Design und Konstruktion
Cheoy Lee baute die 38 mit einer robusten GFK-Konstruktion: ein massiver GRP-Rumpf und Deck ohne Kern sowie Teakholzleisten und Holzarbeiten im Innenraum, die bis in die Kabinen durchgezogen sind. Der Rumpf weist einen maximalen Tiefgang von 5 Fuß 8 Zoll auf und wurde entweder als Langkiel-Version oder, in einigen Varianten, als Flossenkiel mit Skeg-aufgehängtem Ruder angeboten. Diese Option mit Skeg-Ruder platziert das Ruderblatt im geschützten Wasser hinter dem Kiel – eine vernünftige Wahl für das Fahrtensegeln auf See bei einem Boot dieser Verdrängung und Breite. Die Erfahrung der Werft im Bereich der GFK-Entwicklung in den 1960er Jahren bedeutet, dass die 38 zur Generation der Cheoy Lee-Fahrtenyachten gehört, die durchgehend laminiert statt beplankt wurden. Das massive Laminatverfahren verleiht ihr eine solide Struktur, die im Alter keine verborgenen Delaminationsschäden wie bei späteren Produktionen mit Schaumkern aufweist. (1)
Rigg und Handhabung
Die Cheoy Lee 38 ist serienmäßig mit einem traditionellen Masttoppslup-Rigg ausgestattet, wobei in einschlägigen Diskussionen auch eine Ketschoption erwähnt wird. Die Zahlen des Slups erzählen ihre eigene Geschichte: ein Vorliekswinkel von 38,5 Fuß bei einer Basis von 18,75 Fuß und ein Großsegel von 257,6 Quadratfuß auf einer Luvkante von 34,5 Fuß. Die Arbeitsfock weist eine Fläche von 369,4 Quadratfuß auf, während eine 150-prozentige Genua auf 571,9 Quadratfuß ausreicht und eine zweite, etwas kleinere Genua 510,5 Quadratfuß bedeckt. Ein asymmetrischer Spinnaker mit 944 Quadratfuß vervollständigt das Leichtwindsegel-Repertoire. Mit einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von fast 17,9 und einer Komfort-Ratio von über 30 ist das Boot eine robuste, mittelschwere bis schwere, hochseetaugliche Fahrtenyacht mit gutem Bewegungskomfort und Offshore-Potenzial. Sie eignet sich eher für ausgedehnte Küsten- oder Ozeanpassagen als für Am-Wind-Spitzengeschwindigkeiten. (1)
Unterbringung
Bei einer Länge von 37 Fuß und 11 Zoll bietet die Cheoy Lee 38 eine für ihre Größe geräumige Aufteilung, und der Innenausbau aus Teak verleiht dem Salon und den Kabinen einen warmen, traditionellen Charakter. Die Breite von 12 Fuß und die solide GRP-Konstruktion ermöglichten es dem Konstrukteur, Volumen für Wohnraum statt für strukturelle Sicherheitsreserven zu nutzen. Der Ruf des Bootes als hochseetaugliche Fahrtenyacht beruht ebenso sehr auf diesem geräumigen, stabilen Innenraum wie auf der Rumpfform selbst.
Bekannte Schwachstellen
Die Hauptaufgaben beim Unterhalt einer älteren Cheoy Lee 38 konzentrieren sich auf die Materialien, die ihr Charakter verleihen. Die Pflege des alten Teaks ist entscheidend: Die Außenverkleidungen und der Innenausbau aus Holz, die bei den noch existierenden Booten bereits jahrzehntelang im Einsatz sind, erfordern kontinuierliche Aufmerksamkeit, um Verwitterung und Zersetzung zu verhindern. Dasselbe gilt für das stehende und laufende Gut, was bei einem Boot dieser Ära bedeutet, dass die originalen Wanten und Leinen, die viele Jahre gelaufen sind, regelmäßig inspiziert und gegebenenfalls erneuert werden müssen. Keines dieser Probleme ist ein struktureller Mangel am Rumpf selbst, aber beide gehören zu den typischen Pflichten eines Eigners, dessen Reiz untrennbar mit dem Holzausbau und dem traditionellen Rigg verbunden ist.
Das Fazit
Die Cheoy Lee 38 ist eine einfache, solide gebaute GFK-Fahrtenyacht aus der Hongkonger Produktion von Cheoy Lee von den späten 1960er bis in die frühen 1980er Jahre. Reymond H. Richards verlieh ihr einen moderaten bis schweren Rumpf mit gutem Bewegungskomfort und einem geräumigen, mit Teakholz ausgestatteten Innenraum. Sowohl das optionale Flossenkiel-Layout mit Skeg als auch das Langkiel-Layout eignen sich hervorragend für ausgedehnte Törns. Sie ist kein Regattaboot, aber als robuste, hochseetaugliche Ketsch oder Slup bleibt sie eine vernünftige Plattform für Küsten- und Hochseepassagen – vorausgesetzt, der Käufer budgetiert die Wartung von Teak und Takelage.
Vorteile
- Solide Bauweise ohne Kern, der delaminieren könnte
- Geräumiger, traditioneller Innenraum mit Teakholz-Akzenten für diese Bootslänge
- Guter Bewegungskomfort und echte Hochseetauglichkeit
- Bietet Varianten mit Langkiel oder Flossenkiel mit Skeg-Ruder
Nachteile
- Älteres Teakholz erfordert kontinuierliche Pflege
- Das ursprüngliche Rigg benötigt regelmäßige Inspektion und Erneuerung
- Der moderate bis schwere Rumpf läuft am Wind nicht besonders schnell









