Design und Konstruktion
Die 395 wird nach ABS-Standards in der Tartan-Werft in Fairport Harbor, Ohio, gebaut. Der Rumpf ist mit einer modifizierten Epoxidvinylesterharz-Lösung im offenen Laminatverfahren um eine geschlossenzellige Schaumkernstruktur oberhalb der Wasserlinie herum infundiert und weist ein luftefreies Laminat auf, das extrem steif, stark und leicht ist. Das Deck hat einen Balsaholzkern und ist sowohl mit Beschlägen als auch mit Klebstoffen am Rumpf befestigt, was zu einer steifen, leichten Struktur führt. Tartan verzichtet auf den Eisenschrot, den viele Werften verwenden, und setzt stattdessen auf gutes altes Blei. Der Ruderschaft besteht aus Kohlefaser, da das Unternehmen über eine eigene Autoklavenanlage verfügt, was auch zu einem Carbon-Rigg führt. Die Verkabelung ist verzinnt, farbcodiert und in Schächten eingekapselt, um Scheuerstellen zu verhindern. Die Sanitärinstallation ist ordentlich, gut gesichert und leicht zugänglich, und die Borddurchlässe sind aus Marelon gefertigt. Es stehen drei angebolzte Kiele aus Blei zur Verfügung: ein tiefer Flossenkiel von 6 Fuß 2 Zoll, ein Beavertail-Kiel von 4 Fuß 10 Zoll und ein Kiel/Schwert-Konzept von 4 Fuß 3 Zoll für einen minimalen Tiefgang, sodass die 395 in jedem Revier segeln kann. (1)
Rigg und Handhabung
Tartans Cruise Control-Rigg macht das Segeln einfacher, ohne Leistung zu opfern. Es basiert auf einem Doppel-Vorsegel-Layout mit einer Selbstwendefock am inneren Vorstag und einem Code Zero-Reacher am äußeren Vorstag, die an einem leichten, zweifach-salig gespannten Carbonmast gefahren werden, der nur halb so schwer ist wie typische Aluminiummaste. Eine deutsch geprägte Großschot ist an Backbord und Steuerbord doppelt geführt zu großen Winschen im bequemen Griffbereich des Steuermanns. Das Großsegel an dem getesteten Boot flog an einer Leisure Furl-Baumfurlung, die perfekt funktionierte. Breite Doppelsteuerstände bieten klare Sichtlinien und einen einfachen Mittelgang zur Heckplattform. Testsegler empfanden die Ruderantwort als leicht, aber direkt. Die anfängliche Rankheit beruhigte sich, sobald das Boot krängte, bis zu einem moderaten Krängungswinkel, und blieb dort stabil. Am Wind unter Großsegel und Selbstwendefock konnte sie problemlos bis zu 35–40 Grad zum wahren Wind steigen und lief mit 6,5 Knoten zurück. Auf raumen Kursen in einer Chesapeake Bay Norther segelte sie mühelos mit 7 Knoten. Unter Motor passt ein vierzylindriger 40 PS Volvo-Diesel-Saildrive mit einem festen Zweiblattpropeller genau unter die Kajüttreppe. Vollgas lieferte 2.900 U/min und 7,4 Knoten, eine Marschfahrt bei 2.400 U/min brachte 7,1 Knoten. Der Wendekreis ist sehr klein – nicht länger als eine Bootslänge –, wobei Rückwärtsfahren, Anhalten und Kurvenfahren berechenbar und präzise sind, obwohl das Spatenruder eine feste Hand am Rad erfordert. (2)
Unterbringung
Unter Deck zeigt die 395 den Ruf der Werft für erstklassige Tischlerarbeit mit handgefertigten Schränken aus ausgewählten nordamerikanischen Harthölzern (in Ahorn, Kirsche oder Teak) und massiven, angehobenen Türen, die einen edlen Innenraum schaffen, wie man ihn selten bei Serien-Segelbooten findet. Das getestete Boot zeigte honigfarbenen Massivahorn mit einem traditionellen Teak-und-Eschen-Boden. Es gibt zwei Kabinen und sieben Kojen: eine zweite Doppelkabine achtern an Steuerbord und eine zweite Doppelkabine ganz vorn mit schönen Holzdecken, während komfortable Sofakojen einen zentralen Esstisch im Hauptsalon flankieren. Eine großzügige Duschkabine und Nasszelle befinden sich an Backbord mit einer separaten, geschlossenen Dusche, und die nach vorn gerichtete Navigationsecke an Backbord nahe dem Niedergang bietet genügend Platz für Laptop und Reiseführer, ergänzt durch einen vollwertigen Kartentisch an einer traditionellen Station. Licht und Luft kommen durch 12 Hausluken, 2 Cockpitfenster, 7 Decksluken, 2 Dorade-Lüfter und acht öffnende Luken im Oberdeck. (2)
Bekannte Schwachstellen
Die Varianten mit tiefem Flossen-, Beavertail- und Schwertkiel weisen unterschiedliche Verdrängungs- und Ballastwerte auf – jeweils 16.000 lb / 5.500 lb, 17.000 lb / 6.500 lb und 17.300 lb / 6.800 lb –, was das oben beschriebene Gefühl im Boot verändert. Das Spatenruder erfordert eine feste Hand beim Manövrieren auf engem Raum.
Refits und Eignerschaft
Die 395 wurde serienmäßig mit Harken-Hardware, Edson-Steuerung, Raymarine-Elektronik und einem LeisureFurl-Baumfurlungssystem ausgestattet. Ein polierter Edelstahl-Ankerkettenzug, ein Edelstahlanker und eine große Ankerwinde vervollständigen das hervorragende Ankersystem. Eine dritte Steuersäule vorne zwischen den beiden Steuerständen beherbergt die Motorkontrollen, die Beleuchtungskontrollen und einen Raymarine-Kartenplotter. Mit 40 Gallonen Kraftstoff und 100 Gallonen Wasser sowie einem 24-Gallonen-Fäkalientank ist sie bestens für ausgedehnte Törns gerüstet. Die klappbare Badeplattform am Spiegel bietet zudem eine kleine Bade- und Bordsprungsplattform. (3)
Das Fazit
Die Tartan 395 ist eine wunderbare Segelyacht direkt aus dem amerikanischen Herzen, die der europäischen Massenmarkt-Fahrtenyacht mit traditionellem Profil, sanftem Deckssprung, robusten Sülls und einer tiefen, gemütlichen Plicht entgegentritt – verpackt in einen modernen, infundierten Rumpf und ein Carbon-Rigg. Das Design von Jackett belohnt den traditionellen Fahrtensegler mit feiner Holzverarbeitung, berechenbarem Handling und einem vielseitigen Doppel-Vorsegel-Rigg.
Vorteile
- Harzinfundierter Epoxidrumpf mit geschlossenzelligem Schaum und Kohlefaserruderstock für hohe Steifigkeit ohne zusätzliches Gewicht
- Cruise Control Rig mit Doppel-Vorsegel und Selbstwendefock für müheloses Segeln mit kleiner Crew
- Edler Innenausbau aus Hartholz und separate, separate Nasszelle – selten bei Serienbooten
- Drei Bleikiel-Optionen mit Tiefgangsbereich von 1,30 m bis 1,88 m
Nachteile
- Das Spatenruder erfordert eine feste Hand bei engen Manövern
- Nicht so breit wie einige Konkurrenzmodelle aus der Flotte von 2019, trotz großzügigen Innenraumvolumens
- Der Zugang zum Saildrive-Motor ist unter den Kajütaufbauten recht eng



