flacher Heckspant sorgen für echte Leichtwindleistung
- Einteiliger, handaufgelegter Rumpf ohne Innenschalen und verstärkte Decksaufbauverbindung
- Die Mk II bietet mehr Stehhöhe, wasserdichte Türen und einen kürzeren, praktischen Bugspriet
Nachteile
- Die lange Bauzeit und die Option als Bausatz bedeuten ungleichmäßig vom Eigner fertiggestellte Innenräume








