Design und Konstruktion
Hewsons Handschrift ist an der Sabre 38 im Rumpf zu erkennen, der Flachwasser-Geschwindigkeit und Innenraumvolumen zugunsten eines feinen Vorschiffs und eines Bugüberhangs opfert – ein Kompromiss, den die damaligen Rezensenten gerne eingingen. Der Kajütaufbau sitzt tief mit einer sanften Krümmung, die an andere in Maine gebaute Boote wie Hinckley und Morris erinnert, und Teakhandläufe säumen das Kajütdach. Strukturell waren einige frühe Rümpfe aus massivem GFK gefertigt, während die meisten späteren Boote, insbesondere die MK II, einen Kern aus Balsaholz (Endgrain) besaßen; das handaufgelegte Laminat kombinierte Polyesterharz mit Sisal, unidirektionalem Gewebe und Matratzenmaterial um das Balsaholz herum. Die Decks hatten einen Balsakern mit Verbundstoff- oder Sperrholzeinlagen an den Beschlagsstellen, und die Rumpf-Deck-Verbindung war sowohl durchgebolzt als auch unter einem Teak-Fußreling chemisch verklebt. Die Schotten wurden im Stick-Bau-Verfahren an den Rumpf angelaminiert, wobei massive Bodenwrangen den externen Bleiballast auf Edelstahl-Kielbolzen über einer verstärkten Glasfaser-Innenschale trugen. (1)
Rigg und Handhabung
Das Slup-Rigg platziert den Mast weiter vorn als es für die damalige Zeit typisch war – ein Konzept, das das Boot seiner Zeit voraus war und einen hohen, schlanken Segelplan ermöglicht. Doppelte Salingen und doppelte Wanten mit inneren Unterwanten sind alle innenliegend montiert, um eine präzise Schotführung zu ermöglichen. Eine 135-prozentige Genua auf Rollfock kombiniert sich mit einem hydraulischen Achterstag. Die Travellerschiene der Großschot liegt vor dem Niedergang, wodurch das Brückendeck frei bleibt. Bei Wind von 12 bis 15 Knoten am Wind stellten Testsegler fest, dass sie sehr kursstabil läuft und sich schnell dreht. Sie kann bis zu 35 Grad am Wind kreuzen, und die meisten Boote weisen unter PHRF-Werten von 132 Sekunden pro Meile auf. Das halbbalancierte Ruder ist weit achtern positioniert, um die Kontrolle über das Steuerrad zu erleichtern, während die Werft behauptete, der Rumpf sei für das Tragen von Großsegel und Genua bis zu 14 Knoten Wind ausgelegt.
Unterbringung
Beide Generationen teilen einen mit Teakholz ausgestatteten Salon mit gegenüberliegenden Sofakojen und einem klappbaren Tisch über einer Wein- oder Speisewanne, sowie eine gut dimensionierte Vorschiffskabine. Die MK I zeigt einen Schottentisch und eine große offene Achterkoje, wobei sich die Navigationsecke an Backbord und eine Doppel-Achterkoje dahinter befinden; die Pantry an Backbord bietet doppelte, nach vorn gerichtete Spülen, einen vollwertigen Herd und eine ordentliche Kühlbox. Die MK II, die etwas mehr als 1.000 Pfund schwerer ist, erhielt eine separate Kabine achtern der Pantry mit einer Doppelkoje und einem Kleiderschrank, verlegte die Navigationsecke nach Steuerbord und platzierte eine große Nasszelle mit einer Feuchtigkeitsschrank-Koje an Steuerbord. Ein solides Brückendeck, breite Seitendecks und ein T-förmiges Cockpit runden das praktische Layout ab.
Bekannte Schwachstellen
Eigner raten potenziellen Käufern dringend dazu, die Bodenbretter nahe dem Mastfuß auf Fäulnis zu untersuchen. Regenwasser, das durch den Mastspalt nach unten läuft, kann dort eindringen und das hölzerne Ankergestell durchnässen. Dies ist der einzige dokumentierte Schwachpunkt bei einer ansonsten extrem robusten Konstruktion. (2)
Das Fazit
Die Sabre 38 ist eine durchdacht konstruierte Regatta-/Fahrtenyacht, deren vorn platziertes Mastprofil und ausgewogenes Ruder lebendige, kontrollierbare Leistung liefern, ohne riesige Segelfläche zu erfordern. Der innenliegende Mastbau und die verflanschte Rumpf-Deck-Verbindung spiegeln ein ernsthaftes Baukonzept wider. Die zusätzliche private Kabine der MK II macht sie zur vielseitigeren Fahrtenyacht, obwohl beide Generationen den gleichen, hochwertig ausgestatteten Salon und die seegängige Rumpfform teilen.
Vorteile
- Echter Allrounder mit schnellen Am-Wind-Wendemanövern und guter Höhe am Wind
- Einlammierte Schotten im Sperrholz-Riggbauweise; durchgebolzte und verklebte Decksaufhängung
- Die MK II bietet eine separate Achterkabine und eine größere Nasszelle ohne den Verlust des Salon-Charakters
Nachteile
- Regenwasser kann zur Fäulnis der Bodenbretter unter dem Mast führen und erfordert eine wachsame Inspektion
- Der Bugüberhang opfert Innenraumvolumen und Geschwindigkeit auf flachem Wasser zugunsten des Aussehens








