Design und Konstruktion
Der Rumpf der Varianta 37 ist ein einfaches, aber robustes massives GFK-Laminat mit einer Vinylester-Oberflächenbeschichtung zur Vermeidung von Osmose. Ein stützendes Bodengruppenträger-Netzwerk ist im Rumpf laminiert, um die Struktur zusätzlich zu verstärken. Die Schotten sind an Rumpf und Deck anlaminiert (Tabbing) – und zwar auf beiden Seiten, was bei Serienbooten ungewöhnlich ist und für einen hochwertigen Touch sorgt. Eine wasserdichte Schott liegt direkt achterlich des vorderen Ankerkastens, und alles entspricht den Standards des Germanischen Lloyd. Das Decksformverleimprofil hat eine Schaumkernstruktur, was das Gewicht senkt, während der massive Rumpf unten die Lasten trägt. Trotz der schwereren Rumpfkonstruktion im Vergleich zum Vorbild ist die Varianta dank des entkernten Innenraums etwa 600 Pfund leichter als die Hanse 375. Der tiefe Gusseisen-T-Kiel ist mit überdimensionierten Bolzen befestigt, während das Spatenruder tief im Wasser läuft, um am Wind viel Grip zu haben. (1)
Rigg und Handhabung
Das Rigg folgt dem Layout der Hanse 375, ersetzt jedoch das markante Hanse-Selbstwendefock durch eine leicht überlappende 109-Prozent-Fock. Die Fallen und Vorliekstrecker sind zu Fallstoppern und einer Paar Lewmar 40-Winschen an der Kajüte geführt, die die leicht überlappende Fock aufnehmen, anstatt sie wie bei einem Selbstwendefock direkt auf das Rigg zu legen. Verjüngte Seldén-Stehende-Persening-Rigs mit Doppel-Salingen unterstützen ein traditionelles, unrollbares Großsegel mit einem Dutchman-Reffsystem, und ein starrer Baumniederholer ist Standard; Boote für den US-Markt erhalten verjüngte Seldén-Rigs mit Einleinen-Reffsystem. Die Travellerschiene sitzt auf dem Plichtboden mit einer doppelten Großschot, deren Beschlag an einer Padeye vor dem Steuerstand geklippt ist. Die Püttinge sind außenliegend, während die Fockschienen innen auf dem Kajütdach angeordnet sind. Ein einzelnes, großes Regattarad steuert die Jefa-Beschläge mit Rollenruderkugellagern, die sich für Segler extrem federleicht anfühlen. Der feine Vorschiffseintritt sorgt dafür, dass das Boot gut Höhe laufen kann. Bei einem ruhigen Tag im Long Island Sound ging ein Testboot in Wenden unter weniger als 90 Grad und zeigte bei 12,5 Knoten scheinbarem Wind über 6,5 Knoten reine Geschwindigkeit auf beiden Bugen. (1)
Unterbringung
Unter Deck zeigt die Varianta, wo die Kosteneinsparungen getroffen wurden. Der Innenausbau besteht aus eckigem, formica-behandeltem Bootsbausperrholz, und das Boot ist mit einem absoluten Minimum an Ausstattung versehen – ohne Leselampen und nur wenigen Deckenlichtern. Ein Layout mit zwei Kabinen und einer einzigen Nasszelle ist Standard, obwohl das gezeigte Boot die optionale dritte Kabine achtern besaß; die vordere Kabine verfügt über eine V-Koje und ausreichend Stauraum, und der Salon konzentriert sich auf einen Klapp-Tisch. Die Nasszelle an Backbord hat einen Duschbereich, der nicht einmal annähernd als eigener Duschraum ausreicht. Die längs angeordnete Pantry an Steuerbord bietet einen zweiflammigen Herd, eine einzelne Spüle und einen kleinen Kühlschrank sowie reichlich Stauraum, der jedoch schlecht organisiert ist. Eine Option für mehr Kühlvolumen ist ebenfalls vorhanden. Breite Achtersektionen schaffen genügend Innenraumvolumen, sodass das Boot trotz der spartanischen Ausführung komfortabel zu segeln bleibt. Das Erscheinungsbild oberhalb der Wasserlinie ist in reinem Weiß gehalten, ohne dass eine Längstrimmung die hohen Bordwände weicher wirken ließe.
Motorisierung und Ausrüstung
Ein Volvo-Diesel sitzt unter den Niedergangsstufen, wobei ein 20 PS starker Saildrive Standard ist und ein Upgrade auf 30 PS für diejenigen verfügbar, die häufig gegen Wind und Welle motoren. Das Testboot wurde mit dem optionalen 30 PS starken Volvo mit einem Flexofold-Faltpropeller betrieben und erreichte unter Motor auf flachem Wasser über 6 Knoten Geschwindigkeit. Eine Elektroantriebsoption kombiniert eine 48-Volt-Batteriebank für etwa sechs Seemeilen Reichweite ohne Generator. Käufer an der Westküste können ein Seegras-Schnittsystem für den T-Kiel bestellen, und vier Lewmar-Winschen mit vier Klampen sind im Lieferumfang enthalten.
Das Fazit
In einem Artikel auf boats.com beschrieb ein Rezensent die Varianta 37 als eine neue Interpretation eines alten Rumpfes, der leichter, schneller und mit hochwertigen Konstruktionsmerkmalen gebaut ist. Die Bauqualität – massiver Laminat, verklebtes Gitter, einlaminierte Schotten, GL-Standards – verleiht dem Boot echte strukturelle Glaubwürdigkeit. Der nackte Innenraum und das schlichte Design machen deutlich, dass es sich um eine preiswerte Plattform und nicht um einen luxuriösen Wochenendkreuzer handelt. Für Segler, die Leistung und ehrliche Substanz über Komfort stellen, belohnt das Boot diese Entscheidung; für Käufer, die mit einem fertig ausgestatteten Fahrteninterieur rechnen, wird es ohne Investitionen in Upgrades enttäuschen.
Vorteile
- Solider Laminatrumpf mit Vinylester-Haut und laminiertem Gitterrost für hohe strukturelle Robustheit
- Leichte Verdrängung und direktes Rudergefühl dank federleichter Jefa-Steuerung
- Wendet nahezu aufrecht und erreicht im Test über 6,5 Knoten am Wind
- Judel/Vrolijk-Rumpflinie mit extrem großen Kielbolzen und tiefem Spatenruder
Nachteile
- Minimaler Innenraum: keine Leselampen, sehr wenig Elektrik, Formica-Holzarbeiten
- Stark weißes Exterieur ohne Längsstreifen; unorganisierte Stauflächen in der Pantry
- Die standardmäßige zweiflammige Pantry und die kleine Kühlbox begrenzen die Vorratskapazität für längere Törns







