Design und Konstruktion
David Sadler brach mit der Tradition seiner schmaleren Vorgänger, indem er der Sadler 32 eine Breite von 10 Fuß 6 Zoll bei einer Wasserlinienlänge von 24 Fuß verlieh. Dies ergab eine Verdrängung von 9.500 Pfund bei 4.200 Pfund Eisenballast – ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis (B/D) von 44,2, das für die Stabilität des Bootes sorgt, wenn es unter Druck gesegelt wird. Der Rumpf ist aus massivem GFK gefertigt, wobei Flossenkiel und Skeg-aufgehängtes Ruder das Standard-Unterwasserprofil bilden. Das Modell wurde jedoch auch mit einem Flachkiel (4 Fuß 6 Zoll Tiefgang), Kimmkielen mit 4 Fuß Tiefgang sowie einer Variante mit Hubkiel für Reviere mit geringem Tiefgang angeboten. Nach der Bauzeit von Sadler selbst kaufte Mike Slack die Formen und fertigte weitere 12 bis 14 Boote an der Ostküste Großbritanniens, meist als reine Formenbauten; die zwei oder drei, die er selbst fertigstellte, waren hervorragend gebaut. Das Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 306,8 und die Komfort-Ratio von 24,4 ordnen das Boot eher zu den moderat schweren Fahrtenyachten für Küstenreviere als zu leichten Regattayachten ein. (1)
Rigg und Handhabung
Als Masttoppslup verfügt die Sadler 32 bei einer Verdrängung von 9.500 Pfund über eine Segelfläche von 423 Quadratfuß, was einem Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 15,1 entspricht. Dieser Wert wirkt auf dem Papier konservativ, doch in der Praxis zeigt sich das Boot als agil und ein lohnenderes Boot für leichte Winde als die Contessa 32. Zeitgenössische Rezensionen beschrieben sie als Boot, das hart gesegelt werden kann und Sie auch unter widrigen Bedingungen sicher führt. Ein Kenterungsverhältnis von 1,99 unterstreicht die für den Hochseebereich ausgelegte Stabilität. Ihre große Breite und die robusten Spanten zahlen sich vor dem Wind aus: Sie segelt raumschots besser als eine Contessa 32 und bleibt bei höherem Freibord im Seegang auf Am-Wind-Kursen trockener als eine Contessa. (2)
Unterbringung
Unter Deck tauscht die Sadler 32 einen Teil des schlanken Aussehens ihrer Konkurrenten gegen zusätzlichen Innenraum und ein familienfreundliches Kabinenlayout ein, was sie im Hafen oder vor Anker komfortabler macht als die schmaleren Klassiker, mit denen sie oft verglichen wird. Die Länge über alles von 31 Fuß 6 Zoll bietet einen Salon und Schlafplätze, die für diese Größe geräumig wirken. Dasselbe Breitenmaß, das zur Formstabilität beiträgt, ermöglicht eine großzügige Aufteilung, ohne dass man auf ein klobiges Kajütdachprofil zurückgreifen muss.
Motor und Ausrüstung
Der Standardmotor wechselte im Laufe der Produktionszeit. Frühe Boote wurden mit dem Watermota 30hp Seapanther ausgeliefert, danach wurde nach 1982 der Bukh 20 zum serienmäßigen Diesel, und ab 1986 war der Volvo 2002 der Standardmotor. Die Kraftstoffkapazität liegt bei 15 Gallonen mit 20 Gallonen Wasser – Zahlen, die eher für Küstenfahrten und mittlere Reviere als für lange, unabhängige Törns ohne Zwischenstopps geeignet sind.
Das Fazit
Die Sadler 32 ist eine durchdacht weiterentwickelte britische Fahrtenyacht, die das seegütige Verhalten ihrer Ära beibehält und gleichzeitig mehr Volumen sowie ein trockeneres Segelverhalten bietet. Ihr fester Rumpf und die verschiedenen Kieloptionen machen sie zu einem praktischen Gebrauchtboot, obwohl der Verzicht auf die spätere TwinSkin-Isolierung und die Unsinkbarkeit einen deutlichen Unterschied zu den eigenen Nachfolgemodellen von Sadler darstellen.
Vorteile
- Große Breite und ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 44,2 sorgen für Formstabilität und ein trockenes, sicheres Gefühl im Seegang
- In Flossen-, Flachflossen-, Kimm- und Hubkiel-Versionen erhältlich, um unterschiedlichen Revieren gerecht zu werden
- Das zusätzliche Innenraumvolumen und die Familienaufteilung machen sie vor Anker äußerst komfortabel
Nachteile
- Das konservative Segelfläche-Verhältnis von 15,1 benötigt Wind, um lebendig zu wirken, trotz der Vorteile bei Leichtwind
- Der feste Rumpf besitzt nicht die schaumstoffgefüllte Unsinkbarkeit späterer Sadler TwinSkin-Yachten
- Drei verschiedene Standardmotoren über den gesamten Produktionszeitraum hinweg erschweren die Ersatzteil-Versorgung











