Design und Konstruktion
Vom Steg aus präsentiert sich die 395 mit einem zweckmäßigen, aber gut proportionierten Aussehen, harmonischen Profilwinkeln und einem stilvollen Kajütaufbau, der bei allen Juroren für Ästhetik hervorragende Noten erhielt. Der steile Vorsteven und der kurze Hecküberhang definieren die Silhouette des neuen Jahrtausends, und diese Linien sind nicht nur reines Styling: Sie sorgen für einen schnelleren Rumpf mit mehr Volumen bei gleicher Länge über alles. Mit einer LOA von 39,3 Fuß, einer Breite von 12,1 Fuß und einem Tiefgang von 7,8 Fuß verdrängt das Boot 12.250 Pfund. Der im Bulbkiel tief platzierte Bleiballastkeil sorgt für die Stabilität, die ein Performance-Segler sofort spürt. Die Seitendecks sind breit, was das Bewegen an Bord erleichtert, und die Plicht ist mit einem abnehmbaren Schrank/Sitz ausgestattet, der den hinteren Teil der Sitze bildet – eine Innovation, die beim Herausziehen einen Edelstahl-Fußstützen für den Großsegelschottrimmer freilegt und echte Flexibilität beim Aufstellen ermöglicht. (2)
Rigg und Handhabung
Das Rigg zeigt die Hand eines Regattaseglers. Eine im Stil der deutschen Admiral’s Cup gestaltete Großschot führt das Schot nach vorn entlang jeder Seite des Baums zum Lümmelbeschlag und hinunter auf das Deck nahe den Püttingen, um dann zu einer Winsch am Traveller zurückzukehren. Dadurch liegen die Kontrolle über die Großschot und den Traveller an einem einzigen Ankerpunkt. Das Schot verläuft oberhalb des Decks, was weniger Reibung als ein unter Deck geführter Weg bietet, und eine Crewmitglied am Mast kann es bei windigen Halsen leicht überprüfen, um dem Trimmer zu helfen. Die Großschotverstellung, die von einer 12:1 Vorliekspannung im Baum zu einer drehbaren Curry-Klemme am Niedergang führt, ermöglicht feinfühlige Einstellungen von verschiedenen Positionen aus. Ein großes Rad mit viel Durchmesser sorgt für ein angenehmes Steuerverhalten, und gut platzierte Fußstützen lassen sicheren Halt bieten – egal ob man auf dem Vorstag sitzt und die Windfahnen der Fock beobachtet oder bei leichtem Wind auf raumen Kursen steuert. Das Achterstag ist mit einem Schnellspanner an seinem Zylinder versehen, sodass es bei leichtem Wind vor dem Wind nach vorn gefahren werden kann. Wenn der Zylinder jedoch vollständig ausgefahren ist, muss sich der stehende Steuermann darunter hindurchducken. (2)
Performance
Dies ist ein Boot, das das Blut von Performance-Seglern in Wallung bringen wird. Sie kam bei etwa neun Knoten Wind zum Leben, war kontrollierbar und beschleunigte schnell durch simulierte Startmanöver. Auf raumen Kursen fand der Mitrichter Chuck Allen sie leicht zu steuern, ohne dass man die Ruderanker verlor. Mit offensichtlichem Potenzial für Abdriften und der Bereitschaft, auf jede Welle zuzuspringen, erzielte sie eine PHRF-Handicap von 30–36 und bestand die Leistungstests – Steuerleichtigkeit bei Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit und Rückwärtskurs – mit Bravour. Sorgfältiges Steuern ist der Preis für die hochgezogenen Foils, da das Ruder bei einer engen Kurve ins Trudeln geraten kann, aber der Kompromiss ist ein Regattaboot, mit dem man tatsächlich Fahrtensegeln gehen kann. (2)
Unterbringung
Die Verarbeitung im Innenraum ist gut, und das einfache Layout wirkt sowohl im Hafen als auch auf See sehr komfortabel. Die Nasszelle hat zwei Eingänge, sodass sie von der Achterkabine aus betreten werden kann, ohne die Vorschiffskabine zu stören. Die vordere V-Koje ist tatsächlich lang genug, um darauf zu schlafen. Käufer konnten optional eine geschlossene Achterkoje an Backbord wählen, um eine Achterkabine zu bilden, doch die offene Aufteilung wurde vom Tester und den meisten Käufern bevorzugt. Im Cockpit sind die Rückenlehnen etwas zu steil für das Entspannen, sind aber ebenso gut oder besser als bei den meisten getesteten Booten. Der Bereich des Steuersitzes bietet zudem viel Bewegungsfreiheit beim Sitzen vor Anker. (2)
Bekannte Schwachstellen
Bei den Tests zeigten sich zwei Punkte im Bereich der Cockpit-Ergonomie. Das Stehen am Rad mit vollständig durchgezogenem Achterstag-Kreuzerhahn erfordert das Ducken unter dem Achterstag, und ein Netz vor dem Radhaus wäre nötig, damit sich keine Leinen im Radbeschlag verfangen. Das profilierte Ruderblatt mit hoher Streckung kann bei engen Wendungen ins Trudeln geraten, was eher auf vorsichtiges Steuern als auf einen Defekt hindeutet. (2)
Das Fazit
Die Farr 395 fasst eine erfolgreiche Einheitsklassen-Linie in einer Yacht zusammen, die mit echtem Tempo segelt und gleichzeitig zivilisierende Details unter Deck und in der Plicht bietet. Die Zusammenarbeit hinter diesem Boot hat sich bewährt, und die Details – vom klappbaren Cockpitsitz bis zum Großschotsystem – zeigen einen Regattageist, der das Fahrtenkomfort respektiert.
Vorteile
- Vielseitige Geschwindigkeit mit einem PHRF von 30–36 und lebhafter Beschleunigung
- Gut proportionierter Rumpf mit steilem Vorsteven, breiten Seitendecks und flexibler Plicht
- Kontrolle über die Großschot und das Fingerfertig-Ausreiter durch den deutschen Admiral's Cup
- Einfaches, komfortables Innenraumkonzept mit einer Doppeltoilette und einer nutzbaren V-Koje
Nachteile
- Der Achterstagzylinder zwingt zum Ducken, wenn er bei voll durchgezogenem Ruder am Rad steht
- Das Ruder kann in engen Kurven unter dem High-Aspect-Profil ins Schleudern geraten
- Die Plicht benötigt ein Radkastengitter, um die Steuerung vor Leinen zu schützen



