Design und Konstruktion
Die Vindö 32 kombiniert einen massiven GFK-Rumpf mit einem Langkiel und einem Bleiballast von 3.525 Pfund, was zu einem Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 44 Prozent und einem Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 320 führt, was sie in die Kategorie der schweren Fahrtenyachten einordnet. Bei einer Verdrängung von 8.700 Pfund und einer Breite von 9 Fuß beträgt das Längen-Breiten-Verhältnis (L/B) 3,28 – ein für die damalige Zeit moderat breiter Rumpf, der das Innenraumvolumen unterstützt, ohne auf ein Flossen-und-Skeg-Profil zurückgreifen zu müssen. Das Kenterungsverhältnis von 1,75 und eine Komfort-Ratio von 26,3 bis 28,9 platzieren sie im stabilen, gutmütigen Bereich für ein Boot dieser Größe, und die benetzte Fläche von etwa 21 Quadratmetern spiegelt den Widerstandsaufwand des Langkiels wider. Der geringe Tiefgang von je nach Beladung etwa 4,3 bis 4,6 Fuß ermöglicht es ihr, in Marinas anzulegen, die tiefergehende Boote mit Flossenkiel nicht zulassen. (1)
Rigg und Handhabung
Sie ist als Masttoppslup mit einer Referenzsegelfläche von 379 Quadratfuß getakelt, was einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis von 14,3 unter dem ISO-Referenzsegel und 17,1 mit einer 135-prozentigen Genua entspricht. Dieser Wert unter Genue ist für das Fahrtensegeln bei leichtem Wind der aussagekräftigere, da der bescheidene 10-PS-Volvo Penta MD6A-Diesel eher eine Reserve als die Hauptantriebsquelle ist. Das empfohlene laufende Gut ist für die damalige Zeit konventionell: 25,8 Meter lange 10-mm-Fallen für Großsegel, Genua und Spinnaker; 9 Meter lange 12-mm-Schoten für Fock und Genua sowie 22,5 Meter für die Großschot. Die theoretische Rumpfgeschwindigkeit liegt bei 6,4 Knoten, wobei eine Reisegeschwindigkeit von 6,0 und ein Maximalwert von 7,0 Knoten gemessen wurden. Der relative Geschwindigkeitsleistungsindex liegt bei 5 – Zahlen, die zu einem schweren Rumpf passen, der geduldige Segeltrimm über pure Motorleistung stellt.
Unterbringung
Der Innenraum ist im Mahagoni-Stil ausgestattet, wie es bei vielen skandinavischen Fahrtenyachten jener Zeit üblich war. Die Wasserkapazität von 30 Gallonen (ca. 113 Liter) gegenüber einem Dieselkanister von nur 15 Gallonen (ca. 57 Liter) deutet auf ein Boot hin, das für längere Aufenthalte an Bord und nicht für kurze Törns konzipiert wurde. Der Bleiballast von 3525 Pfund (ca. 1600 kg) tief im Langkiel sorgt für ein stabiles Seeverhalten. Jede zusätzliche Last von 711 Pfund (ca. 320 kg) lässt das Boot lediglich um einen Zoll tiefer sinken, sodass die Trimm-Einstellung durch Proviant kaum beeinflusst wird.
Das Fazit
Die Vindö 32 ist eine gut durchdachte, schwerere Fahrtenyacht aus den Mitte der Siebzigerjahre, entworfen von einem erfahrenen schwedischen Team und in größeren Stückzahlen gebaut. Ihr Längskiel und ihr Bleiballast sorgen für ein berechenbares, komfortables Seeverhalten, das auf See wie in engen Gewässern Vertrauen einflößt, während der geringe Tiefgang die Anzahl der zugänglichen Häfen erhöht. Das Masttopp-Rigg mit einer durch Genua angetriebenen Segelfläche hält sie trotz der Verdrängung bei leichtem Wind lebendig, und der Mahagoni-Innenausbau spiegelt einen Baustandard wider, der auf das Leben an Bord ausgelegt ist.
Vorteile
- Schwerer Fahrtenyacht-Verdrängung und 44-prozentige Ballast-Verdrängungs-Verhältnis mit Blei-Langkiel für hohe Stabilität
- Geringer Tiefgang von 4,3–4,6 Fuß für Hafen-Zugang
- Masttoppslup mit 17,1 SA/D unter Genua für gute Leichtwindleistung
- Mahagoni-Innenausbau und 30-Gallonen-Wasserkapazität für ausgedehnte Törns
Nachteile
- Langkiel und eine benetzte Fläche von 21 m² begrenzen die reine Geschwindigkeit
- Der bescheidene 10-PS-Diesel und der schwere Rumpf belohnen Segelleistung mehr als Motorkraft









