Design und Konstruktion
Der Rumpf wurde mit schwerem, dickem GFK laminiert, und das Boot schließt einen kurzen Bleikiel in dieser massiven Schale ein. Die Püttinge wurden im damaligen Verfahren direkt in das GFK eingegossen, anstatt durch externe Platten verbolzt zu sein. Mit einer Breite von 8 Fuß 9 Zoll, einem Tiefgang von 4 Fuß 9 Zoll, 3.750 Pfund Ballast und einer Verdrängung von 11.500 Pfund ist die Chesapeake 32 eine moderat proportionierte Fahrtenyacht, deren Masse tief konzentriert ist und deren Profil niedrig und traditionell bleibt. Das Ergebnis ist ein Rumpf, der klassisch wirkt, aber das Produkt früher Serienbauten aus GFK ist. (1)
Rigg und Seeverhalten
Unter Segeln läuft die 32 sehr ausgewogen – eine Eigenschaft, die Rhodes offensichtlich direkt in die Rumpfform und den Kiel integriert hat. Eigner berichten jedoch, dass sie bei kurzer, steiler Welle nur schwer Höhe laufen kann, unter diesen Bedingungen nass werden kann, bei einigen Kursen zu viel Luvgierigkeit zeigt und bei leichtem Wind träge ist. In kurzer Welle läuft sie ungern hoch am Wind. Das überrascht angesichts des bekannten Verhaltens nicht, aber ein Kaufinteressent sollte wissen, dass das Boot eher eine komfortable Fahrtenyacht für raume Kurse ist als eine Leistungsmaschine bei viel Wind. (1)
Unterbringung
Der Innenraum wurde laut Berichten der Eigner in erster Linie optisch ansprechend gestaltet, wobei Komfort zweitrangig war. Die Stauraummöglichkeiten sind außer in den Backskisten der Plicht begrenzt. Diese ästhetische Priorität zeigt sich im niedrigen Kajütaufbau und den langen Überhängen – das Boot präsentiert sich eher als hübsches Wochenendboot denn als voluminöses Boot für das Wohnen an Bord. Die Backskisten der Plicht sind der einzige klare Gewinner bei der Staukapazität, und der Rest des Bootes fordert vom Eigner, leicht zu reisen.
Refits und Eignerschaft
Die meisten der ursprünglichen Boote wurden modifiziert und mit zusätzlichen Luken, Herden, Kühlschränken, Elektronik, Steuerrädern anstelle von Pinnen und kleinen Dieselmotoren anstelle der ursprünglichen Benzinmotoren aufgerüstet. Diese letzte Änderung ist die bedeutendste: Der Umbau von Benzin zu Diesel eliminiert den ursprünglichen Benzinmotor und bringt die Flotte auf den Stand moderner Hilfsmotoren. Zusätzliche Luken und Steuerräder deuten darauf hin, dass die Originalboote bei Licht und Ergonomie am Ruder zu wünschen übrig ließen, während Herde, Kühlung und Elektronik einfach vier Jahrzehnte des Eignerbetriebs widerspiegeln.
Das Fazit
Die Chesapeake 32 ist eine kleine, hübsche von Rhodes entworfene GFK-Fahrtenyacht mit ehrlichen Abmessungen und einer traditionellen Silhouette. Ihr Verhalten ist jedoch typisch für ihre Epoche: Sie segelt im Kabbelwasser nass und ungern am Wind, ist bei Flaute langsam und bietet innen mehr Beengtheit, als ihre Länge vermuten lässt. Für Käufer, die Linie und Bauqualität über Geschwindigkeit stellen, ist sie eine lohnende Investition; wer ein modernes Innenraumkonzept oder eine rasante Leistung am Wind sucht, wird enttäuscht sein.
Vorteile
- Klassisches Rhodes-Schnittprofil und Löffelbug aus massivem GFK
- Sehr gut ausgewogenes Segelverhalten bei normalen Bedingungen
- Die meisten überlebenden Boote wurden auf Diesel umgerüstet und mit modernem Komfort ausgestattet
Nachteile
- Eingeschränkte Stauraumkapazität im Innenraum außerhalb der Backskisten
- Unbequem hoch am Wind bei kurzer, steiler Welle; nass und langsam bei leichtem Wind
- Der Motorzugang ist eine Herausforderung










