Design und Konstruktion
Der Rumpf der Catalina 30 ist aus handaufgelegtem, massivem GFK gefertigt, wobei das Laminat in hochbelasteten Bereichen wie den Oberseiten der Cockpitsenker, auf denen sich die Winschen befinden, mit Sperrholz verstärkt ist. Der externe Bleikiel ist mit Edelstahlbolzen am Rumpf verbolzt, und seine Oberfläche wurde ab Werft nur grob mit Polyesterleimputz geglättet. Die Rumpf-Deck-Verbindung ist ein hervorragend durchdachtes Detail: Sie wird über die Rumpfform geschoben und mit einer Mischung aus GFK-Schlamm und Wasser gefüllt. Das Ende wird mit einem weichen Kunststoff-Fußrelingprofil abgerundet, das von einer Aluminiumprofileinlage gehalten wird, die mit selbstschneidenden Edelstahlschrauben befestigt ist. Eine in den Rumpf laminierte, massive Holz-Scherstrake verstärkt die Naht zusätzlich. Die Innenverkleidungen bestehen aus Teakfurnier-Sperrholz, und das Innere des Rumpfes ist komplett verkleidet, was optisch ansprechend ist, aber jeglichen Blick auf die innere Struktur verdeckt. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg ist eine einfache Masttoppslup mit einem Aluminiummast mit geradem Querschnitt, doppelten Unterwanten und Holzsalingen bei älteren Rümpfen. Der Mast steht an Deck und wird unter Deck durch eine hölzerne Maststütze getragen. Die Püttinge der Unterwanten wurden nach dem Bau der ersten Boote verstärkt. Auf dem Wasser trägt das Boot einen relativ hochgezogenen, weit hinten liegenden Flossenkiel, wie ihn IOR-Regattaboote in den frühen 1970er Jahren populär machten, kombiniert mit einem tiefgezogenen Spatenruder, das auf einem kleinen Skeg in das Unterwasserschiff integriert ist. Sie ist ein sehr steifes Boot, entwickelt jedoch wie viele breite moderne Rümpfe ab einer gewissen Krängung schnell Luvgierigkeit. Eine Flachkiel-Version mit 11 Zoll weniger Tiefgang als Standard fand in flachen Revieren Anklang, und für Leichtwindreviere wurde ein höheres Rigg angeboten. (1)
Unterbringung
Unter Deck bietet die Vorschiffskabine große, verjüngte V-Kojen, die mit einer zusätzlichen Matratze zu einer geräumigen Doppelkoje umgebaut werden können. Der Salon kombiniert eine L-förmige Sitzecke an Backbord mit einer geraden Sitzecke an Steuerbord, und der Tisch lässt sich im Nichtgebrauch gegen das vordere Schott klappen. Eine große U-förmige Pantry an Backbord beherbergt einen standardmäßigen kardanischen Spiritusbrenner mit Ofen und doppelten Spülbecken, während der Motor unter der Sitzecke und als Teil des Pantry-Arbeitsplattens montiert ist und über hervorragende Wartungsschächte zugänglich ist. Gegenüber sind die Batterien gut unter dem kleinen Kartentisch platziert. Unter dem Steuerbordcockpit bietet eine große Doppel-Hundekooje über ihrer inneren Hälfte eine begrenzte Stehhöhe. Das Cockpit selbst ist großzügig und komfortabel gestaltet; es bietet problemlos Platz für den Steuermann und vier Begleiter bei Radsteuerung. Ein großer Segelschrank unter der Backbordsitzbank ist gut abgedichtet vom Raum unter dem Cockpit.
Bekannte Schwachstellen
Jedes untersuchte Boot zeigte etwas Spiel im Ruderschaft. Alle zeigten lokale Verwindungen des oberen Bereichs des Kajütaufbaus an der Mastspur, die von bis zu 1/16 Zoll anstiegen. Einige Eigner berichten über undichte Relingstützen, was beachtet werden sollte, da die Relingstützen mit Dichtplatten und nicht mit Gegenplatten durchgebolzt sind. Die in die Vorderseite des Kajütaufbaus eingelassene Luke belüftet gut an Backbord, ist aber bei schwerem Wetter anfällig für Undichtigkeiten. Die Schiebeluke des Niedergangs ist unnötig groß, und da das Hauptschott nach vorn geneigt ist, können die Fallklappen nicht für Regenbelüftung offen gelassen werden. Die kleinen Cockpit-Abläufe werden durch Filter weiter verengt, und der Motor, der im tiefsten Teil der Bilge montiert ist, ist anfällig für Bilgenwasser. Die optionale Dusche und die unisolierte Kühlbox laufen beide direkt in die Bilge ab, und der Salon ist unter Motor sehr laut, da der Motorraum keine Schalldämmung aufweist.
Refits und Eignerschaft
Die Klasse entwickelte sich im Laufe der Zeit weiter. Die Püttinge der Unterwanten wurden nach den ersten Rümpfen verstärkt, und die Version mit Bugspriet besitzt eine eigene PHRF-Klassenwertung. Werftsegel waren günstiger als vergleichbare Segel von einer Regattawerkstatt. Frühe Boote nutzten den 65 Kubikzoll großen Atomic-4 Benzinmotor, wobei ein 11 PS starker Atomic-Diesel als Option gegen Aufpreis angeboten wurde; der kleine Diesel schiebt den Rumpf bei Flaute auf etwa 5 Knoten voran, überträgt jedoch trotz flexibler Montage und Kupplung erhebliche Vibrationen.
Das Fazit
Die Catalina 30 mit Bowsprit ist eine unkomplizierte Fahrtenyacht für Regatten und Törns, deren solider, handaufgelegter Rumpf und praktische Decksausrüstung sie zu einem erschwinglichen Boot für Küstenfahrten machen. Die dokumentierten Detailschwächen und strukturellen weichen Stellen erfordern jedoch ein sorgfältiges Gutachten.
Vorteile
- Steifer Rumpf mit Bleiballast und massiver GFK-Konstruktion
- Hervorragender Wartungszugang zum Motor über die Niedergänge der Salonsofas
- Große, komfortable Plicht mit sicheren doppelten Seerelingen und Relingkanten
- Die verjüngten V-Kojen im Vorschiff bilden eine große Doppelkoje und eine U-förmige Pantry
Nachteile
- Spiel im Ruderschaft und Verwindung des Kajütaufbaus an der Mastspur bei den untersuchten Booten
- Lästige, vibrierende Motorleistung aufgrund der unisolierten Motorhaube
- Dusche und Kühlbox entleeren sich direkt in die Bilge; empfindlicher, in der Bilge liegender Motor
- Undichte vordere GFK-Luke und überdimensionierte Niedergangsluke










