Design und Konstruktion
Rumpf und Deck der Trintella II bestehen aus massivem GFK, und der Kiel ist aus Blei – eine Kombination, die in Verbindung mit einer Langkiel-Konfiguration wie ein traditioneller Fahrtenyacht-Rumpf mit langem Kiel wirkt. Ihr Verdrängungs-Längen-Verhältnis (D/L) von 309 ordnet sie fest in die Kategorie der sogenannten „schweren Fahrtenyachten“ ein. Ein Ballast-Verdrängungs-Verhältnis von 46 Prozent bei einem Längen-Breiten-Verhältnis von 3,38 verleiht dem Rumpfprofil ein klobiges, volumenreiches Profil statt des schmalen Keils einer Regattayacht. Die Komfort-Ratio von 29,4 und ein Abdriftungsverhältnis von etwa 768 Pfund pro Zoll deuten auf ein Boot hin, das seine Last stabil trägt und sich mit vollem Proviant spürbar tiefer im Wasser bewegt. Mit einem Kenterungsverhältnis von 1,73 würde allein die Formel ihre Teilnahme an Hochseeregatten zulassen, obwohl ihre theoretische Rumpfgeschwindigkeit von 6,6 Knoten und ihre benetzte Fläche von 247 Quadratfuß sie in erster Linie als komfortable Fahrtenyacht kennzeichnen. (1)
Rigg und Handhabung
Sie ist eine Masttoppslup, und das moderate Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis (SA/D) von 19,50 des Segelplans zeigt, dass das Boot eher auf Kontrolle bei Wind als auf Beschleunigung beim Loslassen der Leinen getrimmt ist. Die Abmessungen des stehenden und laufenden Guts sind gut dokumentiert: Die Schoten von Fock und Genua haben eine Länge von etwa 31 Fuß und erfordern 1/2-Zoll-Leine; die Großschot hat eine lange Fallstrecke von 77,5 Fuß ebenfalls mit 1/2 Zoll, und die Spinnakerschoten messen 68,2 Fuß bei der empfohlenen Spinnakerschotlänge mit dem gleichen Durchmesser. Durch den großen Tiefgang des Langkiels und den variablen Tiefgang von 4,63 bis 4,93 Fuß lässt sie sich in flachen Marinas festmachen, behält jedoch die Kursstabilität, die ein solcher Kiel unter Segeln bietet. (1)
Unterbringung
Die verfügbaren Materialien enthalten keine Details zur Innenraumaufteilung der Trintella II, und der Werftkontext vermerkt lediglich, dass es sich um eine frühe GFK-Fahrtenyacht aus der Ära von Anne Wever handelt, nicht um die späteren Aluminium- oder Kompositlinien. Aus den Dimensionen lässt sich sagen, dass ihre Länge über alles von 31 Fuß bei einer Wasserlinie von 24 Fuß und einer Breite von 9,18 Fuß van de Stadt eine kompakte, aber nicht eng wirkende Plattform ermöglichte. Die Verdrängung einer schweren Fahrtenyacht deutet auf Stauraum- und Tankkapazitäten hin, die eher für Küstenfahrten und kurze Offshore-Törns als für Wochenendregatten geeignet sind.
Refits und Eignerschaft
Die Trintella II kann mit einem Volvo Penta MD2B Einbaudiesel ausgestattet sein, der einen Wellenantrieb antreibt. Eigner, die einen bestimmten Rumpf suchen, sollten bestätigen lassen, welche Motorisierung installiert ist, da das Boot auch mit anderen Dieselmotoren dieser Ära auftauchen kann; der Wellenantrieb ist die übliche Konfiguration. Da weniger als 100 Boote gebaut wurden und die Produktion Mitte der sechziger Jahre endete, befinden sich überlebende Exemplare mittlerweile in fortgeschrittenen Refit-Zyklen. Jeder Kauf hängt vom Zustand des jeweiligen Rumpfes ab und nicht von bekannten Schwachstellen einer Klassengemeinschaft. (1)
Das Fazit
Die Trintella II ist eine kleine, echte schwere Fahrtenyacht aus dem Bleistift von van de Stadt aus den Mitte der sechziger Jahre. Sie wurde aus massivem GFK mit einem langen Bleikiel gebaut. Sie ist nach modernen oder damaligen Leistungsmaßstäben keine Regattayacht, aber ihre Kennzahlen beschreiben einen stabilen, gutmütigen Kandidaten für Küsten- und Offshorefahrten mit genügend Ballast und Breite, um eine voll beladene Fahrtausrüstung ohne Probleme zu tragen. Der Zustand des Bootes hängt vom Pflegeaufwand des jeweiligen Rumpfes und nicht von vererbten Schwachstellen ab.
Vorteile
- Solider GFK-Rumpf und Deck mit Blei-Langkiel
- Schwere Fahrtenyacht-Verdrängung und 46 % Ballast-Verdrängungs-Verhältnis für ruhige Bewegungen
- Kenterungsverhältnis ist unter der Formel für Hochseeregatten zulässig
- Ausreichend geringer Tiefgang, um in moderate Marinas einzulaufen
Nachteile
- Geringes Segelfläche-Verdrängungs-Verhältnis begrenzt das Tempo bei leichtem Wind
- Weniger als 100 Einheiten gebaut, daher sind Ersatzteile und vergleichbare Verkäufe rar
- Die einzige dokumentierte Motorisierung ist ein zeitgenössischer Volvo Penta MD2B





