Design und Konstruktion
Was die 395 von ihren Vorgängern unterscheidet, ist, dass sie komplett neu von der Bleikiel aufwärts ist – das erste komplett neue Boot der schwedischen Werft seit längerer Zeit und nicht nur eine Überarbeitung eines älteren Rumpfes, der ebenfalls neu von der Kielbasis an war. Die Farr-Abteilung entwickelte die Konstruktion, während Freivokh für das Erscheinungsbild verantwortlich zeichnete. Das Ergebnis ist ein Boot, das trotz einer Freibordhöhe von 1,32 Metern (4 Fuß 4 Zoll) eher proportioniert und zweckmäßig als platt wirkt; Tester stellten fest, dass es viele Yachten neben sich dominiert. Die Mittelcockpit-Variante platziert ihre geräumige, gut geschützte Steuerstation nahe dem Gewichtsschwerpunkt des Rumpfes, während die Version mit Achtercockpit serienmäßig mit einem erhöhten Cockpit, Doppelradsteuerung und Windschutzscheibe ausgestattet ist. Ein tiefes Spatenruder sorgt in beiden Layouts für hervorragende Kontrolle, und der Spiegel lässt sich nach unten klappen, um eine große Badeplattform zu bilden. (1)
Rigg und Handhabung
Das 7,0 m² große Rigg als 7/8-Slup führt eine Segelfläche von 958 Quadratfuß auf, was bei der schwereren Verdrängung zu einem SA/D-Verhältnis von 16,9 führt – passend für ein Boot, das eher auf Komfort und Langstrecke als auf Regattageschwindigkeit ausgelegt ist. Der Traveller der Großschot sitzt auf einem Geräteträger über der Plicht, sodass die Schotlasten frei von Crewbewegungen liegen. In einem Testbericht für Yachting Monthly zeigten Segler, dass sie um die 28–30 Grad am Wind Höhe laufen konnte. Sie erwies sich als komfortabler und schneller, wenn man etwas abrückte vom Starkwindkurs; hoch am Wind im Seegang meisterte sie das Boot mit Leichtigkeit und bot eine wunderbar komfortable Fahrt, da ihre gerundeten Vorschiffsbereiche den Weg nach vorn dämpften. Der Yanmar mit 57 PS ist Standard, obwohl ein Testboot mit einer 80-PS-Einheit ausgestattet war, die bei 1.800 U/min 7,1 Knoten lief. Die Verdrängung verleiht dem Boot ein solides Gefühl auf dem Wasser ohne Knarzen oder Ächzen, und das Boot besitzt eine CE-Zertifizierung nach RCD-Kategorie A für den Hochseeeinsatz.
Unterbringung
Die Arbeit von Freivokh im Innenraum verleiht der 395 ein gut durchdachtes Layout, das in zwei oder drei Kabinenaufteilungen mit einer oder zwei großen Nasszellen erhältlich ist. Die Pantry ist über 2,00 m lang und für den Einsatz auf See ausgelegt, mit einer Corian-Arbeitsplatte, die sich bis zum vorderen Schott erstreckt. Im Rumpf mit Achtercockpit bietet die große Vorschiffskabine die Wahl zwischen einer V-Koje oder einer versetzten Doppelkoje, jeweils mit eigener Nasszelle mit WC/Dusche oder einem begehbaren Kleiderschrank; die Mittelcockpit-Version bietet eine große Eignerkabine achtern. Die umfangreiche Optionenliste ermöglicht es, die Yacht individuell an die Bedürfnisse des Langstreckensegelns anzupassen.
Das Fazit
Die Najad 395 ist eine rein auf Langstreckenfahrten ausgelegte Fahrtenyacht, die reine Geschwindigkeit gegen ein majestätisches, solides und elegantes Seeverhalten eintauscht. Farrs erstes Entwurf für die Marke, kombiniert mit den Innenräumen von Freivokh, liefert einen schweren Verdrängerrumpf mit echtem Seekomfort, einer geschützten Plicht und einer flexiblen Aufteilung der Kabinen. Sie ist keine Leichtwind-Fliegerin, aber für ein Paar oder eine Familie, die ernsthafte Törns planen, ist das Gesamtpaket stimmig und gut durchdacht.
Vorteile
- Neu ab Kiel; erste von Farr entworfene Najad in den Layouts AC und CC
- 27.337 lb Verdrängung mit 35,5 % Ballastanteil und RCD-Kategorie A
- Gut geschützte Plicht nahe dem Schwerpunkt; klappbare Badeplattform am Spiegel
- Lange, seetüchtige Pantry mit Corian über die gesamte Länge; flexible Optionen für Kabine und Nasszellen
Nachteile
- Das SA/D-Verhältnis von 16,9 begrenzt die Leistung bei leichtem Wind
- Das hohe Überwasserschiff von 4 Fuß 4 Zoll erhöht den Windwiderstand trotz des ausgewogenen Aussehens
- Der serienmäßige 57-PS-Motor ist für die Verdrängung eher mäßig als großzügig dimensioniert


